„In ewiger Freundschaft“ – Verfilmung von 10. Taunuskrimi von Nele Neuhaus läutet das neue Jahr ein

Bad Soden (Sc) – Für die begeisterten Fans der deutschen „Queen of Crime“ und Taunuskrimi-Autorin Nele Neuhaus hat das Warten Anfang des Jahres ein Ende, denn am 5. und 6. Januar wird die Verfilmung des Romans „In ewiger Freundschaft“ endlich im ZDF zur Primetime zu sehen sein. Die Fans des Ermittlerduos Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) und Pia Sander (Kathrin von Steinburg) dürfen sich auf einen Krimi mit viel Lokalkolorit freuen, der dieses Mal – nach den Motiven des Nr. 1 Bestsellers – im Verlagswesen spielt.

Mord und dunkle Geheimnisse

Die Ermittlungen führen Hauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Sander dieses Mal in die Welt des renommierten Frankfurter Literaturverlages Winterscheid. Dort wurde eine Lektorin grausam ermordet und die Spur führt ins Verlagshaus, wo die Tote Programmleiterin war, sowie in ihre Vergangenheit. Nach über 30 Jahren wurde ihr gekündigt, worauf sie einen ihrer Autoren wegen Plagiats „ans Messer“ lieferte – ein Skandal und vielleicht auch das Mordmotiv. Als ein weiterer Mord geschieht, stoßen Pia Sander und Oliver von Bodenstein auf ein bestens gehütetes Geheimnis, das beide Opfer kannten. War das ihr Todesurteil? Dem Ermittlerduo stellt sich die Frage, wer noch von diesem Geheimnis weiß und damit nun in tödlicher Gefahr schwebt. Pia Sander und Oliver von Bodenstein jagen einen Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint…

Die Autorin und „ihr“ Film

Die Bestsellerautorin Nele Neuhaus, deren Bücher in bisher mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden, lieferte mit ihren Taunuskrimis darüber hinaus Stoff für nunmehr zehn Fernsehproduktionen. Seit der Erstausstrahlung von „Schneewittchen muss sterben“ im Jahr 2013 fiebern ihre Fans den Verfilmungen entgegen und verfolgen das Ermittlerduo von Bodenstein/Sander bei seinen Ermittlungen.

Nele Neuhaus war im Vorfeld der Erstausstrahlung von „In ewiger Freundschaft“ gerne bereit, mit unserer Redakteurin über das Buch, ihren Einfluss auf die Verfilmungen und die Freiheit der Regisseure und Drehbuchautoren zu sprechen:

Der Roman „In ewiger Freundschaft“ spielt im Verlagswesen. Was hat Sie in an diesem Thema besonders interessiert?

Die Verlagswelt ist ein ganz eigener Mikrokosmos, der denjenigen, die nichts mit ihm zu tun haben, recht unbekannt sein dürfte. Die Arbeitsabläufe dort stellen sich viele ganz anders vor, als sie tatsächlich sind. Vielleicht haben sich viele Leserinnen und Leser schon einmal gefragt, ob es diese oft beschriebene „besondere“ Beziehung zwischen Lektor und Autor tatsächlich gibt, wie Agenten arbeiten und welche Ansprüche und Wünsche die Beteiligten mit einem Buchprojekt verbinden. Diese spannende Zusammenarbeit in eine Krimigeschichte einzubetten, hat mich gereizt.

Haben Ihre Romanfiguren in dem Taunuskrimi reale Vorbilder?

Tatsächlich ist es so, dass die Romanfiguren oft an real existierende Personen angelehnt sind – natürlich werden sie etwas verändert und manche Charaktere auch „überspitzt“ – aber: ja! Einige Personen aus dem Verlag finden sich in dem Buch durchaus wieder. Allerdings tragen sie es mit Humor …

Kam die Inspiration zu dieser Geschichte aus Ihrem direkten Arbeitsumfeld?

Ich arbeite zum Glück nicht mit einem Verlagshaus, in dem Morde geschehen. Aber es hat mich auch vom psychologischen Standpunkt aus ausgereizt, die besonderen Arbeitsbeziehungen und -abläufe in einem Verlag weiterzuspinnen und in einem Krimi zu verarbeiten – eben, weil es sich um eine „Welt“ handelt, zu der die meisten Leserinnen und Leser keinen Zugang haben.

Sie schreiben sehr bildhaft und beziehen sich in Ihren Taunuskrimis auf reale Orte in den Taunusstädten. Wie viel Wahrheit und Fiktion finden sich in den Verfilmungen?

Der Roman „In ewiger Freundschaft“ wurde nach einem Drehbuch von Torsten Näther bereits im Jahr 2023 von Regisseur Stefan Bühling verfilmt. Tatsächlich wurden große Teile der Handlung nicht im Taunus, sondern an anderen Orten gedreht – das mag verwunderlich erscheinen, ist jedoch bei großen Produktionen nicht unüblich –, denn der Zuschauer merkt es eigentlich gar nicht. Viele wichtige Handlungsorte – besonders diejenigen, die memorablen Charakter haben und thematisch an eine Lokalität gebunden sind, wurden trotzdem an „Originalschauplätzen“ (z.B. auf dem Feldberg, in Königstein oder Wiesbaden) gedreht, so dass dem Zuschauer im Film selbst nichts fehlt und die Geschichte selbstverständlich ein „Taunuskrimi“ bleibt. Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn der gesamte Film im Taunus gedreht worden wäre, aber bei dieser Entscheidung spielen auch die Produktionskosten eine nicht unwesentliche Rolle.

Haben Sie vor den Dreharbeiten eine genaue Vorstellung von den späteren Verfilmungen Ihrer Bücher?

Eine Verfilmung kann nie zu 100 Prozent das Buch wiedergeben. Als Autor wünscht man sich natürlich eine möglichst originalgetreue Verfilmung seiner Bücher. Allerdings musste auch ich lernen, dass man den Drehbuchautoren und Regisseuren ein gewisses Maß an Freiheit bei der Verfilmung zugestehen muss, denn manches lässt sich filmtechnisch einfach nicht 1:1 umsetzen. Gedankenspiele eines Protagonisten lassen sich im Film z.B. nur schwer darstellen.

Wie viel Einfluss haben Sie persönlich auf die Dreharbeiten?

Leider sehr wenig – es ist zwar schon so, dass ich bei manchen Themen um meine Meinung gefragt oder um eine Einschätzung gebeten werde, aber direkten Einfluss habe ich nicht. In der Tat ist es so, dass ich in dem Moment, in dem die Filmrechte vergeben werden, so etwas wie Abschied von meiner Geschichte nehmen muss. Wenn dann der Regisseur zu der Überzeugung kommt, dass die Geschichte aus dramaturgischen Gründen eine weitere Leiche braucht – die so im Buch nicht zu finden ist –, dann kann ich mittlerweile auch ganz gut damit leben! Ein Film ist kein Buch – man muss sich auf das andere Genre einlassen, um es genießen zu können.

Auf welche neuen Projekte dürfen sich Ihre Fans freuen?

Aktuell steht mit „Monster“ die Verfilmung eines weiteren Taunuskrimis an. Dieses Mal wird es einen Mehrteiler geben, der, und darüber freue ich mich besonders, zum großen Teil wieder im Taunus gedreht werden wird. Dadurch, dass mehr Sendezeit zur Verfügung steht, können die Charaktere der Protagonisten besser ausgearbeitet und kann die Geschichte auf mehreren Ebenen erzählt werden. Auf diese neue Erfahrung freue ich mich. Außerdem habe ich mit dem Schreiben eines neuen Taunuskrimis begonnen – mehr dazu muss allerdings noch ein Geheimnis bleiben!



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