Und dann macht es BOOM! Kaiserwetter und Kinderlachen

Nicht die Bretter, die die Welt bedeuten, sondern ausrangierte Skier dienen von nun an als einzigartige Flaschenöffner.

Bad Homburg (iba/eh). „Mama, Seifenblasen!“ So viel Zeit musste schon sein, das zipfelbemützte Wesen mit dem Rauschebart hatte nicht nur einen drollig aussehenden Bollerwagen, sondern auch jede Menge Seifenblasen dabei. Selbige wurden also vom Bad Homburger Nachwuchs erst einmal bestaunt, wie so ziemlich alles am vergangenen Wochenende in der Bad Homburger Innenstadt bestaunt werden wollte und sollte.

Zum achten Mal seit 2016 – zwischenzeitlich musste eine durch Covid bedingte Zwangspause eingelegt werden – fand das „Boom! Design Festival“ nun in Bad Homburg statt, in Kooperation mit der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026, die im Mai auch in Kelkheim gastieren wird.

„Doch, doch, das wird schön!“

Oberbürgermeister Alexander Hetjes hatte im Vorfeld etwas optimistisch schönes Wetter versprochen – und recht behalten: „Doch, doch, das wird schön!“ „Der April, der macht, was er will“ galt in Bad Homburg dieses Jahr wohl nicht, es blieb tatsächlich das gesamte Wochenende über trocken und sonnig. Wer zwischendurch eine Pause vom Festival-Trubel einlegen wollte, konnte sich in einem der vielen Liegestühle ausstrecken oder gleich in den nahe gelegenen Park gehen und dort auf dem Rasen die Sonnenstrahlen genießen.

Im Kurhaus herrschte reger Durchgangsverkehr, man wollte ja nichts verpassen, handgeschnitzte Figuren hier, zweckentfremdete Skier da, Jeans-Unikate dort.

„Das sind alles Einzelstücke. Die Jeansjacken kaufe ich gebraucht, repariere die, wenn nötig; dann nehme ich meine Textilfarbe und lege los!“ Agnes Maier aus Schmitten stand zwischen Jeansjacken mit Popartmotiven, restaurierten Umhängetaschen und Acrylbildern auf Leinwand, erklärte und gestikulierte während ihres Verkaufsgespräches („Ist halt ein Einzelstück, das hat sonst niemand!“). Die Damen vom „Frankfurter Schuss“ verabreichten derweil Likörpröbchen an die großen Besucher, die kleinen Besucher wollten am Stand von Manuela unbedingt eines der „Sweet Little Things“ haben, ein gehäkeltes Einhorn-Kuscheltier suchte hier ein neues Zuhause.

Krautrock und Käsekuchen

Vor dem Kurhaus bauten inzwischen die OHOHOHS Schlagzeug und DJ-Pult auf. Wenn man die Krautrocker von Tangerine Dream zusammen mit dem Safri Duo mit der Vorgabe „Jetzt macht einfach mal!“ für drei Stunden in ein Tonstudio einsperren würde, käme wohl diese Art Musik dabei heraus. Trotz oder gerade wegen der Lautstärke und dem Hochgeschwindigkeitsgetrommel war die Stimmung auf dem Vorplatz ausgelassen. Wer derweil auf der Suche nach herzhaften Speisen war, hatte die Wahl zwischen hansestädtischem Lachsburger, veganen Churros oder Street Food aus Korea. Und die Naschkatzen gingen entweder zum Waffelstand oder direkt zur „Käsekuchentante“ [sic!].

Große Bühne für Kunst und Design

Das Boom! Design Festival verwandelte die Bad Homburger Innenstadt am Wochenende in eine große Bühne für Design, Kunst und Begegnung. Tausende Besucherinnen und Besucher nutzten das frühlingshafte Wetter, um entspannt über den Designmarkt zu schlendern, Livemusik zu genießen und an Workshops selbst kreativ zu werden. Zwischen Kurhaus, Louisenstraße und Louisen Arkaden herrschte eine ausgelassene und zugleich entspannte Atmosphäre.

Ein wichtiger Motor hinter der Veranstaltung ist das Stadtmarketing Bad Homburg, das als Ansprechpartner für Unternehmen, Netzwerke, Veranstalter, Kulturschaffende und weitere Akteure fungiert, die gemeinsam an der Marke „Bad Homburg vor der Höhe“ mitwirken wollen. Ziel der Arbeit ist es, die Stadt als attraktive, lebendige und moderne Destination sichtbar zu machen – lokal, regional und darüber hinaus. Dazu gehören auch Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen und das Stadtleben bereichern.

Gut erkennbar in ihren auffälligen Westen waren Nina Gerlach und Ketty Urbani vom Stadtmarketing in der Innenstadt unterwegs – mitten im Geschehen zwischen Designständen, Foodtrucks und Musikbühnen. Mal ein kurzer Austausch mit Ausstellern, mal eine Wegauskunft für Besucher oder ein schneller Blick auf die Organisation: Die beiden waren stets präsent und für alle ansprechbar. So fungierten sie während der Veranstaltung als niederschwellige Ansprechpartnerinnen für Gäste, Aussteller und Bürgerinnen und Bürger – und hatten gleichzeitig auch die kleinen Details im Blick, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Menschen in die Stadt holen

„Wir wollen mit solchen Veranstaltungen Menschen in die Stadt holen und Begegnungen ermöglichen und Bad Homburg als offene, kreative und lebendige Stadt erlebbar machen“, sagt Nina Gerlach, Leiterin des Stadtmarketings, die gemeinsam mit ihrem Team die Organisation des Festivals verantwortete. „Mit dem Boom! Design Festival bringen wir rund 200 Aussteller, viele kreative Menschen, Musik und Begegnung in die Innenstadt. Unser Ziel ist es, Gäste nach Bad Homburg zu holen und gleichzeitig den Bürgern zu zeigen, wie lebendig und inspirierend ihre Stadt sein kann.“

Dass ein solches Festival reibungslos funktioniert, liegt nicht zuletzt auch an der Organisation hinter den Kulissen. Während des Wochenendes waren Gerlach und ihr Team immer wieder selbst auf dem Gelände unterwegs – ansprechbar für Besucher, Aussteller und Partner.

„Bei einem Festival dieser Größe gehört neben der Kreativität auch eine gute Organisation dazu. Uns ist wichtig, dass sich alle Besucher sicher fühlen – deshalb achten wir sehr genau darauf, dass Rettungswege frei bleiben und alles reibungslos funktioniert“, erklärt Gerlach.

Dabei zeigte sich das Organisationsteam auch ganz praktisch im Einsatz. „Gerade bei großen Veranstaltungen muss man auch im Detail hinschauen“, ergänzt Ketty Urbani, stellvertretende Leiterin des Stadtmarketings. „Wenn ein Schild einmal in einer Feuerwehrzufahrt steht, wird es eben kurz zur Seite gerückt – das gehört einfach dazu.“

Lebendiger Treffpunkt für Kreativität

Künstler und Kunstwerke, Designer und Designs, Musiker und Musikfans, Caterer und Hungrige, in Bad Homburg kam zusammen, was zusammen gehört. Am Ende des Wochenendes blieb vor allem ein Eindruck: Das Boom! Design Festival hat die Bad Homburger Innenstadt für zwei Tage in einen lebendigen Treffpunkt für Kreativität, Musik und Begegnung verwandelt. Zwischen Designständen, Straßenmusik und dem Duft von Streetfood wurde gebummelt, gelacht und gestaunt. Die gute Organisation, die entspannte Atmosphäre und das frühlingshafte Wetter sorgten dafür, dass sich Besucher, Aussteller und Veranstalter gleichermaßen wohlfühlten. Viele Besucher nutzten das Festival für einen entspannten Frühlingsausflug – und nahmen nicht nur kreative Eindrücke, sondern auch ein Stück Bad Homburger Lebensgefühl mit nach Hause. So wurde das Festival nicht nur zu einem Schaufenster für kreatives Design, sondern auch zu einem schönen Beispiel dafür, wie lebendig und einladend das Stadtleben in Bad Homburg sein kann.

Vermutlich haben sich einige schon das Frühjahr 2027 im Kalender markiert, wenn die neunte Ausgabe des Festivals ansteht. Dann aber bitte wieder mit Seifenblasen!

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