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(S)TÜRMisches

Mit dem Thema „Gender“ werden wir ja derzeit überall konfrontiert. Ganze Themenabende gibt es dazu im Fernsehen mit Beiträgen, in denen sich die Fachleute eloquent und ausführlich darüber streiten, ob man beim korrekten Schreiben lieber Sternchen benutzen oder mitten im Wort das i von -innen groß schreiben soll. Ich halte es da lieber mit der altmodischen Art, liebe Leserinnen und Leser! An das Wort „Gästin“, das es inzwischen sogar in den Duden geschafft haben soll, habe ich mich inzwischen – fast – gewöhnt. Aber der Gender-Blödsinn treibt manchmal wirklich seltsame Blüten. Meine Schwester bekam kürzlich ein Schreiben ihres Sportvereins mit der Anrede: Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder. Eher in die Rubrik Satire würde ich dagegen die Anrede im Kasperletheater „Liebe Kinder und Kinderinnen“ einordnen.

Aber die Stilblüte, die ich dieser Tage in einer Kolumne im Spiegel entdeckte, will ich ihnen, liebe Leserinnen und Leser, doch nicht vorenthalten. Es ging um ein ernstes Thema: Missbrauch in der katholischen Kirche und das Gutachten, das der Kölner Kardinal Woelki bei Anwälten bestellt hatte, seit Fertigstellung jedoch unter Verschluss hält. Der Spiegel-Kolumnist wählte für seinen umfangreichen Artikel einen Stil, den er offensichtlich für humorvoll hält und mokierte sich ausführlich über den Artikel eines Kollegen in „Christ und Welt“, der „Wochenzeitung für Glaube, Geist und Gesellschaft“, den er genüsslich zerpflückte. Dass der Kardinal zu Weihnachten verkündete, er entschuldige sich, verführte ihn dann zu dieser Formulierung, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte und daher wörtlich (zur Tatsache Entschuldigung) zitiere:

„Na ja, nicht so direkt und nicht so, wie es ,Bild‘ für weihnachtlich angemessen gehalten hätte, also mittels tränenüberströmten Herumrutschens auf den Fliesen des Doms plus Selbstgeißelung. Er entschuldigte sich dafür, dass die Schafe und Schafinnen seines Sprengels unter allerlei Vorwürfen leiden mussten, die auch gegen ihn, den Kardinal, erhoben wurden.“

Den zweiten dieser beiden Sätze muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. „Schafe und Schafinnen“, das setzt der Genderei wahrhaftig die Krone auf. Ich habe mich im Internet gleich einmal schlaugemacht: „Schaf Substantiv, Neutrum [das], mittelgroßes Säugetier mit dickem, wolligem Fell und beim männlichen Tier oft großen, gewundenen Hörnern, das als Wolle, Fleisch, auch Milch lieferndes Nutztier gehalten wird.“ Und bei Wikipedia: „Das Hausschaf, kurz auch Schaf, ist die domestizierte Form des Mufflons. Es spielt in der Geschichte der Menschheit eine bedeutende Rolle als Milch-, Lammfleisch- beziehungsweise Hammelfleisch-, Woll- und Schaffelllieferant. Wissenschaftlicher Name: Ovis aries. Das männliche Tier nennt man Bock oder Widder, das weibliche wird als Mutterschaf, Au, Aue oder Zibbe bezeichnet.“

Den Begriff „Schafin“ habe ich allerdings nirgends finden können, aber diese Wortschöpfung hat mir inzwischen schon Anlass zu höchst vergnüglichen Diskussionen im Familien- und Freundeskreis geliefert. Versuchen Sie es doch auch mal, er setzt ungeahnte Bereiche der Fantasie frei.

Da hat der Spiegel-Kolumnist wohl einen Bock geschossen und die Genderei einmal zu weit gedreht, amüsiert sich

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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