Kleine Holzkirche brennt im Getümmel ab

Joachim Siebenhaar präsentiert den Grundriss der Kirche.Foto: gs

Sulzbach (gs) – Das erste Erzähl-Café im neuen Jahr stand unter dem Thema „300 Jahre evangelische Kirche in Sulzbach“. Dazu hatten der Sulzbacher Geschichtsverein und der Gemeindevorstand in den Schultheißen-Saal eingeladen. „Vor 300 Jahren wurde das heutige Kirchenschiff fertiggestellt“, begann Referent Joachim Siebenhaar seinen Vortrag, den er, wie ein Zuhörer empfand, in zwei Zeitabschnitte teilte.

Im ersten, etwas längeren Teil beschrieb der Vorsitzende des Sulzbacher Geschichtsvereins anhand von Abbildungen, Landkarten, Stichen, Dokumenten und Ordensregistern die Machtverhältnisse im mittelalterlichen Frankenreich, die Übertritte von Herrschern zum christlichen Glauben, die Missionierung und Christianisierung der Menschen, die Entstehung der Orden sowie die Konsolidierung der Kirchenorganisationen. Alles in großen Zeitsprüngen und mit ständigen Ortswechseln.

„Die Sulzbacher Kirche war ursprünglich der Mittelpunkt der Vogtei, zu der umliegende Dörfer gehörten,“ führte Joachim Siebenhaar weiter aus. Doch fortan bildeten nur Sulzbach und Soden eine gemeinsame Kirchengemeinde. 1622 brannte die kleine Holzkirche mit neuem Pfarrhaus im Schlachtengetümmel um Höchst zwischen protestantischen und kaiserlichen Truppen nieder. Sulzbach fiel an Kurmainz, blieb aber lutherisch.

Ab 1643 betreuten nur lutherische Pfarrer die Sulzbacher, die mit der vor 70 Jahren errichteten Kirche nicht zufrieden waren. Ein Grund war: Die Getreidespeicher befanden sich über dem Kirchenraum. Das störte beim Bringen und Holen der Ernte während der Gottesdienste. 1723 erreichte Pfarrer Schott gegen die Kurmainzer Behörden bauliche Änderungen. In Selbsthilfe wurden Wände der Kirche teilweise abgerissen und wieder neu aufgebaut, wie ein Grundriss von 1724 zeigt.Fortsetzung folgt in KW 11.



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