Am Bahnhof Kronberg geht es voran

Eine neue Stützmauer am Bahnhof steht bereits. Foto: Puck

Kronberg (pu) – Zum Ende der Legislaturperiode lud Max-Werner Kahl (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU), eine Stunde vor der eigentlichen Sitzung Gremiumsmitglieder, Stadtplanung, Projektträger und interessierte Bürger zu einem Ortstermin zwischen Bahnhofs- und Basa-Gebäude ein. Im Mittelpunkt stand zum einen ein Sachstandsbericht zu den Bauarbeiten aus dem Baufeld III, zum anderen ein kurzer Einblick in Neubaupläne der Kronberg Academy Stiftung.

Vier Monate nach dem Spatenstich für die neue „Mobilitäsdrehscheibe“ Ende Oktober letzten Jahres zeigt sich rund um das Bahnhofsgebäude bereits ein verändertes Bild. Die noch aus den Gründerjahren des Bahnhofs (Einweihung 1. November 1874) stammende und mittlerweile marode gewordene, circa 120 Meter lange Stützmauer samt ihrer Bepflanzung ist verschwunden. In Vorbereitung der Neumodellierung der Hanglage stehen aktuell allem voran die Bodenverankerung sowie die Spritzbetonverschalung auf der Agenda. Im späteren Verlauf wird dort die Bike- und Ride-Anlage mit Stellplätzen bis zu 100 Fahrrädern in den Hang „geschoben“.

Trotz der momentan laufenden Baumaßnahmen beeindruckt schon in dieser Phase der Geländegewinn, der sowohl für den Bau eines größeren und barrierefreien Busbahnhofs als auch für die Aufweitung des Straßenraums für die Autofahrer erwünscht ist.

„Es gibt richtig Luft hier“, gab Erster Stadtrat Heiko Wolf (parteilos) seiner Freude Ausdruck.

Veranschlagt sind für die Arbeiten insgesamt 28 Monate. Nach den Worten des Leiters des Fachbereichs „Bauen und Facility-Management“, Andreas Felden, ist man zurzeit wegen der wochenlangen winterlichen Bedingungen, die einige Herausforderungen mit sich brachten, „etwa drei Wochen hintendran“. Einer der Gründe für die Verzögerung sei der Mehraufwand durch das Abdecken mit wärmenden Folien des jeweils frisch aufgebrachten Spritzbetons gewesen, damit die für Betonarbeiten erforderliche Mindesttemperatur von fünf Grad Celsius eingehalten werden konnte.

Nichtsdestotrotz zeigten sich die Projektverantwortlichen optimistisch, diese Verzögerung wieder aufholen zu können und auch finanziell habe man noch ausreichend „Puffer“.

Im Zuge der Arbeiten werden rund 20.000 Tonnen Erdboden und Fels bewegt, rund drei Kilometer Leitungen verlegt und fast 4.000 Quadratmeter Straßenpflaster wiederhergestellt. Abgerundet wird das Ganze durch Sichtbeton, Stark- und Schwachstrom-Installation, Bepflanzung und Beleuchtung.

„Wir geben alles, damit es ein gutes Ergebnis wird“, versprach Projektleiterin Anke Trieb-Schütz vom Kronberger Bauingenieur-Büro Burgholzer-Trieb.

Pläne der Kronberg Academy Stiftung

Des Weiteren gab die Kronberg Academy Stiftung einen kurzen Einblick in ihre nächsten Baupläne.

Neben dem Hotelgebäude sollen anschließend an das Studien- und Verwaltungszentrum ein zusätzlicher Verwaltungstrakt sowie ein dritter Musiksaal (links neben der Treppe zu den Schillergärten-Wohnhäusern) entstehen. Rechts neben der Treppe ist bis an das Grundstück des Lokschuppens grenzend ein Studentenwohnheim mit 30 Wohneinheiten geplant. Zurzeit sei man in Abstimmung mit der Stadtplanung mit dem Ziel eines Baubeginns Anfang nächsten Jahres.

Ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht – es wäre unter Umständen das erste Bauvorhaben in der Burgstadt, das vom von der Bundesregierung auf den Weg gebrachten „Bau-Turbo“ profitiert. Diese seit Ende Oktober letzten Jahres in Kraft getretene Novelle des Baugesetzbuches soll die Schaffung von Wohnraum beschleunigen. Zurzeit schaut sich die Stadtplanung deren Feinheiten im Detail an.



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