„Die finanziellen Mittel sind beschränkt“

Die Rüden Dillon (links) und Lucky leben seit nunmehr drei Jahren im Tierheim am Arboretum, können dort aber nicht für immer bleiben. Fotos: Tierschutzverein

Sulzbach (sa). Im Jahr 2025 hat das Tierheim am Arboretum nach Angaben des Tierschutzvereins Bad Soden/Sulzbach und Umgebung insgesamt 263 Tiere aufgenommen, 118 Hunde, 95 Katzen und 50 Kleintiere, also Kaninchen, Vögel und Meerschweinchen.

Ein neues Zuhause haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims für 101 Hunde, 62 Katzen und 11 Kleintiere gefunden. Die erkennbare Differenz zwischen Aufnahmen und Vermittlungen erklärt sich laut Tierschutzverein aus der Tatsache heraus, dass viele Fundtiere ihren Besitzern zurückgegeben werden konnten.

Bei Katzen war es in einigen Fällen so, dass die Mitarbeitenden es auf Grund des „erbärmlichen Zustands“ für besser hielten, die Tiere zu töten und somit von ihrem Leid zu erlösen. „Das ist eine fürchterliche Entscheidung, die den Mitarbeitenden des Tierheims jedes Mal das Herz bricht, weil vielen der Katzen hätte geholfen werden können, wenn nicht menschliche Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit ihr Schicksal besiegelt hätte“, schreibt der Tierschutzverein in einer Pressemitteilung.

Bei Hunden käme das seltener vor, sei aber auch nicht ausgeschlossen. Allerdings tue sich bei diesen häufig ein anderes Hindernis auf, welches den Umzug in ein neues und liebevolles „Für-immer-Zuhause“ verhindert. Sie sind in ihrem Verhalten gestört. Die im Tierheim gestrandeten Hunde tragen nach den Erfahrungen des Tierschutzvereins häufig „einen schweren Rucksack nicht verarbeiteter Erlebnisse“ mit sich. Diese Rucksäcke seien gefüllt mit ertragenen Misshandlungen, Vernachlässigungen, Hunger und bleibenden körperlichen und seelischen Schäden. „Solche Hunde fassen nur sehr langsam zu wenigen Menschen wieder Vertrauen. Viele Interessenten sind mit traumatisierten Tieren überfordert oder der Funke will einfach nicht überspringen“, berichtet der Tierschutzverein.

Wenn es nun, wie es im Sulzbacher Tierheim derzeit bei den Rüden Lucky oder Dillon der Fall ist, diese bereits im dritten Jahr das Tierheim ihr Zuhause nennen müssen, macht sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Erkenntnis breit, dass sie mit diesen sehr ans Herz gewachsenen Tieren „auch irgendwann den letzten Weg werden gehen müssen“, wie es in der Pressemitteilung heißt. „Gerade diese Hunde werden von uns allen sehr geliebt und es ist beileibe nicht so, dass hier einer froh wäre, wenn sozusagen ein nutzloser Fresser weniger wäre, wie uns manchmal gedankenlos an den Kopf geworfen wird“, erklärt Tierheimleiterin Peggy Knecht. „Es tut uns genauso weh, wie wenn man seinen eigenen Hund verliert, weil es unsere eigenen Hunde sind.“

Im Tierheim am Arboretum wird nach Angaben des Tierschutzvereins sehr viel unternommen, dass möglichst alle Tiere vermittelt werden können. Die finanziellen Mittel sind jedoch beschränkt, 2022/23 wurden die Konditionen der Gemeinden für die Fundtierverträge zum letzten Mal angepasst, trotz Inflation und somit deutlich gestiegener Tierarzt-, Gebäude- und Personalkosten. „Es ist immer nur Mängelverwaltung, was wir hier betreiben“, schimpft Therese Knoll, die Vorsitzende des Tierschutzvereins und beklagt sich, dass zu guter Letzt auch noch das Finanzamt fünf Prozent beim Umsatzsteuerausgleich für die unvermittelbaren Tiere abzieht.

Solange die Städte und Gemeinden wie Sulzbach und Eschborn nicht mehr für das Tierheim bezahlen, ist der Verein auf viele Spenden angewiesen. Wer die Arbeit des Tierheims unterstützen möchte, kann per Paypal an @TSVBadSodenSulzbach oder per Überweisung auf das Konto mit der IBAN DE95 5019 0000 0000 1638 05 helfen. „Wir sind für jede Spende dankbar“, sagt Therese Knoll.

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