(S)TÜRMisches

Kennen Sie Olf? Nein, nicht Alf den Außerirdischen mit der rauchigen Stimme, der gerne die eine oder andere Katze verspeiste, der ist nicht gemeint, sondern Olf.

Dies ist eine Maßeinheit für Geruch oder sagen wir besser für Gestank! Der Mensch ist in der Lage, 10.000 unterschiedliche Gerüche wahrzunehmen; das kann praktisch sein, wenn etwa die Milch anbrennt, herrlich, wenn nach einem öden langen Winter im Frühling die ersten und schönsten Blütendüfte unsere Nasen betören oder geradezu grauenhaft, wenn na ja, verkneifen wir uns diese Aufzählung von Unappetitlichkeiten lieber ...

Bei der Maßeinheit Olf handelt es sich um „die Geruchsbelastung, die von einem Normmenschen (erwachsene Person mit einem Hygienestandard von 0,7 Duschbädern pro Tag, täglich frische Wäsche, 1,8 Quadratmetern Hautoberfläche (??), sitzende Tätigkeit) ausgeht. Fragt sich allerdings, ob der Normmensch Deo benutzt, welches ja heutzutage mit einer Haltbarkeit von bis zu 48 Stunden wirbt? Und, oder Fußspray und was sonst noch so alles auf dem Markt feilgeboten wird, um unerwünschte Gerüche welcher Körperregion auch immer zu unterbinden. Doch zurück zu Olf. Diese Werte ermittelt eine geschulte Testperson – arme Sau – indem diese beispielsweise die Geruchsintensität einer drei Tage alten Wandersocke mit einer genormten Geruchsquelle (Socke des Normmenschen) vergleicht. Demnach verströmt zum Beispiel ein zwölfjähriges Kind zwei Olf, ein Athlet hingegen dreißig Olf, fünf mehr als ein Raucher. An dieser Stelle muss allerdings gesagt werden, dass es durchaus nicht wenige Menschen gibt, die bei strengen Gerüchen ganz wuschig werden. Einer Untersuchung der Kulturanthropologin Ingelore Ebberfeld ergab, dass sich immerhin die Hälfte der Befragten vom Körpergeruch des Partners erotisch angezogen fühlen! Doch das nur nebenbei. Interessant wäre es dagegen zu wissen, wie viel Olf einer durchschnittlichen menschlichen Nase zuzumuten sind, ähnlich den Dezibel, und ob ein Taxifahrer, die Kollegen im Großraumbüro oder wer auch immer diese Grenze überschreitet zum Dauerduschen und der Benutzung eines Deos gezwungen werden darf?

Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass es einem portugiesischen Forscherteam nun gelungen sein soll, Baumwolle so zu modifizieren, dass ein T-Shirt nach dem schweißtreibenden Workout nicht muffelt, sondern einen dezenten Zitronenduft verströmt. Dieser erfreuliche Effekt potenziert sich übrigens, je mehr man schwitzt! Wollen wir das wirklich? Als mobiles Duftbäumchen durch die Gegend laufen, bar unseres charakteristischen Geruchs – der ja übrigens auch angenehm sein kann? Es gilt zu befürchten, dass es nicht beim Zitrusduft bleibt und wir am Ende des Tages nur noch künstlichen Duftaromen ausgesetzt sind, ein Zustand, den sich nicht wenige Menschen bereits heute in ihren vier Wänden mit Hilfe von Raumsprays, Duftkalendern & Co verschaffen.

Dann doch lieber manchmal einen ehrlichen Schweißgeruch flachatmen. Wie schrieb einst Napoleon seiner Geliebten Josephine so schön: „Wasche Dich nicht, komme in drei Tagen!!!“

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