Altstadtflohmarkt: Für viele fester Bestandteil im Jahreskalender

Wo man hinschaute, schlängelte sich ein buntes Band von Tischen mit unzähligen Flohmarktartikel von A wie Armband bis Z wie Zinnfiguren durch die Altstadt. Fotos: Westenberger

Kronberg (mw) – Es gibt sie in Kronberg, und das sind nicht wenige an der Zahl, die ihren Sommerurlaub nach dem Altstadtflohmarkt planen. „Ja, wir sind tatsächlich schon im 20. Jahr hier in der Katharinenstraße mit dabei“, sagt eine Standbetreiberin und lächelt. „Es ist einfach so schön hier, nette Nachbarn links und rechts, es macht jedes Jahr wieder Spaß hier zu sein“, sagt sie. Die Atmosphäre sei deutlich entspannter als auf Flohmärkten in der vor Kronbergs Toren gelegenen Großstadt, sagt die erfahrene Flohmarktgängerin. Woher sie all die schönen Sachen hat, die sie anbietet? „Ich kaufe zu gerne ein“, gesteht sie lachend und erklärt einer Marktbesucherin, von welcher Edelmarke das Kleid ist, das diese gerade hoch hält. Sie hat viele Markenklamotten auf ihrer Kleiderstange hängen und viele edle Handtaschen und Schuhe ausgebreitet. Sogar alter Modeschmuck mit dem Großen Feldberg als Motiv für die Heimatverbundenen findet sich in ihrer Auslage, und echter alter Familienschmuck, den sie selbst nicht mehr tragen mag. „Den gebe ich jedoch nur an jemanden weiter, dem er wirklich gefällt und der dafür auch bereit ist, einen anständigen Preis zu zahlen.“ Überhaupt lässt die Kronberger Flohmarktliebhaberin ungern mit sich feilschen. „Es sind ja schon alles Schnäppchen, wer da meint noch handeln zu müssen, der ist bei mir fehl am Platz, ich nehme die Sachen dann lieber wieder mit nach Hause und spende sie der Caritas“, gesteht sie. Andere Verkäuferinnen und Verkäufer dagegen haben schon eingeplant, dass die Schnäppchenjäger handeln möchten und fangen einfach mit einen höheren Angebot an. Während ein Teil der Flohmarktbesucher schon mit mehreren selbst mitgebrachten Tüten bepackt über den Berliner Platz, durch die Friedrich-Ebert-Straße, den Recepturhof bis hinauf auf die Schirn und zur Zehntscheune läuft, schaut sich der andere Teil die Auslagen erst einmal in Ruhe an, ohne etwas mitzunehmen. Ein Besucher hat seine Mutter im Schlepptau, die sich gerne auf Flohmärkten umschaut. Ihn interessierten die Auslagen weniger, verrät er, aber er hat gehört, dass man wenigstens ein Ding mit nach Hause nehmen sollte. Das zu finden, wird bei dem Angebot an Haushaltsgegenständen, Dekoartikeln, Spielen, Büchern, Schmuck und Porzellan bestimmt nicht schwierig gewesen sein. Wer das richtige Gespür dafür hat, was sich andere wünschen, wird für seine Freunde ein schönes Mitbringsel gefunden haben. Und wenn sich das Geschenk, wieder zu Hause angekommen, doch nicht als das Passende entpuppen sollte, der Schaden im Portemonnaie war jedenfalls nicht allzu groß.

Die 219 Standbetreiber hatten es trotz wochenlangen ruhigen Sommerwetters beim diesjährigen Altstadtflohmarkt nicht so leicht wie die Gäste, die von nah und fern den Weg in die Stadt fanden und auch der Burgstadt-Gastronomie guten Umsatz bescherten. Zwar konnten morgens ab 6 Uhr die Stände erfolgreich aufgebaut werden, aber kaum waren die Auslagen ausgebreitet, kam der wochenlang zwar heiß ersehnte, aber in diesem Moment doch völlig unpassende Regen nach Kronberg. Doch wer schon so viele Jahre Flohmarkt erprobt ist, war natürlich auf alle Eventualitäten vorbereitet. „Wir haben unsere Plastikplanen ausgebreitet und das mehrmals und nach eineinhalb Stunden blieb es endlich wieder trocken“, erzählt eine junge Teilnehmerin. Umsatz am Morgen konnten die Teilnehmer sie trotz des Regens machen, denn „dann kommen die Professionellen, um Ware abzukaufen, die sie selbst wieder weiterverkaufen“, erklärte ein älterer Standbetreiber. Während der Regenschauer herrschte in der Zehntscheune naturgemäß der größte Andrang, blieb es dort doch trocken. Am Mittag wurde es hier ruhiger, während sich in den nun sonnigen Gassen und auf den Plätzen wieder mehr Menschen tummelten. Wer konnte, wechselte sich am Stand mit dem Verkauf ab, sodass Zeit blieb, etwas zu essen oder trinken zu holen oder sich selbst einmal umzuschauen. Wie gewöhnlich für die Ferienzeit war der traditionelle Altstadtflohmarkt gut besucht, auch wenn sich die Teilnehmer nicht einig wurden, ob es vielleicht an den Ständen doch etwas ruhiger blieb als noch im vergangenen Jahr. Am Ende waren durchweg zufriedene Gesichter zu sehen – bei den Besuchern, die ihr neues Lieblingsstück gefunden hatten, von dem sie vorher noch gar nichts wussten und bei den Teilnehmern, die um 16 Uhr mit leichterem Gepäck als am Morgen und gut gefülltem Portemonnaie den Nachhauseweg antraten.

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