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(S)TÜRMisches

Kronberg und seine Flüchtlinge – was war das für eine Erfolgsgeschichte!

Hans-Willi Schmidt nahm in gewohnter Manier, eine glückliche Mischung aus Empathie, Pragmatismus und der seltenen Gabe, Menschen für eine Idee zu begeistern, die Zügel in die Hand und stellte in kürzester Zeit ein Team freiwilliger Helfer zusammen, die ein Café auf die Beine stellten, Deutsch-Unterricht gaben, eine gut sortierte Kleiderkammer stemmten, Behördengänge begleiteten und für die Kinder Ausflüge in den Zoo und auf Spielplätze organisierten. Man kannte sich, diese Menschen, die so viel durchgemacht hatten, gehörten zum Stadtbild, man grüßte sich. Die ersten Anerkannten fanden Jobs und ab und zu klappte es dank toleranter Vermieter sogar, eine Wohnung zu finden.

Natürlich war nicht immer eitel Sonnenschein, es gab immer mal wieder Probleme, aber Stadt und Flüchtlingshilfe zogen an einem Strang und man fand immer eine Lösung.

Und jetzt? Jetzt schlagen sich die Stadtverordneten im Rathaus die Köpfe ein.Warum? Weil für den Anfang 2017 mit großer Mehrheit beschlossenen Bau einer Unterkunft im Grünen Weg der Kreis anderthalb Jahre lang seine Unterschrift hinauszögerte, bis es angeblich keinen Bedarf mehr an einer solchen Einrichtung gab. Doch den gibt es jetzt, spätestens seit der Kreis festgestellt hat, dass die Containersiedlung unterhalb der AKS marode ist und in naher Zukunft geräumt werden muss. Lediglich 30 anerkannte Flüchtlinge, für deren Unterbringung übrigens die Stadt zuständig ist, dürfen bis August nächsten Jahres dort bleiben. Außerdem soll das religionspädagogische Zentrum, in dem 60 Personen leben, in naher Zukunft verkauft werden. Mit Sicherheit gibt es eine Halbwertzeit für Containerbauten, offenbar war dies dem Kreis nicht bekannt oder man dachte, bis dahin sind die Flüchtlinge längst woanders untergebracht. Klar, welche Behörde denkt schon voraus? Manche Probleme erledigen sich durchaus durch Aussitzen. Aber hier geht es um Menschen! Wenn die 30 nächstes Jahr ausziehen müssen, wohin sollen sie dann? Voraussichtlich werden sie in umliegende Gemeinden verteilt. Das klingt nachvollziehbar, ist aber menschlich eine Katastrophe: Die Kinder werden zwangsläufig aus ihren Schulen und Kitas genommen, die Eltern verlieren ihre hier geknüpften Kontakte, kurz, sie stehen wieder vor einem kompletten Neuanfang. Auch für die vielen Helfer ist dies sehr demotivierend. So sieht das auch das sogenannte Viererbündnis aus SPD, FDP, Grünen und UBG – Gott sei Dank! Eine parteienübergreifende Initiative, die per Dringlichkeitsantrag das Bauvorhaben Grüner Weg gegen die Stimmen der CDU und KfB auf den Weg gebracht hat. Wenn alles gut geht – und das weiß man leider nie mit Gewissheit – könnte der Bau bis Ende nächsten Jahres stehen.

Die 2,3 Millionen Baukosten stehen längst im Haushalt, sie müssten nur aufgestockt werden, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph König: „Wir dürfen uns nicht wieder aus der Verantwortung stehlen.“ Schade, dass es keinen Konsens in dieser Sache gibt, dass CDU und KfB nicht nur einen belegbaren Bedarf negieren, sondern auch mit populistischen Argumenten versuchen ,eine vorausschauende, menschliche Politik zu torpedieren, bedauert

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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