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Königsgucker

Es ist schon einige Jahre her, da hat der Königsgucker überhaupt nicht gut ausgesehen... Es begab sich aber zu der Zeit, als es in Königstein noch städtische Ferienfreizeiten gegeben hat. Die gut 40 Teilnehmer im Alter zwischen zehn und 13 Jahren amüsierten sich über zwei ihrer Betreuer, die jeweils einen beachtlichen „Brathähnchenfriedhof“ über der Gürtellinie vor sich her trugen. Eine Vernehmung der ewig Kichernden brachte dies eines Nachts ans Licht und auch die daraus resultierende Frage, wer von den beiden denn nun mehr Gewicht auf die Waage bringen würde.

Eine Antwort darauf interessierte tatsächlich auch die beiden Jugendleiter und so wurde eines Mittags, als noch eine knappe Stunde im Tagesprogramm gefüllt werden musste, die Auflösung des Rätsels anberaumt. Nach einer großen Versammlung mit Vorstellung der Kandidaten und der Einrichtung eines Wettbüros zog die ganze Gruppe schließlich auf den beliebten, ganz aus Holz gestalteten Abenteuerspielplatz hinter der Herberge. Dort bestiegen die beiden Kontrahenten todesmutig die Wippe, in der sicheren Erwartung, dass die Physik nun eine unwiderlegbare Antwort auf die ach so interessante Problematik liefern werde.

Allein, die Rechnung war ohne Einbeziehung des Zufalls gemacht worden, man könnte auch sagen, dass nicht alle möglichen Fakten in die Konzeption des im Übrigen nach allen Regeln der empirischen Forschung angelegten Experimentes eingeflossen waren. Wie auch immer – die Wippe brach in der Mitte entzwei, bevor sich einer der Kandidaten merklich in die Höhe heben konnte, des Rätsels Lösung steht bis heute offen und die Wette wurde natürlich zu Ungunsten der Bank storniert.

Die wissenschaftliche Auswertung allerdings übernahm der Hausmeister, dem das Missgeschick alsbald gebeichtet wurde: „Mit den beiden Fettsäcken musste das ja passieren, das hätte ich auch vorher sagen können.“ Allerdings verfügte der unstudierte Fachmann auch über Geheimwissen, das er nun breit grinsend (und kostensenkend) offenbarte: „Das Holz ist nach fast 20 Jahren ziemlich marode, im Herbst wird der Spielplatz komplett erneuert.“

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