Main-Taunus (red) – Ein steigender Anteil der Kinder in Deutschland habe keinen ausreichenden Zugang zu Deutsch als Bildungssprache. Dabei sei Bildungssprache – anders als Alltagssprache – nicht intuitiv erlernbar. Sie erfordere aktives Lernen und gezielte Unterstützung. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat der Verein „InSL“ ein Sprachförderkonzept entwickelt, das nun auch im Main-Taunus-Kreis (MTK) zum Einsatz kommen soll.
Der offizielle Projektstart am Mittwoch vergangener Woche markierte den Beginn einer regionalen Ausweitung des Programms, das sich bereits in über 100 Einrichtungen im Hochtaunuskreis als wirksam erwiesen hätte. In der ersten Phase sollen 300 Kinder erreicht werden, in einer zweiten Phase weitere 700 Schüler. Langfristig sollen bis zu zehn Prozent der Kinder im MTK von dem Angebot profitieren. Ziel ist es, Kinder frühzeitig und systematisch in ihren sprachlichen Fähigkeiten zu stärken – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sprachlichen Umfeld. Das Programm fördert zentrale Kompetenzen wie Erzählfähigkeit, Lesekompetenz, Wortschatz und schriftlichen Ausdruck.
Das Projekt verbindet direkte Sprachförderung für Kinder mit praxisnahen Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte. So soll ein nachhaltiges Netzwerk sprach- und kultursensibler Bildungseinrichtungen entstehen. Mithilfe der Finanzierung durch die Taunus Sparkasse für den neuen Standort will der MTK ein Zeichen für die Kinder setzen und deren sprachliche Teilhabe dort stärken, wo sie am wichtigsten sei: im Alltag von Kita und Schule.
