Sulzbach trauert um Hilde Mirwald

Kurz vor ihrem 98. Geburtstag ist am Montag Hilde Mirwald verstorben.Archivfoto: gs

Sulzbach (MS) – Mit Hilde Mirwald ist am Montag eine Sulzbacherin verstorben, die über viele Jahrzehnte eng mit dem Leben in der Gemeinde verbunden war. Sie starb im Alter von 97 Jahren. Hilde Mirwald engagierte sich bei den Landfrauen und gehörte zu den Mitbegründerinnen des Akkordeon-Clubs. Vielen galt sie zudem als eine wichtige Zeitzeugin der Sulzbacher Ortsgeschichte.

Geboren wurde Hilde Mirwald am 10. Oktober 1928 als Hilde Hardt. Sie wuchs als Tochter des Gärtners Heinrich Hardt in der Hauptstraße 37 mitten in Sulzbach auf. Später arbeitete sie viele Jahre in der Gärtnerei und im Blumenladen der Familie. Dadurch kannte sie praktisch jeden und jede im Ort.

Ihre Erinnerungen reichten weit zurück. Als Kind begleitete sie ihren Vater bei Einkäufen für die Gärtnerei nach Frankfurt und erlebte so noch die Altstadt vor ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. In Erinnerung blieben ihr auch die Luftangriffe und die Nächte im Luftschutzkeller. Noch bis vor kurzem erzählte sie von dieser Zeit. Ihr Wissen über Sulzbach war auch beim Geschichtsverein gefragt. Wenn auf alten Fotografien Personen bestimmt oder Begebenheiten aus früheren Jahrzehnten geklärt werden sollten, konnte Hilde Mirwald häufig weiterhelfen. Deshalb wurde sie mitunter als „lebendes lokales Geschichtsbuch“ bezeichnet.

Einen großen Teil ihres ehrenamtlichen Engagements widmete sie den Sulzbacher Landfrauen. Von 1986 bis 2014 war sie dort 28 Jahre lang für die Pressearbeit verantwortlich. Anfangs schrieb sie ihre Berichte noch mit der Hand und brachte sie selbst in die Redaktion des „Sulzbacher Anzeigers“. Darüber hinaus führte sie bei Veranstaltungen durch das Programm und berichtete bei Dia-Abenden über die Aktivitäten des Vereins.

Auch das Schreiben von Reimen gehörte zu ihren Talenten. Zahlreiche Ereignisse bei den Landfrauen hielt sie auf diese Weise fest. Für ihr langjähriges Engagement erhielt Hilde Mirwald den Ehrenbrief des Landes Hessen. Bei der damaligen Ehrung beschrieb die zweite Vorsitzende des Landfrauenvereins, Hella Ewald, sie als „die kleine Frau mit der großen Ausstrahlung“.

Auch dem Akkordeon-Club war Hilde Mirwald über Jahrzehnte verbunden. Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen des Vereins. Eine weitere Verbindung bestand zur Sulzbacher Fassenacht. Ihr Mann Josef Mirwald und die Söhne Walter und Roland engagierten sich dort. In den 60er- und 70er-Jahren stammten auch manche Reime und Einfälle von Hilde Mirwald. Sohn Walter, der fast 40 Jahre als Sitzungspräsident der TSG aktiv war, setzte die Freude am Reimen fort.

Bis ins hohe Alter blieb Hilde Mirwald am Geschehen in Sulzbach und darüber hinaus interessiert. Noch mit 95 Jahren lebte sie allein in ihrem Reihenhaus in der Bahnstraße, kochte regelmäßig selbst und kümmerte sich gerne um ihren Garten. Nun ist Hilde Mirwald wenige Tage vor ihrem 98. Geburtstag verstorben.



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