Sonne, frisches Grün und ein Kinney in der Hand: Bad Soden kann auch irisch…

Bei idealen Wetterbedingungen lockte der Irische Abend unzählige Gäste an die Kulturscheune.Fotos: Schaller

Bad Soden (es) – Was sich am Samstagabend ab 18 Uhr an der Kulturscheune zum Quellenpark tat, hatte absolut irischen Flair. Die Sonne ließ bis in die Abendstunden das Grün der Wiesen und Bäume leuchten und versetzte die Menschen, die von allen Seiten herbeiströmten, in die richtige erwartungsvolle Stimmung. Früh waren die vordersten Plätze an der Bühne besetzt, um ganz eintauchen zu können in die Klänge von Akkordeon, Geige, Gitarre und Banjo. Irisches Volksliedgut bildet eine Tradition über Jahrhunderte hinweg. Wo immer ein Konzert angeboten wird – hier auch noch kostenlos – lockt es die Fans aus ihren Häusern. Wer einigermaßen früh da war, hatte für einen kleinen Moment den Vorteil, nicht lange in den Schlangen stehen zu müssen, die sich vor den Getränke- und Essensständen schnell bildeten. Dort gab es Irish Stew in kleinen Töpfchen neben der guten deutschen Bratwurst im Weck. Beides war nötig als Grundlage für die zünftigen irischen Biersorten und den Original Whiskey, der vom Ballsportverein Altenhain unter dem auf knallroten T-Shirts gedruckten Motto „ BSC-Altenhains kleine Helferlein“ reichhaltig ausgeschenkt wurde.

Kurz nach 18 Uhr mussten weitere Bänke und Tische in den Quellenpark geschleppt werden. Der Menschenstrom derer riss nicht ab, die beim traditionellen Bad Sodener Sommerauftakt dabei sein wollten. Bis zum Hundertwasserhaus saßen die Zuhörerinnen und Zuhörer auf Mäuerchen und jeder sonstigen Möglichkeit, die sich anbot. Im Gewimmel war natürlich auch Bürgermeister Dr. Frank Blasch zu entdecken.

Und dann begann die irische Folkmusikband zu spielen und es wurde umgehend deutlich, dass sie den irischen Sound quasi „im Blut“ hatten. An diesem Abend ein Trio der Band „Port & Sherry“, die auch manchmal als Quintett daherkommt. Erst seit Kurzem spielen sie in dieser Dreier-Formation zusammen: Tobias Bartel an Gitarre und Banjo, der auch die Moderation übernahm, Daria Azov, im hübschen mittelalterlichen Outfit an der Geige, und Hendrik Hämpfling am Akkordeon. Kennengelernt hatte man sich in einem – wie kann es anders sein – Irish Pub.

Ihr Repertoire speist sich aus traditionell überlieferten Volksliedern von der grünen Insel, die sie aber geschickt auch erweitern mit gecovertem Liedgut von Jonny Cash und anderen, jeweils ins Irische verfremdet.

Der Abend begann aber mit dem wohlbekannten Liedgut, das sofort zum Mitsingen animierte. Echte Fans kommen immer wieder und können die Liedtexte fröhlich mitsingen: „Spanish Lady“ (Song über eine Elfe), die traurige Ballade „Sweet Molly Malone“ und das tragische „Alive, alive, oh, alive, alive oh., sowie „The Ferryman“, ein typisches Lied über die Liebeslust und Tragik der Seeleute. Im Weiteren ein „Irisches Liebesdreieck“ – Mann, Frau, Alkohol aus dem 18. Jahrhundert. Es erzählt bei immer schnellerem Rhythmus von der schwierigen Entscheidung: „Was ist mir das Wichtigste im Leben?“. Jauchzer aus der Band heraus, animiertes Klatschen, Song nach Song – die Lebensfreude der Band schwappte über ins begeisterte Publikum, das zum Mitfeiern bis spät nicht genötigt werden musste. Die Band „Port & Sherry“ verstand ihr musikalisches Handwerk.

Bad Soden tut gut daran, diese Tradition zum Sommerauftakt weiterhin zu pflegen. Das Publikum freute sich bereits auf eine Wiederholung dieses Formats in 2027. Wer so lange nicht warten möchte, kann die Band „Port & Sherry“ am 30. Mai in Gedern, am 9. Juli in Gelnhausen und am 11. Juli in Büdingen erleben.

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