Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
(S)TÜRMisches

Ich gestehe: Als Stubenhocker und Couch-Potato, laut Duden jemand, der „so bewegungslos rumhängt wie ein Sack Kartoffeln“, trifft mich das Gebot der Stunde „zuhause bleiben“ nicht ganz so hart: Endlich mal faul sein dürfen, den ganzen Tag ohne schlechtes Gewissen frühstücken, kein Tanz- oder Sportstudio ruft, auch kein Verein und kein einziges Konzert weit und breit - alles zu, das Hamsterrad steht still. Cocooning ist angesagt. Zu meiner Verteidigung sei angemerkt, dass ich zwar faul bin, aber weder Junk-Food noch Chips „bewegungslos“ in mich reinschaufele und Spaziergänge bei Sonnenschein sehr genieße, gerade jetzt, solange es noch geht. Die Vögel balzen, bauen Nester und legen Eier wie eh und je – die scheren unsere Probleme nicht, für sie geht das Leben weiter.

Die Küche ist in Krisenzeiten nicht der schlechteste Ort: Der Ort daheim, der mit vielen Leckereien und einem vollen Kühlschrank Trost und Genuss verspricht. Hier mussten besonders Frauen schon immer erfinderisch sein, um „viele Mäuler zu stopfen“, wie meine Großmutter sich ausdrückte. So suche auch ich mein Glück derweil am Herd und trainiere das Kochen in Krisenzeiten: Eine echte Herausforderung so ganz ohne saisonale i-Tüpfelchen wie Zucchiniblüten, frischer Spargel, Bärlauch oder Rhabarber – denn die Ernte könnte ohne ausländische Erntehelfer problematisch werden. So denke ich über einfache, schlichte Rezepte nach, die man aus den eigenen proppevollen (!) Vorratsregalen bestreiten kann – aus Dosen und Dauerwurst, aus Pasta und Hülsenfrüchten. Hamsterkäufe sind asozial, die Botschaft ist angekommen und dennoch sind die Nudel-Regale leer gefegt. Ich frage mich, was die Leute im Hausarrest - pardon Home-Office - so kochen (und dabei so viel Klopapier verbrauchen)? Nudeln mit Ketchup etwa? Das klingt für mich nach bitterer Not oder ist es nur mangelnde Fantasie? Darf ich Ihnen deshalb heute mein liebstes Krisenrezept vorschlagen? Man brate gehackte Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl (steht hoffentlich auf der nächsten Einkaufs-Liste) an und vermische sie mit Dosentomaten und in Ringe geschnittener Chilischote (eine reicht!), lasse die Sauce 30 Minuten köcheln und kröne sie mit frischen Basilikumblättern und viel frisch geriebenem Parmesan, dazu reiche man „al dente“ gekochte Pasta – oder Nudeln – alles erlaubt! Das ist lecker, gesund (außerdem vegan!) und macht glücklicher als kaltes Ketchup über Nudeln zu kippen. Für Kinder übrigens ein Riesenspaß mit Festessen und guter Laune. Ich tue das auch, um mich abzulenken. Ich gestehe: Ich mache mir große Sorgen um die Zukunft und habe Angst um meine Mitmenschen und um die Welt, in der wir leben – um Zustände wie in Italien. Bis vor Kurzem haben die Menschen noch auf dem Corona-Vulkan getanzt – Virologen fielen in Ohnmacht! Jetzt hat die Natur zurückgeschlagen und trifft uns im Nerv. Zu unserem Glück steht uns eine Technik zur Verfügung, die Menschen mit Video-Konferenzen und FaceTime-Anrufen miteinander und mit der Welt verbindet. Etwas Gutes hat das Corona-Cocooning: die vielen neuen Erdenbürger, die in neun Monaten das Licht der Welt erblicken. Das Leben geht weiter...

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

Anzeige


X