Der Sulzbach soll wieder naturnäher werden

So naturnah soll der Sulzbach in Zukunft im Bereich der Straße „Am Gänssteg“ verlaufen. Ein direkter Zugang zum Bach soll dort möglich werden. MS/Grafik: BGS Wasser

Eine der problematischsten Stellen bei Hochwasser ist die Brücke der Bahnstraße über den Sulzbach. Entgegen früheren Überlegungen soll sie jetzt jedoch nicht neu gebaut werden.Foto: Schlosser

Sulzbach (MS) – Die Gemeinde Sulzbach will die Planungen für den Hochwasserschutz entlang des Sulzbachs vorantreiben. Der Planungs- und Bauausschuss hat im Juni die Entwurfsplanung für die Gewässerentwicklung und den Hochwasserschutz einstimmig beschlossen. Damit kann der Gemeindevorstand nun die Genehmigungsplanung in Auftrag geben sowie die erforderlichen Genehmigungen und Fördermittel beantragen. Erst danach können die Umsetzung vorbereitet und die Bauleistungen ausgeschrieben werden.

Das Hochwasserschutzkonzept beschäftigt die Gemeinde bereits seit mehreren Jahren. Eine erste Vorplanung wurde 2020 vorgestellt. Inzwischen haben Fachplaner die hydraulischen Berechnungen vertieft, naturschutzrechtliche Vorgaben eingearbeitet und die Planung mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Nach Auffassung des beauftragten Ingenieurbüros und des Gemeindevorstands liegt nun die wirtschaftlich und fachlich sinnvollste Lösung vor.

Ziel des Projekts ist es, den Sulzbach bei Starkregen leistungsfähiger zu machen und gleichzeitig ökologisch aufzuwerten. Vorgesehen sind unter anderem Veränderungen am Gewässerverlauf, zusätzliche Retentionsflächen und Maßnahmen zur Verbesserung des Wasserabflusses. Darüber hinaus soll sich der Bach naturnäher entwickeln. Nach Angaben der Gemeinde verbessert das Konzept zugleich die Aufenthaltsqualität entlang des Gewässers. Denn der Sulzbach wird vor allem im Bereich des Heinrich-Kleber-Parks sein Aussehen deutlich verändern. Statt wie bisher in einem geraden Kanal durch den Park zu fließen, soll er in Zukunft durch die Anlage mäandern und insgesamt breiter werden.

Noch naturnaher soll der Bach unterhalb Bahnstraße werden. Dort sollen Totholz, Kiesbänke und Findlinge eingebracht werden und der Bach auch zugänglich sein, so dass zum Beispiel Kinder dort spielen können.

Neue Brücke im Park

Zum Maßnahmenpaket gehört auch der Neubau der Brücke im Heinrich-Kleber-Park. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, eine Konstruktion mit einem Belag aus glasfaserverstärktem Kunststoff zu bevorzugen. Über die Gestaltung des Geländers soll noch entschieden werden. Nach den Vorstellungen des Gemeindevorstands soll die Brücke langlebig, verkehrssicher und wartungsarm sein und sich zugleich in das Umfeld des Parks einfügen.

Die markante Brücke ist jedoch nicht das einzige Bauwerk, das im Zuge des verbesserten Hochwasserschutzes erneuert werden soll. Der Plan empfiehlt, insgesamt vier Fußgänger- und Radfahrbrücken sowie die Brücke am Oberliederbacher Weg zu erneuern. Als entbehrlich wird dagegen ein Neubau der Brücke an der Bahnstraße angesehen.

Das alles wird nicht billig. Die Kostenschätzung für die Maßnahmen am Sulzbach selbst geht von rund 3,75 Millionen Euro aus, von denen die Gemeinde voraussichtlich 1,8 Millionen Euro stemmen muss. Inklusive der Brücken und bei einer ungünstigen Preisentwicklung am Bau könnten am Ende aber auch Gesamtkosten von 5 bis 6 Millionen Euro stehen. Mit einem Baubeginn in naher Zukunft ist daher noch nicht zu rechnen. Zunächst müssen die Genehmigungen vorliegen und Fördermittel bewilligt werden. Erst anschließend kann die Gemeinde die Arbeiten ausschreiben.

Ein Teil des Hochwasserschutzkonzepts ist allerdings bereits umgesetzt: Die Schutzwand in der Straße „Am Klippelgarten“ wurde als vorgezogene Maßnahme schon fertiggestellt, da es dort in der Vergangenheit immer wieder zu Überschwemmungen gekommen war.

Aufmacher

Weitere Artikelbilder



X