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(S)TÜRMisches

In diesen, an guten Nachrichten armen Zeiten, will ich Ihnen eine schöne Geschichte erzählen, die ich vor einigen Tagen in der Süddeutschen Zeitung entdeckt habe. Netzaffine Menschen kennen sie womöglich bereits, da sie wohl sehr häufig „geliked“ wurde!!

Sie handelt von dem französischen Bäckermeister Stéphane Ravacley aus Besancon und seinem Lehrling Laye Fodé Traoré. Letzterer stammt ursprünglich aus Guinea und kam im September 2019 als unbegleiteter Flüchtling nach Frankreich, wo er zunächst Schutz bis zur Volljährigkeit erhielt. Eine Hilfsvereinigung brachte ihn in einem Wohnheim unter.

„Er gehörte zu all diesen Jungen, die mit einem Schlauchboot hier landeten“, erzählt Ravacley. „Sie suchten Arbeit und ich suchte einen Lehrling. Wir haben zwei Testmonate vereinbart und es hat gut funktioniert. Sein Lehrling sei diskret, immer freundlich und spreche nie schlecht über andere. Er brauche ihn, denn es sei sehr schwer, Auszubildende in der Bäckerszunft zu finden, deren Arbeitstag mitten in der Nacht beginnt.

Laye Fodé Traoré war glücklich, einfach nur jeden Tag in der Backstube zu stehen, Baguettes, Croissants und Rosinenschnecken zu formen, in den Ofen zu schieben und knusprig gebacken wieder herauszuholen. So weit, so gut.

Anfang Januar sollte es damit plötzlich vorbei sein, da Laye nun volljährig geworden war, begründeten die französischen Behörden seine bevorstehende Abschiebung in sein Heimatland. Laye und sein Chef waren verzweifelt, und so griff Stéphane Ravacley zu einem eher unüblichen Mittel, um seinem Lehrling zu helfen: Er trat am 3. Januar in einen Hungerstreik, ernährte sich fortan nur noch von klarer Brühe. Damit weckte er natürlich die Aufmerksamkeit der Medien und sozialen Netzwerke. Als er nach einem Schwächeanfall in die Notaufnahme eingeliefert werden musste, wuchs die öffentliche Sorge um ihn. Einem offenen Brief der Europapolitikers Raphael Glucksmann an Präsident Emmanuel Macron schlossen sich etliche Politiker und Prominente an, vom Sozialistenchef Olivier Faure, über den Umweltaktivisten Nicolas Hulot bis zu dem Schauspieler Omar Sy (Sie kennen ihn aus dem wunderbaren Film „Ziemlich beste Freunde“). O-Ton: „Sie können nicht gleichgültig bleiben gegenüber der Tatsache, dass ein französischer Bürger seine Gesundheit in Gefahr bringt, um die humanistischen Prinzipien zu verteidigen – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – , die auf den Giebeln unserer Rathäuser stehen.“

Mit Erfolg! Die zuständige Präfektur änderte ihre Meinung und händigte Laye Fodé Traoré aufgrund „seiner vorbildlichen Integrationsleistungen“ eine Aufenthaltsgenehmigung aus. „Das ist eine Riesenfreude, ein echter Sieg“, jubelte der Bäckermeister und dankte den über 242.000 Menschen, die eine Petition für den Verbleib von Laye unterzeichnet hatten, darunter viele Kunden seiner Bäckerei „La Huche à Pain“ (Der Brotkasten) im Zentrum der ostfranzösischen Stadt. „Jungen wie er sind unsere Zukunft!“

Laye Fodé Traoré liebt seinen Beruf. „Ich mag Croissants und Brot, und früh aufzustehen macht mir nichts aus.“

Ende gut, alles gut!

Ein kleiner Lichtblick, der einen beschwingt in den Tag starten lässt, findet

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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