Wenn Frank Sinatra zum Hessen wird

Je später der Abend wurde, desto ausgefallener wurden die Übersetzungen des Duos „Welthits auf Hessisch“, das rund 300 Sulzbacherinnen und Sulzbacher begeisterte.Foto: Heßler-Wagner

Sulzbach (jhw) – „Lila Rehsche“ statt Regenschauer – Unter unsicheren Vorzeichen fand am vergangenen Samstag das Konzert von „Welthits auf Hessisch“ im Innenhof des Bürgerzentrums „Frankfurter Hof“ statt. Bis kurz vor Beginn war es unsicher, ob das Wetter mitspielen und der Abend trocken bleiben würde. Doch es zeigte sich von seiner besten Seite und so konnten pünktlich um 19.30 Uhr die beiden Musiker und selbsternannten Stimmungslinguisten Elis C. Bihn und Tilman Birr mit ihrem Auftritt beginnen, bei dem der Name Programm ist.

Das Duo „Welthits auf Hessisch“ übersetzt bekannte Lieder mit einer ordentlichen Portion Humor ins Hessische. So wird aus „A land down under“ mal schnell „De Näh von Darmstadt“ gemacht, und aus „Macarena“ eine Ode an „Uschi Meier“. Neben Roxette, Prince (Lila Rehsche), Celine Dion und Umberto Tozzi wurde auch an die kleinen Gäste gedacht: Frei nach Metallicas „Enter Sandman“ wurde mit dem Kommen des Sandmännchens die Nacht eingeläutet. Denn wie der hessische Ministerpräsident Georg-August Zinn bereits 1950 sagte: „Hesse ist, wer Hesse sein will“. Und wer weiß, ob John Lennon, Ray Parker, die Spice Girls oder Frank Sinatra nicht viel lieber Hessen gewesen wären. Letzterer wäre sicher auch mit der Hymne „Neu-Isenburg“ zum Weltstar geworden, „der Stadt, die wo niemals schläft“.

Auch die Verpflegung stand ganz im Zeichen des Abends: Passend zur Musik konnten sich die Besucherinnen und Besucher bereits ab 18 Uhr mit hessischen Spezialitäten eindecken. Neben Brat- und Rindswürsten war insbesondere das Handkäs-Sortiment so international wie die Liederauswahl der Musiker. Neben „dem Schweden“ – mit Preiselbeermarmelade – oder „dem Italiener“ – mit frischen Tomaten und Basilikum – standen auch weitere Handkäs-Variationen wie „Der Scharfe“, „Der Edle“ oder „Der Vampir“ zur Auswahl. Für die passende Getränkeversorgung sorgte der Akkordeon-Club.

Hessisch – Die Sprache der Liebe

Das Angebot kam offenbar gut an. Gegen 18.30 Uhr waren bei angenehmen 19 Grad und trockenem Wetter bereits mehr als 100 Gäste vor Ort. Eine halbe Stunde später waren nahezu sämtliche Plätze belegt. Immer wieder wurden weitere Bierzeltbänke geholt, um dem Besucherandrang gerecht zu werden. Am Ende dürften es rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörer gewesen sein, die sich davon überzeugten, das Hessisch „die Sprache der Liebe und Poesie ist“, wie es Tilman Birr ausdrückte.

Und so ist es auch keine große Überraschung, dass in den immer frischer werdenden Abendstunden die Begeisterung nicht nachließ und der volle Innenhof zeigte, dass dieses ungewöhnliche Übersetzungsexperiment beim Publikum angekommen war: Die Welt kann man auch auf Hessisch besingen. Man muss sie nur richtig übersetzen.



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