Sulzbach (gs) – Das Experiment „Popmusik & Kirche“, das über 120 Musikfreunde in der evangelischen Kirche am Platz an der Linde erleben wollten, wurde mit voller Begeisterung aufgenommen. Denn das Konzert auf der Sulzbacher Orgel stand ja unter dem bizarren Motto „Abba, Queen und Harry Potter“. Und Michael Schütz, Komponist, Organist, Pianist und Dozent, sorgte für neue Klänge auf der „Königin der Instrumente“. Dazu hatte der Kirchenmusiker aus Berlin 15 Musikstücke von weltbekannten Bands und Titelmelodien erfolgreicher Filmproduktionen mitgebracht.
„Ihre Orgel hat diese Töne bestimmt noch nicht gehört“, mutmaßte Michael Schütz und startet relativ verhalten mit „Thank You For The Music“ von Abba, zog aber dann bei „SOS“ und „Dancing Queen“ schon die ersten passenden Tonregister und legte auch an Lautstärke zu, um mit dem mächtigen Klangvolumen den Original-Hits möglichst nahe zu kommen. „Schade, dass die Orgel kein Schlagzeug und keine E-Gitarre hat“, sagte der Interpret. „Wir probieren es trotzdem. Summen oder singen Sie mit!“ Zwischen den Stücken erläuterte er seine Intensionen und gab Erklärungen zu den Komponisten und den ausgewählten Stücken.
„Popmusik zeichnet sich durch ein differenziertes Klangbild aus“, erklärte der Beauftragte für Popularmusik und spielte weiter mit Freddie Mercury-Titeln, darunter „Bohemian Rhapsody“ und „We Are The Champions“ sowie den Beatles-Hits „Hey Jude“ von Paul McCartney und John Lennons „Imagine“. Natürlich durfte auch klassische Filmmusik nicht fehlen. Der Melodienblock umfasste fünf Main-Themes, darunter James Bonds „Goldfinger“, Hedwigs „Harry Potter“ und „He’s A Pirate“ aus „Pirates of the Caribbean“ von Klaus Badelt (2003). Das Finale mit „Music Was My First Love“, jazzig moduliert und mit Glissandi (einem raschen Fingergleiten über alle Tasten) bereichert, war ein hochkarätiger Ausklang.
Nach dem Schlussapplaus sagte der Vollblut-Organist sympathisch aufmunternd: „Ich komme runter, damit Sie auf Augenhöhe applaudieren können.“ Später plauderte er im Pfarrhof mit den Besuchern über seine musikalischen Experimente. Zu dem ungewöhnlichen Konzert hatte der „Freundeskreis für Kirchenmusik in Sulzbach“ eingeladen.
