Glosse Hochtaunus

Ursel: Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium....

Philipp: Du bist ja schon ganz auf Europa eingestimmt, Ursel. Wir dürfen doch erst am Sonntag wählen.

Fritz: Wenn ich nur wüsste, wen ich wählen soll. Was war das früher einfach. Da war man Landgraf von Geburt an.

Ursel: Da musst du doch gar nicht lange nachdenken. Wenn du Europa willst wie ich, dann kommen einige Parteien ja gar nicht infrage. Wie angenehm ist das Reisen von einem Land ins andere geworden. Als ich damals von der Bretagne durch die Schweiz nach Rom gepilgert bin, gab’s nichts als Scherereien an den Grenzen. Und immer eine andere Währung.

Fritz: Schweizer Franken müsstest du ja immer noch tauschen – ob mit oder ohne Europa.

Philipp: Denk doch mal ans Telefonieren. Dank der EU ist es heute egal, ob ich von Friedrichsdorf aus dich, Fritz, in Bad Homburg anrufe oder unsere französischen Freunde in Houilles.

Ursel: Könnte ich auch unseren Orscheler Ehrenbürger Andrew Lloyd in Rushmoor zum Inlandstarif anrufen – trotz Brexit?

Fritz: Mach dir keine Sorgen, den Brexit erleben wir sowieso nicht mehr. Die auf ihrer Insel wollen doch genauso wenig wie wir auf den guten Champagner aus Frankreich, den köstlichen Parmaschinken aus Italien und die Mozartkugeln aus Österreich verzichten.

Philipp: Europa muss allein deswegen schon bleiben, damit wir unseren Houiller Platz nicht umbenennen müssen.

Ursel: Und wir unseren Rushmoor-Park.

Fritz: Und wir erstmal. Was soll denn aus dem Europakreisel werden?

Philipp: Europa macht das Leben wirklich einfacher und angenehmer und sorgt dafür, dass man immer wieder mal herzhaft lachen kann.

Ursel: Oder ungläubig den Kopf schütteln. Denkt doch nur mal an die Vorschrift zum Krümmungsgrad der Gurke und die Pizza-Verordnung, die Durchmesser und Dicke regelt.

Fritz: Na dann hoffen wir mal, dass der Stift in der Wahlkabine nicht zu krumm, nicht zu dick und nicht zu lang ist, damit wir unser Kreuzchen an der richtigen Stelle machen.

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