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(S)TÜRMisches

Über die mangelnde Qualität der Produkte des Öffentlich-Rechtlichen ist schon viel gejammert und gelästert worden. Könnte einem ja eigentlich auch egal sein, getreu dem 1. Artikel des Hessischen Grundgesetzes: „Bevor isch misch uffreesch, isses es mir lieber egal“..., ja wenn wir nicht jeden Monat für dieses überwiegend seichte Angebot auch noch zur Kasse gebeten würden!!

Besonders bedauerlich ist in diesem Zusammenhang das mittlerweile vollkommen gestörte Verhältnis zwischen Fernsehen und Literatur. Das waren noch Zeiten, als Marcel Reich-Ranicki 1988, gerade als Leiter der Literaturredaktion der Frankfurter Allgemeinen abgedankt, das Literarische Quartett aus der Taufe hob, um gemeinsam mit Sigrid Löffler, Jürgen Busche und Hellmuth Karasek in bewusst dissonanter Tonart über Bücher zu diskutieren. Seine Mimik, sein Duktus und überhaupt sein komödiantisches Talent sind unvergessen, man hört sofort wieder seine Stimme.

So unangenehm es für den Autor oder die Autorin eines zu besprechenden Buches auch sein konnte, so erfrischend war die unnachahmliche Beurteilung durch Ranicki für die Zuschauer. „Wir werden über Bücher sprechen, und zwar, wie wir immer sprechen: liebevoll und etwas gemein, gütig und vielleicht ein bisschen bösartig, aber auf jeden Fall klar und deutlich.“ Zugegeben, „etwas gemein“ und ein „bisschen bösartig“ war stark untertrieben, aber wie sich anhand von Verkaufszahlen zeigte, je mehr ein Buch verrissen wurde, umso öfter ging es anschließend über den Ladentisch – was will man mehr!

Neben den höchst anspruchsvollen wie amüsanten Wortgefechten der Kritiker untereinander war es eben gerade die Zusammensetzung derselben, die einen Freitagabends vor den Fernseher lockte und in Vorfreude erschauern ließ.Und beinahe wäre es einmal schief gegangen, als am 10. März 1989 Elfriede Jelineks Roman „Lust“ derart detailliert wie kontrovers erörtert wurde, dass der Fernsehausschuss drohte, die Sendung abzusetzen.

Tat er dann zum Glück doch nicht. Treffen die sich eigentlich immer noch? Da gäbe es so Einiges abzusetzen ...

So bösartig Reich-Ranicki in seiner unerbittlichen Kritik auch manchmal war, ist das doch kein Vergleich zu Denis Scheck, der in seiner Sendung „Druckfrisch“ Bücher tatsächlich in die Tonne wirft! Bücher in den Müll, das ist überheblich und respektlos gegenüber dem Autor, der Autorin wie auch der Leserschaft. Inzwischen hat sich Herr Scheck aber noch ein weiteres Format („lesenswert“) ausgedacht: Dabei unternimmt er mit Schriftstellern Exkursionen zu Pferde, etwa mit Juli Zeh, im Kanu rudernd mit Daniel Kehlmann oder zu Besuch im Kölner Zoo mit Frank Schätzing. Was soll das? Sind die Zuschauer mit einer schlichten Gesprächsrunde im Studio unterfordert? Bietet das Buch an sich nicht Gesprächsstoff genug? Gerät das Buch nicht vielmehr deshalb in den Hintergrund, weil es eigentlich gar nicht mehr so wirklich um Literatur, sondern um die Selbstdarstellung des Kritikers geht?

Man stelle sich Marcel Reich-Ranicki auf einem Pferd laut spottend durch die Natur reitend vor ... undenkbar!! Seine Präsenz und die seiner Mitstreiter reichte eben für ein Studio und erreichte stets seine Zuschauer.

Wie zitierte er immer zum Schluss der Sendung so treffend: „Und so sehen wir betroffen/den Vorhang zu und alle Fragen offen!“

Aktuelle Meldungen der Polizeidirektion Hochtaunus

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