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Ein Fußbad im Woogtalwasser für den Mammolshainer Ortsvorsteher

Auch wenn die Füße etwas ausgekühlt sind, präsentierte sich Hans-Dieter Hartwich lächelnd als frisch gebackener Träger des „WoogBachWasserBaaBambeler“-Ordens“.

Foto: Schnurawa

Königstein (js) – Seit dem 11.11. ist es wieder soweit. Die „fünfte Jahreszeit“ hat begonnen und mit ihr das närrische Treiben für alle Faschingsfreunde. Einen ganz besonderen Grund zur Freude hatten auch die guten, alten Plaschis, die die „fünfte Jahreszeit“ immer mit einem außerordentlich, originellen Zeremoniell einläuten. Letzteres besteht in dieser Form bereits seit 2002 und ist damals vor allem auch durch den Karnevalist Heinz Eichhorn auf die Beine gestellt worden. Dabei wird hier nicht nur die närrische Zeit begrüßt, sondern auch der so genannte „WoogBachWasserBaaBambelerOrden“ verliehen, der alleine schon durch seine äußerst originelle Bezeichnung zum Schmunzeln anregt. Dass der verliehene Orden einen solch ellenlangen Namen trägt, hängt im Übrigen alleine mit der Tatsache zusammen, dass der jedes Jahr neu ernannte Ordensträger, der – ganz nebenbei bemerkt – auch grundsätzlich nie dem Narrenclub der Plaschis angehören darf, ein Fußbad im kalten Woogbachwasser nehmen muss, das zu diesem Zweck zuvor extra aus dem Bächlein geschöpft wird.

Wie es nun mal die Tradition verlangt, durfte vor der Wassertaufe auch der närrische Eid nicht fehlen, wozu die Gemeinschaft zunächst aufgerufen wurde. Kurt Nachtsheim, ein alteingesessener und leidenschaftlicher „Plaschi“, forderte alle dazu auf, ihm die für einen eingefleischten Fassenachter so bedeutsame Botschaft nachzusprechen. Hierbei gelobten die Jokusjünger, sich in der Zeit vom 11.11 bis zum Aschermittwoch ganz und gar dem närrischen Treiben hinzugeben und nur noch mit dem Fassenachtergruß „Hellau“ zu grüßen. Sobald dies geschehen war, hielt Rainer Kowald noch einmal eine kurze Rückschau auf die guten, alten Fassenachtsjahre, in der schon so einige Ordensträger die Wassertaufe über sich ergehen lassen mussten.

Schließlich folgte der Höhepunkt des Abends und das Geheimnis um den neuen WBWBB-Ordensträger konnte endlich ganz offiziell auch für die noch letzten Unwissenden gelüftet werden. Hans-Dieter Hartwich ist der neue diesjährige WoogBachWasserBaaBambeler Ordensträger. Tapfer ließ sich der Mammolshainer Ortsvorsteher zu dem thronartigen, großen Stuhl begleiten, wo er sich sodann auch gleich seiner Schuhe und Strümpfe entledigen musste. Bis zu den Knöcheln stand der tapfere Mann in der mit echtem Woogbachwasser gefüllten Fußwanne und ließ die kalte Taufe mit großer Gelassenheit und einem Schmunzeln über sich ergehen. Klar, dass so viel Tapferkeit auch belohnt werden musste und so gab es dann nicht nur den besagten Orden, sondern auch eine bunte, tolle Narrenkappe.

Das Highlight und damit stets eine ganz besondere Erinnerung an die eigene „Karnevalsära“ ist für einen jeden Ordensträger jedoch immer das Wappen, das in Form einer Kette für jeden individuell entworfen und angefertigt wird. Mit Stolz trägt man das dann Jahr für Jahr aufs Neue.

Trotz kalter Füße freute sich der aus der Nachbargemeinde Mammolshain stammende und überaus engagierte Ortsvorsteher über diese doch sehr originelle Auszeichnung, mit der sich freilich nicht jeder rühmen dürfe. Wer dazu auserkoren wird, liegt ganz allein im Ermessen des Narrenclubs, wobei man hierfür keinesfalls ein Faschingsnarr sein muss. Vielmehr im Fokus zu stehen scheinen Engagement und Handeln. Auch der 63-jährige Hartwich ist sehr engagiert in der Gemeinde und hat sich in der Vergangenheit unter anderem für das Kunstrasenprojekt des FC Mammolshain eingesetzt sowie für den Erhalt und den Neuaufbau des Hardbergturms stark gemacht. Wenn man dem stets so adrett und elegant gekleideten Hans-Dieter Hartwich begegnete, so könnte man fast meinen er sei Bürgermeister, lobte einer der Plaschis den Auftritt des engagierten Ortsvorstehers.Nachdem bereits so viel Positives über ihn berichtet worden war, konnte der smarte Herr aber auch nicht umhin, als selbst noch eine kurze Laudatio zu halten, in der er über sein Leben und Schaffen in fassenachter Manier und Versform ausführlich und mit viel Witz Bericht erstattete. Schließlich beschloss die närrische Runde, den 11.11. mit einem leckeren Büfett und einem gemütlichen Beisammensein ausklingen zu lassen.

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