Jörg Sydow legt sein Amt nieder

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Matthias Brandt, verabschiedet Jörg Sydow aus dem Gemeindeparlament; mit dabei dessen Gattin Silke Sydow.Foto: gs

Sulzbach (red) – Nach 19 Jahren hat der Fraktionsvorsitzende der FDP sein Amt als Gemeindevertreter zum 4. Juli niedergelegt.

Von 2006 bis 2010 vertrat er noch die Interessen von Pro Sulzbach, ehe er durch die Kandidatur als fraktionsloser Bürgermeister Anteil am Wechsel des Bürgermeisters zugunsten der SPD nehmen konnte und dadurch zur FDP fand – seinen „politischen Heimathafen“, wie er selbst die Partei in seiner Abschlussrede zum Ende der 24. Sitzung der Gemeindevertretung am 3. Juli nannte. Ganze 14 Jahre lang vertrat Sydow die FDP im Gemeindeparlament. Nun verabschiedet er sich mit einem großen Dank an seine politischen Weggefährten. „Einige verweilen leider nicht mehr unter uns, dennoch bleiben sie unvergessen“, so Sydow. „Meine Hochachtung galt zum Beispiel Horst Günter von den Grünen, der mit seinen freien Reden brillierte. Oder Günter Renneisen, der als Vorsitzender der Gemeindevertretung den Zusammenhalt und die Harmonie aller Parteien bei einem Bier in der Linde forcierte. Peter Hoppe bleibt als lebendes Sulzbacher Politlexikon in Erinnerung.“ Doch auch die zielführenden gemütlichen Abende, bei denen an den Haushaltsentwürfen gefeilt wurde, bleiben ihm in Erinnerung: „Vielen Dank mit Hochachtung an Dieter und Matthias dafür.“

Doch nicht nur mit Dank, sondern auch mit mahnenden Worten verabschiedete sich der Fraktionsvorsitzende. Politik bedeute nämlich, Freiheit und Demokratie zu verteidigen. „Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, endet jedoch dort, wo die Wertigkeit und der lokale Bezug verlassen werden.“ Die Grundsätze der Demokratie und Verfassung würden nur unzureichend von Eltern oder Schulen an die Jugend vermittelt. Daraus resultiere eine starke rechte und linke Opposition beim Nachwuchs. Aus diesem Grund appellierte Sydow an die Gemeindevertreter, „diese Gruppierungen wieder von einer Demokratie der Mitte zu überzeugen“. Sie sollen für eine friedvolle Zukunft für die Kinder und für eine weitere Selbstständigkeit der Gemeinde kämpfen. „Machen Sie eine Politik, die Bürgerinitiativen überflüssig macht.“ Aus Themen wie dem Bürgerhaus und der resultierenden Spaltung der Bürgerschaft müsse gelernt werden, und die parlamentarische Demokratie müsse bürgernah gelebt werden.

Nach seinem Rücktritt übernimmt Arnim Nicklas sein Amt. Die Sulzbacher Bürger sollen die Gelegenheit erhalten, sich noch vor der kommenden Kommunalwahl ein Bild von ihm zu machen. Aber Sydow ist gut gestimmt auf seinen Nachfolger: „Als Fachanwalt und Mediator wird er die Gemeindevertretung bestimmt bereichern.“

Damit verabschiedete sich Jörg Sydow von seiner fast 20 Jahre langen Tätigkeit als Gemeindevertreter. „Ich sage nun Tschüss und wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für die Zukunft Sulzbachs.“



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