Harmonischer Zusammenklang von Piano und Saxofon

Bad Homburg (ks). Die Pianistin Yun-Kyung Ha und der Saxofonist Gernot Dechert hatten sich erstmals zu einem Benefizkonzert zusammengefunden, zu dem der Verein „Künstler gegen Krebs“ in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Bad Homburg Schloss eingeladen hatte. Der Vorsitzende Friedrich Rißmann hätte sich zwar ein paar mehr Zuhörer gewünscht. Wer in die Schlosskirche gekommen war, wurde jedoch reichlich belohnt.

Im Zusammenspiel bewiesen die beiden Künstler die eigene Virtuosität ebenso wie den ungewohnten harmonischen Zusammenklang der beiden Instrumente. Eher unbekannt waren auch die Komponisten und ihre Werke, sieht man von Claude Debussy ab. Die zeitgenössischen Künstler, deren Kompositionen die Musiker ausgewählt hatten, sind der Moderne verpflichtet und werden dem neoklassizistisch-impressionistischen Stil zugerechnet. Die Natur spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Gefühlswelt, wie sie in dem Stück von „Alyscamps seufzender Seele“ aus dem „Tableaux de Provence“ von Paule Maurice zum Ausdruck kommt. In dem gleichen Zyklus erlebten die Zuhörer aber auch den fröhlichen „Tanz der jungen Mädchen“, eine „getragenes“ Liebeslied und einen unruhigen Auftritt der Zigeunerin. Melancholie spiegelt sich bei Jaques Ibert wider, wenn er getragen und traurig an den „Anführer der goldenen Schildkröten“ und an den „Kristallkäfig“ erinnert. Beim „Verkäufer von frischem Wasser“ meinte man, das kostbare Nass perlen zu hören, während im „Traurigen Haus“ ein Kobold trotz allem seinen Schabernack zu treiben schien. Seine Suite „Histoires“ klang mit einem rhythmisch schnellen Flamenco aus. Energisch übernahm das Saxofon die Führung in der melodischen „Aria“ von Eugène Bozz, und in „Estampes“ von Claude Debussy brillierte Yun-Kyung Ha engagiert und Einfühlsam als Solistin.

Angeberisches Großmaul

In seinem Solo konnte Gernot Dechert die vielfältigen musikalischen Möglichkeiten und Raffinessen aufzeigen, die ihm und seinem Instrument Paul Bonneau mit den „Caprice en Forme de Valse“ geboten hat. Mit dem lebhaften und am Ende jazzigen „Scaramouche“ von Darius Milhaud wurde das angeberische Großmaul aus dem italienischen Volkstheater frisch und frech lebendig, ehe sich die beiden Künstler nach dem anhaltenden begeisterten Beifall mit dem „Valse Triste“ von Bennett als Zugabe verabschiedet haben.

Mit seinen Benefizkonzerten unterstützt der Verein „Künstler gegen Krebs“ seit vielen Jahrzehnten vornehmlich Kinderkrebsstationen an Kliniken sowie auch Einrichtungen, die sich mit der Erforschung dieser Krankheit befassen.

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