FDP fordert Priorität für das Kurbad

Königstein – Die FDP Königstein wünscht sich vom Bürgermeister und der Verwaltung eine deutliche Setzung und Einhaltung von Prioritäten und hat diesbezüglich eine Pressemitteilung verfasst. „Die höchste Wichtigkeit hat wahrscheinlich aus Sicht aller Fraktionen der Königsteiner Stadtverordnetenversammlung ein neuer Kindergarten, aber zuletzt wurde in der Stadt hauptsächlich über die Innenstadtgestaltung diskutiert. Natürlich sperrt sich die FDP Königstein nicht gegen Verbesserungen rund um die Konrad-Adenauer-Anlage, aber möchte vor teuren Verschönerungen warnen. Denn das größte Projekt für die Stadt, die Sanierung des Kurbades, muss zuerst eine entscheidungsreife Planung erhalten“, so die Rangliste der Liberalen.

Sie sind überzeugt: „Das Kurbad kann mehr“, denn Königstein ist eine Kurstadt und verfügt über verschiedene wichtige Fachkliniken. Der eigene Anspruch sollte also sein, den Patienten wie auch den eigenen Bewohnern und den Menschen der Region etwas Besonderes zu bieten. Die Voraussetzungen dafür seien günstig: „In bester Lage hat Königstein ein gut eingeführtes Bad mit Sauna.“ Natürlich werde über die Architektur auch 42 Jahre nach der Fertigstellung des Hauses noch kontrovers diskutiert. Für viele Passanten haben die Architekten Rudolf und Ingeborg Geier in Zusammenarbeit mit dem Künstler Otto Herbert Hajek ein Gebäude geschaffen, dessen Farbgebung ebenso wie die Materialauswahl auch heute noch gleichermaßen deutliche Kritik wie auch große Zustimmung auslösen. – das Landesamt für Denkmalschutz hat das Kurbad jedenfalls im Jahr 2013 unter Schutz gestellt.

„Diese Architektur mit seiner typischen Farbgebung der 70er-Jahre steht für Modernität, Aufbruch und insbesondere ein soziales und kreatives Miteinander“, sagt Ascan Iredi, FDP-Stadtverordneter. „Gut möglich, dass sich schon in wenigen Jahren das Verständnis für diesen positiven Geist durchsetzen und das poppige Design sogar geliebt werden wird.“

Heute entwickele sich das Kurbad für Königstein zu seinem größten Problem, da es sich zwar weiterhin gut bewirtschaften lässt, aber die Kosten für den Betrieb stabil hoch sind. Einzig die gute Bausubstanz (und deren gute Pflege durch das Personal) mache es möglich, dass zwar schon 2014 die Entscheidung für die Sanierung durch die Stadtverordnetenversammlung getroffen, seither allerdings nicht umgesetzt wurde und so der Bau weiter durchhalten muss. Das Problem liege in den sich ständig verschärfenden Bauvorschriften, sowie z.B. dem Brandschutz und den u.a. dadurch rasant steigenden Baukosten. War im Jahr 2014 noch von einem Sanierungsbetrag in Höhe von circa 10 Millionen Euro ausgegangen worden, so werden die Kosten heute wohl weit darüber liegen.

Die FDP fordert, dass endlich eine hohe Priorisierung für das Kurbad vorgenommen wird. Nach dem Kindergarten muss das Bad angegangen werden. Dazu müssen schon heute die entsprechenden Vorbereitungen unverzüglich angegangen werden. Nachdem Aktualisierung des Brandschutzkonzepts, Raumbuch und Schadstoffkataster – die im Sommer 2017 in Auftrag gegeben wurden – längst vorliegen, müssten endlich Architekten mit einer aktuellen Kostenschätzung beauftragt werden. Auch die Planung für das zuletzt erworbene und direkt anschließende Gelände lasse keinen Fortschritt erkennen, dabei sollte die Entwicklung dieses Areals doch das notwendige Eigenkapital der Stadt für die Sanierungskosten schaffen.

Letztlich müssen endlich valide Sanierungskosten ermittelt und von der Stadtverordnetenversammlung erneut bewertet werden. Ascan Iredi wünscht sich „eine faire Entscheidung auf Basis harter Fakten, die in jedem Fall für Königstein eine Herausforderung geworden sind.“ (hhf)

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