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Leserbrief

Aktuell

Unsere Leser Johanna und Heinz Abraham, Am Sportfeld, Kronberg, schreiben zur Wohnraum-Situation im Hochtaunuskreis Folgendes:

Die Situation für junge Familie und für Mieter, die nicht genügend finanziellen Rückhalt für den Kauf von Wohneigentum haben, aber wegen Überteuerung der bisherigen Mieten Wohnraum suchen, ist neben anderen Gründen auch deshalb so prekär, weil die neuen Wohnungen zu groß und zu „gut“ ausgestattet sind, also sowohl bei den Baukosten üppig wie bei den erforderlichen Mieten nicht bezahlbar werden.

Dass für Menschen, die rechnen müssen, in einer Wohnung ohne Einbauküche, Täfelung oder Teppichboden, in kleineren Räumen und noch ohne Wärme-Dämmungsfenstern usw. auch ein Leben ohne Beschränkungen möglich ist, haben wir selbst erlebt, auch wenn heute der Einbau von Zentralheizungen oder dickeren Scheiben nicht mehr den Luxus darstellt, der er noch bis Ende der 70er-Jahre war. Mit unter 6o qm (drei Zimmer, Küche und Bad und ohne Balkon) für drei Personen sind wir damals nicht unglücklich gewesen.

Dass der angestrebte Profit auch für Wohnungsbau-Gesellschaften mit teilweise sozialer Komponente noch immer zu größeren und feudalen Angeboten drängt, ist leider Tatsache, die mit „man sollte, man müsste und man wird“ durch Politiker nicht aus der Welt zu schaffen ist. Und der sogenannte Soziale Wohnungsbau geht ja auch nur bezüglich der Mieten unter Umständen auf diese Probleme ein, nicht aber konsequent auch bei der übertriebenen Ausstattung. Der Einwand, die Menschen der heutigen Zeit verlangen nach „besseren“ Wohnungen, widerlegt sich, wenn man im Fernsehen die Schlangen der Wohnungssuchenden in Städten sieht, die auch noch unter unwürdigen Umständen und mit Selbstverleugnung Eigentümern gegenüberstehen müssen. Nur Zuschüsse des Staates (Länder oder Bund) für den Wohnungsbau mit Auflagen für kleinere Wohnungen usw. ermöglicht es, Normalverdienern wie auch Geringverdienern und Hartz-IV-Empfängern eine Wohnung erstmals zu finden oder sie zu wechseln; die heutige erforderliche Arbeitsplatz-Mobilität schafft zusätzliche Wohnungsnot-Probleme, die natürlich Neu-Vermietern und Privaten Bauherren egal sind oder gar als erfreulich begrüßt werden.

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