Sulzbach (sa) – „Leistung lässt sich nicht verordnen. Sie entsteht, wenn Freude, eigener Wille, Wiederholung und gute Anleitung zusammenkommen.“ Dies ist die niedergeschriebene Grundhaltung der Jugendleitung des 1. FC Sulzbach. Und dies ist auch der inhaltliche Leitfaden des Ferien-Sommercamps des Vereins, zu dem sich in diesem Jahr erneut eine Woche lang 40 Mädchen und Buben im Alter von 6 bis 14 Jahren am Ende der Sommerferien auf der Sportanlage am Eichwald trafen. Fußballspielen und vor allen Dingen Spaß haben lautete dabei das Motto für die Kinder, die mehrheitlich aus Sulzbach, aber auch aus anderen Orten des Main-Taunus-Kreises kamen.
Der Fußballtrainer Fatih Can und der Jugendleiter des 1. FC Sulzbach, Dimitrios Dimohtsidis, kennen sich seit ihrer Kindheit. Beide wohnten im selben Haus und verbrachten einen Teil ihrer Jugend miteinander. Später trennten sich ihre Wege, und in Sulzbach trafen sie sich wieder. Und in einem Gespräch entwickelte sich eine Grundidee: Kinder sollen fachlich gut ausgebildet werden, ohne dass der Spaß am Fußball durch zu frühen Leistungsdruck verloren geht. Die Feriencamps wurden deshalb in Ergänzung zum regulären Vereinstraining entwickelt und gemeinsam mit der Jugendabteilung des 1. FC Sulzbach aufgebaut.
Vier fachlich versierte Trainer mit Lizenzen kümmerten sich liebevoll um die Knirpse: Fatih Can, Artug Özbakir, Ibrahim Kokral und Gabriel Handioegten. Nach der Begrüßung am Morgen wurden vorsorglich an den heißen Tagen einige Eimer Wasser mit nach oben auf den Kunstrasen-Platz genommen. Dort wurden die Kinder je nach Alter, Entwicklungsstand und Tagesinhalt in vier bis fünf Gruppen eingeteilt und altersgerechte Aufgaben vorgegeben, denn: „Ein Kind aus der G-Jugend benötigt andere Erklärungen und Belastungen als ein Spieler aus der B-Jugend“, sagt Dimitrios Domohtsidis.
Möglichst viel am Ball sein
Wichtig war für die Organisatoren, dass die Kinder möglichst häufig selbst am Ball waren und nicht lange warten mussten. Zum Programm gehören Dribbling, Passspiel, Ballannahme und Ballmitnahme, Richtungswechsel und Torabschluss. Die Kinder sollen lernen, Räume zu erkennen, Entscheidungen zu treffen und Mitspieler einzubeziehen. Am Ende der Camp-Tage gab es Rückmeldungen. Erkenntnisse und Beobachtungen flossen dann in die Planung des nächsten Tages ein.
Dazwischen viel Trinken, viel Lachen und Gemeinsamkeit beim Mittagessen. Dafür sorgte Dimitrios Domohtsidis. Der ehrenamtlich Jugendleiter des 1. FC Sulzbach betreibt im Hauptberuf unter anderem die Gaststätte des nahe gelegenen Tennisvereins. Dort kochte er auch für die Kinder und Trainer des Fußball-Camps und brachte frische Speisen auf den Sportplatz.
Trainer Gabriel Handioegten berichtete, „dass wir mehr bieten als Fußball“. Zum Beispiel wurden die Kinder nach ihrem Lieblingsverein gefragt: „Da nannten die meisten die Frankfurter Eintracht. Und als einer Bayern München nannte, gab es Buh-Rufe.“
350 Kinder und Jugendliche kicken derzeit beim 1. FC Sulzbach von der G-Jugend bis zur B-Jugend. Das strategische Ziel – so Dimitrios Domohtsidis – sei in der Saison 2027/28 eine eigene A-Jugend in die Punktrunde zu schicken und damit eine durchgängige Nachwuchsstruktur von der G- bis zur A-Jugend aufzubauen. Das Fußball-Camp kann helfen, dieses Ziel zu erreichen. Das nächste Feriencamp ist in Sulzbach vom 5. bis 9. Oktober vorgesehen.
