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Königsgucker

Nicht nur das Königsteiner Forum beschäftigt sich in diesem Jahr mit den Menschenrechten, sie gehören auch in den Alltag eines jeden persönlich. Besonderen Wert erhalten sie, wenn der Familienrat tagt, doch da kam es kürzlich zu einer üblen Zwickmühle: die unveräußerlichen Werte des Homo sapiens sapiens gerieten in direkten Konflikt mit der heiligen Demokratie.

Hintergrund: Innerhalb der „Balkonien-Phase“ der Ferien war das Versprechen der Eltern aufgelaufen, ins Schwimmbad zu gehen – nicht grundlos, es hatte einige kühle, regnerische Tage gegeben. Angesichts eines drohenden weiteren Museumsbesuches drang nun die mehrköpfige Jugend auf athenische Basisdemokratie und forderte eine Abstimmung ohne doppelte Stimmen für Vorsitzende des Gremiums oder ähnlichen „Politbeschiss“, wie sie sich ausdrückte, nicht ohne an die Möglichkeiten einer „außerparlamentarischen Opposition“ zu erinnern (weiß der Henker, wo die Lümmels das wieder aufgeschnappt haben, vermutlich ist irgend ein Lehrer doch noch bei der DKP und nicht von der Terrorfahndung nach Guantanamo geschickt worden).

Obwohl ein leises Geräusch, das sich etwa wie „Grmpf“ anhörte, aus Richtung der Mutter zu vernehmen war, die bekanntermaßen schon bei Sonnenschein nicht wirklich gerne zum Schwimmen ging, schritt man zur Abstimmung (offen und in einem Wahlgang). Das Ergebnis war erwartungsgemäß eindeutig, obwohl der beide Parteien liebende Ehemann und Vater von seinem Recht zur Enthaltung Gebrauch gemacht hatte.

Einzig die Frage der konkreten Umsetzung stand nun noch offen, wobei unter ungünstigsten Umständen mit einem Mama-Exit für diesen Tag zu rechnen war (was ökonomisch durchaus keinen Schaden angerichtet hätte, aber hier ging es ja um die weichen Faktoren der Haus-Wirtschaft).

Die klärenden Worte, wenn auch von der Frau in Führungsposition später höchst unromantisch als „Totschlag-Argument“ abqualifiziert, fand schließlich der voll emanzipierte Patriarch: „Schatz, Du bist ein freier Mensch und kannst auch heute tun, was Du willst“, nickte er seiner Gemahlin zu. Und hätte er es dabei bewenden lassen und nicht hinzugefügt „aber Deine Kinder, die Du so liebst, wollen alle ins Schwimmbad“, wäre er später im Nichtschwimmerbecken bestimmt nicht ganz so oft „ertunkt“ worden, weder von der wunderschönen Meerjungfrau, die zauberhafter Weise genau wusste, wo seine kitzligen Stellen sind, noch von ihrem schuppigen, blaulippigen Quallen-Gefolge.

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