Weniger Geld von der Landeskirche

Die meisten Gebäude des Ensembles der Evangelischen Kirchengemeinde am Platz an der Linde erhalten auch in Zukunft Zuschüsse von der Landeskirche.Foto: Archiv

Sulzbach(MS). Die Evangelische Kirchengemeinde muss in Zukunft mit weniger Geld für ihr Gemeindehaus am Platz an der Linde auskommen. Ende Mai hat die Synode des Dekanats Kronberg, zu dem auch Sulzbach gehört, den sogenannten „Gebäudebedarfs und Entwicklungsplan“ verabschiedet. Dieser regelt auch für den Nachbarschaftsraum 5, den Sulzbach zusammen mit Bad Soden, Neuenhain und Liederbach bildet, welche Gebäude in Zukunft gebraucht werden und welche nicht.

Nach den Vorgaben der Landeskirche wurden die Gebäude dabei in verschiedene Kategorien eingeteilt. Während Gebäude der Kategorie A wie bisher volle Zuweisungen erhalten, bekommen Gebäude der Kategorie B Zuweisungen in geringerer Höhe. Gebäude der Kategorie C erhalten ab dem Jahr 2027 gar kein Geld der Landeskirche mehr und müssen durch die Gemeinden und Nachbarschaftsräume selbst getragen werden. „Das bedeutet, dass bei den letztgenannten Gebäuden die Fragen von Nutzungserhalt und Nutzungsveränderung neben Alternativen der Finanzierung im Vordergrund stehen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Dekanats Kronberg. Sprich: Wenn die Gemeinden diese Gebäude nicht mehr mit eigenen Mitteln unterhalten können, müssen sie abgerissen, verkauft oder vermietet werden.

Den meisten Gebäuden im Ensemble der Evangelischen Gemeinde am Platz an der Linde bleibt dieses Schicksal erspart. Nur die Mietwohnungen auf dem Gelände und das Gebäude mit der Hausnummer 5 wurden in die Kategorie C eingeordnet. Das Gemeindehaus, in dem die meisten Veranstaltungen der Kirchengemeinde stattfinden hat ein „B“ bekommen und kann daher weiter genutzt werden, auch wenn es ab Januar weniger Geld von der Landeskirche geben wird.

Keine Veränderungen wird es bei der Kirche selbst, beim historischen Pfarrhaus und beim Bürotrakt geben, die alle in der Kategorie A eingestuft wurden. Das Pfarrbüro bleibt auf jeden Fall erhalten, soll es doch der Verwaltungsstandort des Nachbarschaftsraums werden.

Andere Gemeinden im Nachbarschaftsraum und im gesamten Dekanat traf es deutlich härter als Sulzbach. Einige müssen gar um ihre Existenz fürchten, wenn ab dem kommenden Jahr kein einziges Gebäude mehr von der Landeskirche bezuschusst wird.

Hintergrund des „Gebäudebedarfs und Entwicklungsplans“ ist, dass die Landeskirche im Rahmen des Zukunftsprozesses „ekhn2030“ den Gebäudebestand wegen sinkender Gemeindegliederzahlen und damit auch zurückgehender Kirchensteuereinnahmen an den tatsächlichen Bedarf und die wirtschaftlichen Möglichkeiten anpassen will. Allein im Dekanat Kronberg unterhält die evangelische Kirche 142 Gebäude, die zusammen einen Normalherstellungswert von 92 Millionen Euro haben. Die Immobilien haben 7.057 Quadratmeter sakrale Flächen in Kirchen und 5.798 Quadratmeter profane Flächen in den Gemeindehäusern. Die Landeskirche will den Gebäudebestand um 20 bis 25 Prozent reduzieren. 54 Gebäude im Dekanat Kronberg haben daher ein „C“ erhalten, 26 ein „B“. „Ziel ist ein verschlankter Immobilienbestand mit attraktiven Gebäuden, die nachhaltig finanziell und ehrenamtlich personell bewältigt werden können und das evangelische Profil in der Nachbarschaft, der Region und im Dekanat stärken“, schreibt das Dekanat Kronberg in der Pressemitteilung zum Beschluss der Synode.

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