Glosse Hochtaunus

Ursel: Ist das nicht schön? Genau rechtzeitig zum Osterfest wird es Frühling. 

Fritz: Ich sehe mit Freude, wie die warmen Sonnenstrahlen mein Schloss erhellen.

Philipp: Und was haben die Kinder für eine Freude, dass sie genau rechtzeitig zu den Ferien in die – wie sagt man heute – Outdoor-Saison starten können. Gut dass es diese neuen Telefone für schnelle Verabredungen gibt.

Ursel: Die Freude über die schönen freien Tage ist ja allen gegönnt, schade nur, dass die Wenigsten noch wissen, was an Ostern gefeiert wird und die Bedeutung der christlichen Feiertage gar nicht mehr kennen.

Philipp: Dabei ist das ja ein spannendes Thema:  Schon lange vor der Christianisierung wurden Feste der Reinigung, der Fruchtbarkeit und des Wiedererwachens der Natur gefeiert. Im Hutzelfeuer wurde der Winter verbrannt. Daraus ist das Osterfeuer entstanden. Und meine Burgholzhäuser haben eines der schönsten. 

Fritz: Papperlapapp. Du hast noch nie nach Dornholzhausen geschaut. Dort machen es die Experten von der Feuerwehr. Die können es besser als alle anderen. In Orschel ist gar nichts dergleichen, oder? 

Ursel: Natürlich gibt’s da kleine Feuer in der Osternacht, wie es sich gehört. Außerdem bereitet sich St. Ursula auf den Osterjubel vor. 

Fritz: Osterjubel in Orschel, Osterbaum in Burgholzhausen, Osterbrunnen in Kirdorf. Halt, nein, das ist ja in meinem Homburg. 

Philipp: Ja, du und dein Homburg. Da tobt ja über die friedvollen Feiertage jetzt der Golfkrieg. 

Fritz: So ein Golfplatz ist ja auch ein wichtiger Standortvorteil für eine Champagner-Stadt wie Bad Homburg. Da muss man schon mal gut überlegen, ob man nicht ein paar Stadtwald-Bäume opfert. Die sind doch eh schon vom Borkenkäfer angeknabbert.

Ursel: Und wo soll der Osterhase dann seine Eier verstecken? 

Philipp: Bei seinen Verwandten an den Drei Hasen. Da ist im Moment das Chaos so groß, dass keiner mehr den richtigen Weg findet – geschweige denn ein Osterei.

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