Grüne besuchen Wohnprojekte

Vertreterinnen der Grünen schauten sich in Frankfurt und Ilbenstadt zwei genossenschaftliche Wohnprojekte an, die auch für Sulzbach ein Vorbild sein könnten.Foto: B90/Die Grünen

Sulzbach(sa). Immer wieder gab es in Sulzbach in der Vergangenheit Anfragen und Initiativen zu Mehrgenerationenwohnen und -projekten. Aktuell ist unser Wohnumfeld in der Gemeinde vor allem geprägt durch Einfamilienhäuser, Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und wenig integrativen, altersgerechten und barrierefreien Wohnraum. Diese Ausgangslage und die Frage nach solidarischen Projekten haben die Sulzbacher Grünen zum Anlass genommen, sich unter anderem das Familienzentrum „Billabong“ am Riedberg und das Ilbenstädter Projekt von Oekogeno anzusehen, das auf einem gemeindeeigenen Grundstück entstanden ist. Zur letzten Besichtigung im Juni 2026 wurden alle Fraktionen eingeladen, die erste fand bereits 2025 statt.

Am Riedberg, ebenso wie in Ilbenstadt, wurde großer Wert auf gemeinschaftliche Aktivitäten in Form von Stadtteilcafés, offenen Werkstätten und Vereinsangeboten gelegt. Dies alles dient auch der Stärkung der kommunalen Identität und des sozialen Miteinanders. Am Riedberg sind es vor allem sportliche und kreative Angebote sowie Eltern-Kind-Treffs. In Ilbenstadt gibt es eine solidarische Landwirtschaft, eine offene Fahrradwerkstatt sowie demnächst Co-Working-Spaces. Am Riedberg wurden zudem Wohnungen für Studierende geschaffen, die von der Nähe zur Universität profitieren.

Die Wohngemeinschaft Oekogeno, zu der das Projekt in Ilbenstadt gehört, ist genossenschaftlich organisiert und wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern durch eine Grundeinlage und Miete finanziert. Der Vorteil besteht dabei in zusätzlichen, im Mietpreis enthaltenen Angeboten wie Gemeinschaftsräumen, Gästewohnungen sowie der Selbstverwaltung. Für Bewohnerinnen und Bewohner mit Handicap konnten durch Förderung deutlich niedrigere Quadratmeterpreise realisiert werden. Neubauten entstanden streng ökologisch in Holzständerbauweise, historische Gebäude wurden denkmalschutzgerecht saniert. Bei gleichzeitiger Wiederbelebung des angrenzenden Parkgrundstücks ist hier ein zusätzlicher Erholungsraum mit hoher Aufenthaltsqualität für den gesamten Ort entstanden.

Hohe Lebensqualität, hohe Kosten

Nach den Begehungen ziehen die Grünen das Fazit: Das Ensemble aus Neubauten/historischen Gebäuden und Grünflächen überzeugt mit sehr guter Lebensqualität. Der Nachteil der hohen Baukosten lasse sich nicht komplett genossenschaftlich auffangen, bedürfe weiterer Förderung und spiegele sich auch im Mietdurchschnitt von 15 Euro je Quadratmeter wider. „Ein generationsübergreifendes, inklusives und für alle offenes Miteinander stellt einen erheblichen Wertzuwachs für eine Ortschaft oder einen Stadtteil dar und belebt ihn im besten Sinne. Der soziale Aspekt bedarf aber immer einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung“, heißt es in einer Mitteilung der Sulzbacher Grünen.

Solch eine Form des Bauens und Wohnens in Sulzbach zu schaffen, ist aus Sicht der Fraktion „sicher eine Herausforderung“, die sich aber lohnen würde. Wichtig sei, dass unterschiedliche Interessengruppen zusammenarbeiten. Gesamtgesellschaftlich gesehen rechneten sich solche Projekte nicht nur für die Bewohner, sondern schaffe auch für alle mehr Lebensqualität.



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