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(S)TÜRMisches

Eigentlich wollte ich mich heute dem Thema Auflösung des Flügels der AfD widmen... solange die Partei die Mitglieder dieser „Bewegung“, allen voran Herrn Höcke, nicht aus der Partei ausschließt, ziemlich sinnlos. Tja, eigentlich... Aber in diesen Zeiten erscheinen alle Themen außerhalb von Corona irrelevant und nichtig. Mittlerweile ist der komplette Alltag – der ja längst keiner mehr ist – von den Auswirkungen der Pandemie besetzt.

Corona ist einfach überall angekommen. In der Familie wird in einigen Wochen ein Baby auf die Welt kommen. Darf der Vater mit zur Geburt, wird die Hebamme hoffentlich bis dahin gesund bleiben und ja, ich werde mein zweites Enkelkind wohl nur via Skype zu sehen bekommen. Natürlich ist das sehr traurig, aber dennoch Klagen auf hohem Niveau. Die in der Vergangenheit von unzähligen psychologischen Ratgebern so häufig gepriesene Entschleunigung mag für die einen zwar neu, aber nicht unbedingt negativ sein, während sie für eine Vielzahl der Menschen eine fast nicht zu bewältigende Herausforderung darstellt. Man möchte sich gar nicht vorstellen, was in Familien, die schon vor Corona am Limit gelebt haben, jetzt los ist. Keine Taktung, keine Struktur, Schulkinder, die Hilfe benötigen, Kleinkinder, die „nerven“. Welche Aggressionen sich Bahn brechen, wenn wirtschaftliche Not und Zwangskasernierung zusammentreffen. Noch dürfen zwar alle raus, aber wohin, wenn alle Spielplätze geschlossen sind? Wer ein Auto hat, kann „aufs Land“ fahren, klar, aber in Familien, in denen diese Art der Freizeitbeschäftigung nie zur Debatte stand, wird dies auch jetzt keine Option sein. Stattdessen Fernsehen und Computerspiele. Als vor etwa einer Woche die Arche ihre Einrichtungen schließen musste, war eine verzweifelte Mutter zu hören, die nicht einmal wusste, wie sie das nun wegfallende tägliche Mittagessen – oft die einzige vernünftige Mahlzeit des Tages für ihre drei Kinder – ersetzen solle. Von der Beschäftigung und Betreuung der Kinder ganz zu schweigen. Nicht ohne Grund ist das Thema häusliche Gewalt in fast jeder Stellungnahme der Regierung ein Thema. Die Frauenhäuser, die schon in Normalzeiten überfüllt sind, befürchten jetzt einen erhöhten Andrang, dem sie dann angesichts in Quarantäne geschickter Mitarbeiter nicht mehr Herr werden könnten. Das ließ sich übrigens auch in China während der Ausgangssperre beobachten, allein in der Quarantäne-Stadt Wuhan soll sich die Gewalt gegen Frauen und Kinder verdreifacht haben. Auch Weihnachten ist so eine Art Ausnahmezustand, wo die Zahlen häuslicher Gewalt erfahrungsgemäß zunehmen. Nur sind jetzt die Rahmenbedingungen denkbar schlechter und die Hygiene-Regeln und Abstandsempfehlungen in der Enge eines Frauenhauses nicht einzuhalten. Sobald der erste Corona-Fall in einer dieser Einrichtungen gemeldet werden wird, könnte das eine allgemeine Schließungswelle zur Folge haben.

Familienministerin Franziska Giffey erklärte, im Sozialschutz-Hilfspaket der Bundesregierung seien auch Instrumente zur Unterstützung der Frauenhäuser enthalten. Beispielsweise solle eine kurzfristige Anmietung von Hotels und Ferienwohnungen für von Gewalt betroffene Frauen geprüft werden. Vielleicht wird diese Pandemie dazu führen, dass die Wahrnehmung des Themas und damit die staatliche Unterstützung dieser Einrichtungen dem allgemeinen Bedarf endlich gerecht wird.

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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