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(S)TÜRMisches

Man kennt diese Filme: Vier Angel-Freunde brechen auf, um die Asche ihres verstorbenen Freundes irgendwo an einem malerischen See zu verstreuen, aus dem der Verblichene einst den dicksten Karpfen ihrer gemeinsamen Angelgeschichte gezogen hatte. Das klingt irgendwie schön und nimmt dem Tod seine düstere Endgültigkeit, der- oder diejenige sind nun dort, wo sie nach ihrem Tod gerne sein wollten. Leider ist diese Vorgehensweise in unserem Land, in dem es bekanntermaßen für alle Lebenslagen, und ja eben auch für danach, bestimmte Regeln und Gesetze gibt, nicht möglich. Eigentlich ....

Zum besseren Verständnis, es gibt da zwei Begriffe: Den Beisetzungszwang, das heißt, dass die sterblichen Überreste eines Menschen beigesetzt werden müssen, und den Friedhofszwang, der besagt, dass dies auf einem Friedhof zu geschehen hat. Handelt es sich um eine Erdbestattung, verstehen sich die vorgenannten Regeln von selbst. Gänzlich anders ist die Lage jedoch nach einer Feuerbestattung: Asche ermöglicht vollkommen unterschiedliche Arten der Bestattung. Asche kann auf hoher See verstreut, unter Bäumen oder in anonymen Urnenhainen beigesetzt werden, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt; aber eben nicht unter privater Regie. Und obwohl Leichnam und Asche zwei grundverschiedene Dinge sind, unterliegen sie beide dem Beisetzungs- und Friedhofszwang!

Damit wollen sich aber viele Bürger nicht mehr abfinden, und natürlich gibt es Möglichkeiten, diesem Zwang auszuweichen, nämlich über das Ausland, wo mittlerweile eine „Schattenwirtschaft für deutsche Totenasche entstanden ist“, so der Rechts-Professor der Uni Bonn, Tade Spranger. In der Schweiz und in den Niederlanden dürfen Angehörige selbst über den Verbleib der Asche ihrer Lieben bestimmen, ja sie können sie sogar bei sich zu Hause aufbewahren, wenn ihnen der Sinn danach steht. Letzteres erscheint sicher manchem sehr makaber, aber wenn es dem Hinterbliebenen die Trauerarbeit erleichtert, warum nicht? So denken mittlerweile nicht wenige, die in das Geschäft mit der Trauer involviert sind und ihren Kunden sozusagen den letzten Wunsch unter Umgehung der Gesetze und Vorschriften erfüllen möchten. „Auch wenn es illegal ist, was wir machen“, sagt ein Bestatter, „es ist immer auf Wunsch der Angehörigen, immer im Sinne der Trauer.“

Was gibt es schließlich Persönlicheres als das Sterben und warum bevormundet der Staat seine Bürger selbst in diesem intimsten Moment ihres Lebens? Befürchtet er einen Run; etwa Aschewolken, die den Himmel verdunkeln? Als einziges Bundesland erlaubte übrigens Bremen im Jahre 2015 das Verstreuen von Asche unter strikten Auflagen – immerhin. Und was passierte? Kaum hundert Anträge gingen in den ersten Jahren ein.

Was also spricht dagegen, sich deutschlandweit dem Bremer Modell anzunähern? Möglicherweise befürchten die Kommunen einen Rückgang ihrer Friedhofseinnahmen? Das ist kaum nachvollziehbar, denn wenn sich dieser Trend langfristig durchsetzen würde, was durchaus fraglich erscheint, entfielen ja dann auch die Kosten für den nicht unerheblichen Pflegeaufwand der letzten Ruhestätten. Das findet jedenfalls

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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