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(S)TÜRMisches

Süßer die Kassen nicht klingeln, als zu der Weihnachtszeit. Wer nicht weiß, was er seinen Liebsten schenken soll, steht gerade in diesen Wochen so richtig unter Stress. Das Rezept „SOS“ – Schlips, Oberhemd, Socken – für Ehemann oder Vater ist nicht gerade originell, aber immerhin etwas, was er vielleicht brauchen kann und ein Geschenk, über das er sich möglicherweise sogar freut. Wer noch kleine oder auch etwas größere Kinder hat, lässt sie jetzt Wunschzettel schreiben. Was allerdings erfahrungsgemäß Wünsche eher weckt als sie aufs wirklich Wesentliche zu reduzieren. Wenn unter dem Weihnachtsbaum dann etwas von der manchmal recht umfangreichen Liste fehlt, kann das beim verwöhntem Nachwuchs schon mal zu Enttäuschung oder gar Wuttränen führen. Kauf- und Versandhäuser, Möbel- und Haushaltsgeschäfte, Lebensmittelketten und Baumärkte überschlagen sich in ihren Werbebroschüren derzeit geradezu mit Geschenkideen und Angeboten, was man seinen Freunden und Verwandten auf den Gabentisch legen sollte. Sogar mein Stromanbieter, von dem ich dieser Tage einen Adventskalender zugeschickt bekam, vermerkte auf der Rückseite Geschenkvorschläge für Vater, Mutter, Ehepartner und Kinder. Und da las ich zu meiner Verwunderung als Geschenkidee für Mutter einen Wassersprudler. Wie praktisch! Und rücksichtsvoll! Da muss sie beim Einkauf für ihre Familie nicht mehr schwere Getränkekästen schleppen. Aber ob sie sich über dieses Geschenk wirklich von Herzen freuen würde, bezweifle ich sehr. Meiner Mutter wäre als Weihnachtsgeschenk ganz bestimmt eine Flasche edlen Weins lieber gewesen, zumal sie Sprudelwasser überhaupt nicht schätzte.

Allerdings fiel mir bei dem Geschenkvorschlag wieder eine längst vergessen geglaubte Jugendsünde ein: Als Schulkind habe ich meiner Mutter zu Weihnachten einmal eine Bratpfanne geschenkt. Und ich weiß auch noch, dass ich ziemlich enttäuscht über ihre Reaktion war – weit entfernt von ehrlicher Freude, was ich heute aus einigen Jahrzehnten Distanz nur zu gut verstehen kann. Sie war zwar eine hervorragende und leidenschaftliche Köchin, aber bei der Bratpfanne als Weihnachtsgeschenk hatte ihre Leidenschaft dann doch ein Ende. Eine Freundin erzählte mir in diesem Zusammenhang von einer Kollegin, die jedes Jahr zu Weihnachten weitere Teile des Silberbestecks geschenkt bekam.

Als Geschenk auch nicht gerade sonderlich originell. Und als die Ehe scheiterte, hat ihr Mann vermutlich die Hälfte des Silberbestecks für sich reklamiert.

Ich bin sehr froh, dass wir in meiner Familie die weihnachtlichen Pflichtgeschenke bereits vor Jahren abgeschafft haben. So kann ich die Adventszeit genießen, ohne mir den Kopf zu zermartern, wem ich was kaufen soll – oder besser muss. Und wenn mir dennoch ein passendes Geschenk einfällt, kann ich es trotzdem besorgen, nicht als Pflichtübung, sondern als Kür.

Ist das nicht viel schöner, fragt Sie da

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