Haftstrafe für Automatensprenger

Königstein (hhf) – Die rüde Straftat hinterließ einen tiefen Eindruck, nicht nur in den Geschäftsräumen der Commerzbank-Filiale am Kapuzinerplatz: Mitten in der Innenstadt hatten am 16. September 2018 – früh an einem Sonntagmorgen – Unbekannte einen Geldautomaten gesprengt und waren mit rund 120.000 Euro Beute entkommen. Vorläufig. Mutig hatten sie ihre Fluchtroute zunächst ein Stück entgegen der Richtung geplant, aus der Polizei zu erwarten war, um dann wohl via Wiesbadener Straße in Richtung Johanniswald abzubiegen, Ziel Bundesstraße.

Dort unterlief dem Fahrer dann aber ein folgenschwerer Fehler – er bog mit hoher Geschwindigkeit nicht etwa auf die B 8 ein, sondern erwischte den parallel verlaufenden Fahrradweg. Dabei verhedderte sich der Pkw dann so in der Leitplanke, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Zwei der Täter flohen unerkannt, der dritte hatte sich am Kopf verletzt und kam nur bis auf ein Gartengrundstück in Altenhain, wo er vom Besitzer bald entdeckt und nach einem kurzen Fluchtversuch von der Polizei festgenommen werden konnte.

Vor wenigen Tagen schickte das Frankfurter Landgericht den Pechvogel nun für drei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis – kein besonders hohes Strafmaß, da der 28-Jährige voll geständig war und mit den Behörden kooperierte. Interessanter Hintergrund dabei: Der Cannabis-Fan hatte zuvor rund 20.000 Euro Schulden bei seinen Lieferanten gemacht und sich daher entschieden, das Problem mit einem risikoreichen Einsatz zu bereinigen. So war der „Niederländer marokkanischer Herkunft“ an zwei Landsleute geraten, die sich offensichtlich mit der nicht ganz ungefährlichen und naturwissenschaftlich anspruchsvollen Technik des Sprengens von Bankautomaten gut auskannten, ihre Aktivitäten aber immer mehr ins benachbarte Ausland verlegten.

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