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Königsgucker

Dass Justitia aus Gründen der Gerechtigkeit blind ist, mag ja durchaus ein Vorteil sein, die völlige Gefühllosigkeit, mit der die Waagendame nun aber ein Urteil zum Thema Reiserücktrittsversicherung gefällt hat, traf den Königsgucker so sehr, dass er diesmal über seine üblichen Grenzen in und um Königstein hinaus geht.

Wohlgemerkt orientieren sich Richter stets an Gesetzen, die sie in der Regel nicht gemacht haben, aber dahinter stehen immer wieder Juristen, ob in der Politik oder im Vertragsrecht. Ohne daher nun dem betreffenden Gericht hier einen Schwarzen Peter zustecken zu wollen, ergeht das Stoßgebet an Justitia in ihrer vollen Gesamtheit: Wie konntest Du nur!

Da werden Reise-Gerichte mit Schadenersatzforderungen wegen kaltem Frühstück und warmen Kellnern blockiert, doch wenn eine frisch zur Witwe gewordene Frau die gemeinsam mit ihrem Mann geplante Reise absagen will, soll das kein Grund für ein Eintreten der Reiserücktrittsversicherung sein? Da vergeht einem doch glatt die Lust auf ferne Länder – ob man dafür Schmerzensgeld einklagen kann von dem verursachenden Gericht oder den schuldigen Gesetzgebern? Doch vermutlich sind die gerade damit beschäftigt, ihre Pläne für die Zeit als rüstige Pensionäre zu ändern oder die direkte Enterbung durch ältere Familienangehörige abzuwenden.

Liebe Vertreter von Versicherungswirtschaft, Recht und Gesetz: Hier muss dringend nachgebessert werden! Und Du, liebe Justitia, erinnerst Dich bitte daran, mit wem Du dich da oben anlegst, wenn Du Dich über einfachste Grundsätze der Nächstenliebe hinwegsetzt – deren Verteidiger hat nämlich nicht ohne Grund einmal gesagt, dass er neben sich keine anderen Götter duldet.

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