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(S)TÜRMisches

Männerclubs sind nicht mehr zeitgemäß, das dämmert uns Frauen ja so allmählich. Männern eher nicht. Sie sind überall vertreten, die Herren, die lieber mit ihresgleichen verhandeln und anschließend ein Bier trinken gehen. Frauen haben bei dem Geklüngel, vereinstechnisch, politisch und wirtschaftlich nur selten etwas zu suchen, geschweige denn, was zu sagen. Sie dürfen wie in guten alten Zeiten das Mikro anreichen oder die Mettbrötchen und sollen dabei möglichst hübsch anzusehen sein, versteht sich! Alte und Hässliche? Nee, da nimmt MANN lieber Abstand. Es geht ja schließlich darum, sich prächtig und einzigartig zu fühlen, wie in der Tierwelt, sozusagen als Lohn aller Anstrengung. So lange Frauen da mitwuseln, sich in der zweiten Reihe einfinden und mit gefälligem devoten Lächeln dienen, obwohl ihnen doch bei manchem schlecht gekleideten dickbäuchigen Herren das Lachen vergehen müsste, wird sich nichts ändern – und den Männern ein Wohlgefallen! Amen. Gar nicht schlecht, wenn jetzt Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die auch für die Gleichstellung von Männern und Frauen (Moment, da war doch noch was!) zuständig ist, nun endlich eine verbindliche Quote einführen will. Anders werden Männer wohl den Kuchen der Glückseligkeit niemals teilen. Frauen können doch auch Krümel essen. Also im Klartext: Eine (!) Frau muss es mindestens sein im Vorstand von Börsenunternehmen. Gut gebrüllt und definitiv zeitgemäß! Alle anderen Unternehmen machen sowieso einfach weiter so und wundern sich, dass da, oh Wunder, gar keine Nachfolger mehr nachkommen. Wie wäre es denn mal mit gut ausgebildeten Frauen, wenn Söhne und andere männliche Kandidaten einfach keinen Bock haben? Oh sorry, stimmt, die könnten ja schwanger werden... Aber ganz ehrlich, viele Frauen stehen tagtäglich ihren „Mann“ und bewältigen Kinder, Haushalt und ihren Job plus eisenharte Sporttrainings für den Traumbody – wenn auch nicht ganz so spielerisch wie es immer (in der Werbung) aussieht. Wenn sich diese Superfrauen dann bei ihrer „besseren“ (!) Hälfte beschweren, werden sie prompt gegen eine Jüngere ausgetauscht, oder heute, voll im Trend, gegen Sexpuppen, die halten nämlich meistens den Mund. Männer wollen halt entspannte und willige Frauen, die wie eh und je Suppe kochen und ihren Göttergatten anhimmeln und verwöhnen und keine hysterischen „Alten“, die an ihrem Lack kratzen. Übrigens:150 Frauen jährlich überleben das „häusliche Glück“ nicht, sie werden von ihren Partnern ermordet – in Deutschland. Damit sind nicht nur Ehrenmorde gemeint: Zwei Drittel der Täter sind Deutsche.

Bald ist wieder Weltfrauentag, genau am 8. März, ein Sonntag. Wie wäre es mal mit einem sonntäglichen Generalstreik der Frauen? Da sähe die Welt für einen Tag übel aus. Hungrig, ungetröstet, einsam müssten sich die Herren der Schöpfung – und deren Kinder – durchs Leben quälen. Nicht alle Männer sind rücksichtslos, Ausnahmen bestätigen die Regel, und die sind uns am liebsten.

Nochmal: Reine Männerclubs sind wie Raucherkneipen, ein gemütliches Refugium zwar, wo man sich verstanden fühlt, aber sie sind weder Antwort noch Wertschätzung für die Hälfte der Bevölkerung. Es geht um die kollektive Aufwertung der Frauen, möglichst rasch, wenn nötig qua Gesetz, bevor diese Spezies ausgestorben ist, denn nur sie garantiert unser aller Überleben.

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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