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(S)TÜRMisches

Was kann es Schöneres geben als eine gelungene Überraschung? Ich werde nie das zunächst ungläubig-staunende, dann vor unbändiger Freude strahlende Gesicht eines Freundes vergessen, dem seine Familie und alle Freunde zum 30. Geburtstag sein Traumauto schenkten. Na ja, ganz hatten sie die Finanzierung doch nicht auf die Beine stellen können, einen Teil der Kaufsumme stotterte er im Laufe der kommenden Monate bei der Familie ab. Aber seiner überschäumenden Freude tat das keinen Abbruch, hatte er sich doch genau dieses Auto, allerdings in einer anderen Farbe, selbst kaufen wollen, hatte dann aber Abstand genommen, weil es Mängel hatte. Familie und Freunde, alle hatten von der Überraschung gewusst und geschwiegen. Toll! Dafür wurden sie aber auch belohnt, denn so glücklich wie in diesem Moment hatten sie ihren Freund noch nie zuvor erlebt.

Eine sehr viel kleinere Überraschung hatte sich dieser Tage meine Schwester ausgedacht. Sie spielt leidenschaftlich gerne Bridge, mit ihren Partnerinnen derzeit coronabedingt zuhause am Computer. Die aufwendige Organisation des Spiels und die zahlreichen Telefonate im Vorfeld übernimmt eine ihrer Freundinnen. Bei ihr wollte sie sich in Absprache mit den beiden anderen Mitspielerinnen und natürlich auch in deren Namen mit einer sehr guten Flasche Wein und einer lustigen Karte mit netten Worten bedanken. Doch als sie nach halbstündiger Fahrt in die Nachbarstadt dort an der Haustür der Koordinatorin klingelte und sich schon in Vorfreude ihr überraschtes Gesicht vorstellte, öffnete stattdessen der Ehemann und meinte trocken: „Sie sind sicher die Bridgefreundin und bringen die Flasche Wein.“ Statt freudiger Überraschung erlebte meine Schwester eine bittere Enttäuschung, sie kam sich vor wie ein Paketbote. Was sie erst später erfuhr: Eine ihrer Bridgepartnerinnen hatte am Vormittag mit der Organisatorin telefoniert und alles verraten. Als meine Schwester – wie ich finde zurecht ziemlich verärgert – diese kurze Zeit später anrief, lachte sie nur und fand sogar noch höchst lustig, was sie angerichtet hatte.

Als meine Schwester mir die Geschichte immer noch ärgerlich erzählte, erinnerten wir uns an eine Situation, die sich vor vielen Jahren ereignete. Damals machte ich an meinem Geburtstag Urlaub in Österreich. Meine Schwester wollte mich mit einem Besuch überraschen und nahm dafür eine Autofahrt von immerhin 1.200 Kilometern auf sich. Doch kurz bevor sie bei mir im Hotel ankam, wo sie natürlich bereits ein Zimmer gebucht und die Wirtsleute um Stillschweigen gebeten hatte, rief unsere Mutter an und fragte mich ganz harmlos, ob meine Schwester da sei. „Die ist doch gar nicht bei mir“, antwortete ich. „Aber sie will dich überraschen und dich besuchen,“ erklärte mir daraufhin unsere Mutter.

Natürlich habe ich mich dennoch gefreut und die gemeinsamen Urlaubstage mit meiner Schwester genossen, aber die verdorbene Überraschung nehmen wir unserer Mutter bis heute übel.

Hoffentlich verdirbt Ihnen niemand die Überraschungen, die Sie sich für Ihre Lieben zu Weihnachten ausdenken, wünscht Ihnen

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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