Mehr Förderungen für Sportinfrastruktur

Wiesbaden (red) – Welchen Stellenwert hat der Sport in diesen Zeiten? Warum ist er trotz vielfältiger Krisen wichtiger denn je? Und wie kann er angesichts knapper Kassen verlässlich finanziert werden? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des XXX. Sportbundtages, dem höchsten Entscheidungsgremium des Landessportbundes Hessen (lsb h). Am Samstag, 27. September, treffen sich die Delegierten aus Sportkreisen und Verbänden erneut in Wiesbaden, um die Zukunft des organisierten Sports mitzugestalten.

„Wir haben in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge einen Mitgliederrekord vermeldet. Unsere Vereine ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe und sind die wichtigste Quelle sozialen Kapitals“, betont lsb h-Präsidentin Juliane Kuhlmann und appelliert an die Landesregierung, den Sport weiterhin auskömmlich zu unterstützen.

Auch in diesem Jahr werden die Delegierten wieder über einige richtungsweisende Anträge abstimmen – und das Präsidium für die nächsten drei Jahre wählen. Eine Veränderung wird es im Bereich Finanzmanagement geben, denn der langjährige Vizepräsident Helmut Meister will sein Amt zurückgeben. Als Nachfolger kandidiert Jörn Metzler, Vorsitzender der Sportkreises Limburg-Weilburg und ehemaliger Vizepräsident des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV).

„Der Landeshaushalt bedarf eines Mittelaufwuchses, denn der finanzielle Bedarf ist enorm“, kritisiert Kuhlmann und verweist auf den Zustand der Sportstätten. „In Hessen haben wir einen Sanierungsstau von mehr als zwei Milliarden Euro.“ Außer den Entwicklungen auf Landesebene bereitet der Dachorganisation die angespannte finanzielle Lage in vielen Kommunen Sorgen. Sie sind der größte öffentliche Sportförderer, stellen aber nun ihre Förderungen verstärkt auf den Prüfstand. „Vor diesem Hintergrund ist es sehr wichtig, dass der Sport beim geplanten Bundes-Sondervermögen umfassend berücksichtigt wird“, sagt Kuhlmann und fügt hinzu: „Wir fordern das Land deshalb auf, zehn Prozent des Landesanteils in die Sportinfrastruktur zu stecken. Ohne diese Mittel werden viele Sportstätten schon sehr bald nicht mehr genutzt werden können. Das Sondervermögen sollte über das Fördermanagement des Sportministeriums verwaltet werden.“



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