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(S)TÜRMisches

Laut einer gerade veröffentlichten Studie, dem „World Happiness Report“, sind die Norweger das glücklichste Volk der Welt, gefolgt von Dänemark und Island. Finnland landet hinter der Schweiz auf Platz fünf und auch Schweden schafft es noch unter die Top Ten.

Das kann ja kein Zufall sein! Welches Geheimnis verbirgt sich hinter dieser nordischen Glückskonzentration? Allgemeinhin denkt man ja eher, monatelange Dunkelheit und Kälte, kurze Sommer führten eher zu flächendeckenden Depressionen, die sich wiederum in gesteigertem Alkoholkonsum sowie dem Verfassen grässlich-blutrünstigster Kriminalromane niederschlagen.

Weit gefehlt, während wir Unzufriedenen auf Platz 16 herumdümpeln, erfahren wir, dass die meisten Norweger keine großen Sorgen haben. Und das wahrscheinlich nicht nur, weil sie in einer gerechteren Gesellschaft mit einem gut ausgebauten Wohlfahrtssystem und relativem Wohlstand leben, sondern weil sie sich an vermeintlich kleinen Dingen des Lebens wirklich erfreuen können. Nämlich an Dingen, die jeglicher Materialität entbehren, der Natur, der Verbundenheit innerhalb der Familie und des Freundeskreises, dem Glück, ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Die Identifikation über materiellen Wohlstand findet dort offenbar nicht oder zumindest nicht in dem Maße wie hierzulande statt; die Menschen, haben sie einen Level erreicht, sind zufrieden und streben nicht nach mehr. Lebensqualität ist ihnen wichtiger. Ein weiterer Faktor zum Glück ist sicherlich die Tatsache, dass unsere nordischen Nachbarn nicht nur der Polizei, der Regierung, sondern auch einander wesentlich mehr Vertrauen entgegenbringen, als wir das tun. Über 75 Prozent der Norweger sind der Meinung, dass den meisten Menschen zu trauen ist, so die Studie.

Tja, warum geht uns diese Tiefenentspanntheit ab? Man könnte bei uns tatsächlich von einer kollektiven Unruhe sprechen. Der Direktor des Philosophischen Seminars der Universität Kiel, Ralf Konersmann, hat kürzlich ein ganzes Buch über dieses Phänomen geschrieben: „Die Unruhe der Welt“ heißt es, und fragt, warum die in der Antike angestrebte Seelenruhe längst von der Unruhe abgelöst worden ist.

„Ständig müssen wir Grenzen überschreiten, und zwar im wörtlichen und übertragenen Sinn. Wir wollen immer mehr und immer etwas anderes, wir sehnen uns nach Abwechslung, Veränderung und Fortschritt“, so Konersmann.

Ein Hamsterrad, aus dem wir nicht mehr aussteigen können.

Oder vielleicht doch? In winzigen täglichen Schritten? Da ist diese Jahreszeit doch wie dafür geschaffen. Drücken Sie den Resetbutton, halten Sie Ihre Nase in die Frühlingssonne und durchforsten Sie Ihre To-do-Listen nach nordischer Manier!

Viel Glück wünscht Ihnen dabei,

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