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(S)TÜRMisches

Dass die Wiege des Menschen in Afrika liegt, mag vielen bekannt sein. Dort überlebte der Homo erectus vor fast zwei Millionen Jahren dank seines aufrechten Gangs als guter Jäger. Er ernährte sich vor allem von Fleisch, weshalb sich sein Gehirn überproportional entwickeln konnte. Auch vom Neandertaler 400.000 Jahre werden die meisten gehört haben, und dass wir als dessen Nachfahren noch zwei Prozent seiner Gene in unseren Genomen tragen. Ein wenig später, also vor 35.000 Jahren, entstand die erste menschliche Kunst mit geschnitzten Knochen, denen man Töne entlocken konnte, und die berühmten Höhlenmalereien. Aber wussten Sie, liebe Leser, auch, dass wir auch alle Anatolier sind? Ein Archäogenetiker aus Frankfurt, Johannes Krause, hat auf den Spuren der menschlichen Gene herausgefunden, dass vor 8.000 Jahren eine riesige Migrationswelle (die erste messbare!) über Europa schwappte. Menschen vom anatolischen Halbmond, heute Iran und Irak, kamen zu „uns“ (das Wort verliert nach der Lektüre vollkommen an Bedeutung) und besiedelten die fruchtbaren Böden. Sie kamen als Bauern, die nicht mehr jagten, sondern sesshaft wurden und in immer größeren Gemeinschaften zusammenlebten. Über Jahrtausende setzte sich diese Lebensform durch und verdrängte die Jäger und Sammler. Interessant ist dabei, dass die Menschen, die sich vorwiegend von Getreide und von der Milch ihrer Tiere, nicht von derem Fleisch, ernährten, hellhäutig waren. Auch hier fand eine Selektion der Gene statt, denn nur helle Haut kann Vitamin D aus der Umwelt aufnehmen, die beim Verzicht von Fleisch und Fisch dem Organismus fehlt. Die ersten Migranten waren also„Weiße“ mit blauen Augen, keine dunkelhäutigen Orientalen, wie man das so vielleicht vermutet hätte. In diesen Gemeinschaften entwickelten sich auch die ersten Sprachen, die fast alle vom Indo-Germanischen hergeleitet werden können – ebenfalls in der Region Iran-Irak verortet. Die Menschen begannen miteinander zu reden – und sich zu verstehen. Jedes Missverständnis brachte Krieg.

Die neue Wissenschaft der Archäogenetik hat also bewiesen, dass niemand von uns nur europäische, geschweige denn „deutsche“ Gene hat. Die Reise unserer Gene, wo sich jeder mit jedem mischte, führte demnach zu einem gesunden Genpool aus Orient und Okzident, der uns befähigte, immer neuen Herausforderungen gewachsen zu sein. Viren und Krankheiten fanden in den sich bildenden Menschenansammlungen leichtes Spiel bei der Übertragung. Die Pest raffte Millionen Menschen dahin, ebenso Lepra und Tuberkulose, die sich mit der Anzahl der Reisenden verbreiteten – die meisten Krankheiten sind trotz Antibiotika und effektiver Impfungen bis heute nicht ausgerottet. Das mag an der Impfmüdigkeit im Westen liegen, aber auch werden Viren und Bakterien immer resistenter und virulenter. Die Natur schlägt zurück im Kampf gegen den Menschen. Wir dürfen gespannt sein, was sich dort zusammenbraut. Genießen wir also die beste aller Welten ohne Epidemien, ohne Kriege und Hungersnöte in bester Gesundheit. Wer weiß wie lange noch? Außer dem Klima, das wir Menschen seit einer Generation an die Wand fahren(!), verfügen wir über Waffen, die in Sekunden alles Leben auf der Erde auslöschen können. Was bleibt, ist die Hoffnung auf junge Menschen, die den Klimawandel in moderate Bahnen lenken, und auf Staatsoberhäupter, die vernünftig mit ihrem Zerstörungspotenzial umgehen.

Hölderlin spricht mir aus dem Herzen: „Aber da ,wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch...“

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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