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(S)TÜRMisches

Die abscheulichen Zustände in Deutschlands Ställen und Schlachthöfen sind beim kritischen Teil der Bevölkerung schon seit vielen Jahren ein Thema, das von der Politik bisher dauerhaft ignoriert wurde. Corona aber hat die Probleme so klar gemacht, dass nicht einmal die Ministerin für Landwirtschaft die Augen mehr davor verschließen kann, obwohl sie darin Meisterin ist. Sie ersetzt nämlich jede sinnvolle Entscheidung konsequent durch ihr breites Lächeln und das Wörtchen „Freiwilligkeit“. Zum Glück dürfte das in absehbarer Zeit ein Ende haben, nur leider nicht, solange sie den Posten besetzt. Angesichts der inzwischen unübersehbaren Folgen ihrer Politik hat sie wieder mal die Lobbyisten zu Gesprächen eingeladen und kam erwartungsgemäß zu dem Schluss, die grausame Tierhaltung noch ein paar Jahre so zu lassen wie sie ist. Küken dürfen noch länger geschreddert, Ferkel weiter ohne Betäubung kastriert werden, und die armen Sauen müssen auch noch lange in ihren engen Kastenständen dahin vegetieren. Gedüngt wird weiterhin üppig mit Chemikalien, die Tausende von Insekten ausrotten und auch sonst unabsehbare Folgen haben. Dass nun auch noch ein ehemaliger SPD-Minister für eine weitere Schweinerei gesorgt hat, indem er gegen viel Geld während der ersten Monate mit Corona ausgerechnet einen der reichsten Tierschinder „beraten“ hat, schlägt dem Fass den Boden aus!

Aber Landwirtschaft und Tierhaltung sollten schließlich ein Thema für Europa sein, und da käme die deutsche EU-Ratspräsidentschaft für ein halbes Jahr gerade recht. Angela Merkel ist ja Kummer gewohnt und hat sich als überaus krisenfest erwiesen, und Krisen gibt es gerade wieder in Hülle und Fülle. Man kann nur hoffen, dass mit der vereinten Frauenpower von Merkel und von der Leyen wenigstens ein paar davon gewuppt werden. Zum Beispiel das Thema Klimaschutz, das aufgrund der Dramatik des weltweit tobenden Virus irgendwie vom Radar verschwunden ist. Wie sonst konnte es möglich sein, dass als Enddatum für den deutschen Kohleausstieg plötzlich das Jahr 2038 aus dem Hut gezaubert wurde, obwohl Deutschland seine vollmundig zugesagten Verpflichtungen aus dem Klimaabkommen von Paris bereits 2030 erfüllt haben sollte? Wie absurd ist es, die reichen Kohlekonzerne mit Milliarden fürs Abschalten zu belohnen und gleichzeitig ein neues Kohlekraftwerk an den Start gehen zu lassen, obwohl Kohle nur noch 20 Prozent zur Stromerzeugung beiträgt? Diese Milliarden wären ja wohl viel besser für eine echte Energiewende eingesetzt worden, aber das Handeln von Politikern ist für Otto Normalverbraucher eben oft überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. Das kann man am besten an den beiden Wahnsinnigen in Washington und in Brasilien sehen, die trotz zigtausender Corona Toten und Millionen von Arbeitslosen immer noch behaupten, das sei in ihren Ländern alles nicht so schlimm. Deutschland dagegen wird für sein vorbildliches Krisenmanagement in der Coronakrise auch international bewundert, und das könnte doch ein gutes Vorzeichen für den Vorsitz der EU Ratspräsidentschaft sein.

Das hofft jedenfalls

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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