MTV-Läufer Thomas Schiller geht für krebskranke Kinder an den Start

Thomas Schiller nach erfolgreicher Teilnahme eines Marathons in Athen. Foto: privat

Kronberg (mw) – „Eigentlich müsste ich das Diktiergerät mitnehmen“, hat Thomas Schiller schon öfters nach einem seiner beinahe täglichen Übungsläufen gedacht. „Wenn ich zwei bis drei Stunden durch den Wald laufe, kann ich mich nicht nur wunderbar entspannen, sondern es kommen mir auch die besten Ideen.“ Trotzdem ist er von dem Gedanken wieder abgekommen, schließlich ist Laufen sein Ausgleich zum Beruf. Thomas Schiller ist bei Accenture für die Haustechnik zuständig und deutschlandweit für den Support der Mitarbeiter, angefangen vom Kabel, über ihren Computer bis zum Handy. Er kann sich noch gut an die spannende Bauzeit der Accenture-Zentrale in Kronberg Süd erinnnern – in der er mit seinen Teams verantwortlich für die komplette IT-Planung vor Ort war. In diese Zeit fällt auch der Beginn seiner ganz persönlichen Laufkarriere. Wer kennt das nicht: Eigentlich hat man gerne und viel Sport in seiner Jugend gemacht, auch im Studium war noch Zeit dafür, aber über die Jahre im Beruf scheint der Sport plötzlich ganz vergessen. So erging es jedenfalls Thomas Schiller, wie er erzählt. Bis der 48-jährige Magdeburger, der direkt nach Abschluss seines Studiums nach der Wende bei Accenture anfing, und im Taunus eine zweite Heimat fand, unruhig wurde. „So kann es nicht weitergehen“, dachte er, „irgendwas muss ich machen“. Der erste Versuch, mit einem Kollegen durch den Eichwald zu laufen, missglückte allerdings. „5 Kilometer war das Längste, was ging.“ Da waren 50-, 60- ja 70-Jährige ohne Probleme schneller und vor allem viel weiter unterwegs. Doch Thomas Schiller hatte der Ehrgeiz gepackt. So schnell wollte er nicht aufgeben und fing an, kontinuierlich zu laufen, bis er 1998 seinen ersten Marathon (41,195 Kilometer) – wenn auch mit Gehpausen in Frankfurt in 4:38:19 Stunden bewältigte.

Inzwischen läuft er vier bis fünf Mal die Woche und hat an insgesamt 28 Marathonläufen auf der ganzen Welt teilgenommen. Zunächst ist er stolz, seine Zeiten auf dreieinhalb Stunden verbessern zu können. Um sich selbst zu motivieren, meldet er sich zu ganz unterschiedlichen Läufen an: in den USA, in Südamerika, Afrika. „Mein heimliches Ziel ist wohl, irgendwann in allen Kontinenten einmal gelaufen zu sein“, erzählt er augenzwinkernd. Inzwischen fehlen eigentlich auch nur noch die Antarktis und Ausstralien. „Das ist aber natürlich auch eine Geld- und Zeitfrage“, so Schiller. „Vielleicht gelingt mir das einmal, auch dort an einem Marathon teilzunehmen, wenn ich nicht mehr arbeite.“

Neben dem Spaßfaktor, „einfach nur ins Ziel zu kommen“, hält ihn immer auch der Ehrgeiz am Laufen, nachdem er gemerkt hat, dass er sich immer noch zeitlich verbessern kann. Durch Zufall ist der Schwalbacher zur MTV-Laufgruppe dazugestoßen und teilt jetzt seine Leidenschaft beim regelmäßigen Training 15 weiteren Leistungsläufern. „Es ist toll zu spüren, dass man auch jetzt noch, wieder etwas älter, noch Leistung bringen kann“, sagt er. Das Training hat ihn noch einmal nach vorne katapultiert: „Nach einem Jahr in der Gruppe ist es mir gelungen, unter drei Stunden zu laufen“, erzählt er stolz. Wenn das keine Motivation ist, um sich zum nächsten Marathon gleich anzumelden! Privat stößt sein mitunter zeitraubendes Hobby glücklicherweise auf viel Verständnis, da seine Lebensgefährtin der gleichen Leidenschaft frönt. Weniger Verständnis, was an der ständigen Lauferei ihrer Eltern so toll sein soll, findet die 14-jährige Tochter, wie Schiller verrät, aber vielleicht muss sich auch einer in der Familie einmal gemütlich zurücklehnen können. Thomas Schiller entspannt sich jedoch lieber beim Laufen, als auf der Couch, und ist so diszipliniert, dass er sogar einmal in der Woche zur Arbeit joggt, statt das Auto zu nutzen. „Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Laufens an frischer Luft ist auch, dass ich tatsächlich kaum noch eine Erkältung bekomme.“ Er fühlt sich einfach rundum wohl. Im Hause Accenture kann er in den Arbeitspausen durch Yoga einen weiteren inneren Ausgleich schaffen. „Ich für meinen Teil habe erkannt, es geht mir wirklich sehr gut.“ Auch wenn ein Beinbruch 2002 für ihn eine harte Zeit der „Lauf-Abstinenz“ bedeutete. Schiller weiß, es gibt viel schlimmere Schicksalsschläge im Leben – zum Beispiel, wenn Kinder gegen eine so schlimme Krankheit wie den Krebs ankämpfen müssen. Für ihn ein Beweggrund, sich ein neues Ziel zu stecken: Und so hat er sich entschieden, im Mai 2014 seinen ersten größeren Ultralauf über 72,7 Kilometer auf dem Rennsteig in Thüringen zu laufen, bei dem zusätzliche 1.400 Höhenmeter zu bewältigen sind und diesen Lauf mit einer Benefizaktion zu Gunsten krebskranker Kinder in Frankfurt zu kombinieren. „Gut 355 Euro sind bereits eingegangen“, sagt Schiller, der zuversichtlich ist, dass er mit entsprechender Bekanntmachung seiner Spendenaktion sein Ziel, 1.000 Euro für den Verein krebskranke Kinder zu erlaufen, erreichen kann – ja, vielleicht sogar bis zum Mai nochmal aufstocken kann. Mögliche Ausreden, nicht zu laufen, gibt es für ihn nun nicht mehr, denn das neue ehrgeizige Ziel ist gesteckt und deshalb dreht sich im Hause Schiller alles um die bestmögliche Vorbereitung dafür. Schließlich gilt es, mal eben über 30 Kilometer mehr als gewohnt zu laufen und das lässt sich nur über stetiges und sich steigerndes Training bewältigen. „Hoffentlich gibt es dieses Jahr keinen Winter mit viel Schnee und Eis bis in den April hinein“, macht er sich Sorgen, dann wird es mit der Vorbereitung richtig schwierig. Vor drei Wochen war er in Bad Arolsen in Nordhessen beim Adventsmarathon „unterwegs“ und hat unter 200 „Finishern“ den sechsten Platz gemacht – gut in Form ist er also und vor allem mit großer Freude und Motivation dabei, um mit seinem Durchhaltevermögen beim nächsten großen Lauf anderen, die gerade nicht auf der glücklichen Seite des Lebens stehen, wenigstens finanzielle Unterstützung geben zu können.

Wer Thomas Schiller und damit den Verein krebskranke Kinder in Frankfurt unterstützen möchte, kann das am besten über www.kinderkrebs-frankfurt.de/spenden/anlass-spenden?hptitle=thomas-has-a... gerne machen. Wer sich im Internet nicht auskennt, der kann ihn auch unter 0175-5766509 anrufen. „Ich helfe dann gerne und natürlich erscheint im Internet auch der Namen des Spenders, wenn gewünscht. Ich komm auch gern im Umkreis Kronberg zu den Leuten und hole das Geld ab.“ Als dritte Alternative ist aber die Überweisung folgendermaßen möglich: Hilfe Krebskranke Kinder Frankfurt e.V., Frankfurter Sparkasse, Kontonummer: 620050, BLZ: 50050201, Verwendungszweck: „Thomas Schiller Aktion“

„Am 17. Mai 2014 möchte ich nach 72,7 Kilometern gesund ins Ziel laufen mit dem guten Gefühl mit meiner Spendensumme Kindern geholfen zu haben, die um ihre Gesundheit kämpfen. Ich freue mich über jeden Betrag!“ ruft Schiller auf, ihn zu unterstützen.

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