Wiesenbad muss weiter geschlossen bleiben

Nichts geht mehr zurzeit im Eschborner Wiesenbad. Seit fast vier Wochen ist die Anlage wegen eines Befalls mit Legionellen geschlossen. Die Stadt hofft, das Bad Mitte April wieder in Betrieb nehmen zu können.Archivfoto: Stadt Eschborn

Eschborn (MS). Das Wiesenbad bleibt weiter wegen Befalls mit Legionellen geschlossen. Wann das Eschborner Schwimmbad wieder öffnen kann, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Aber es gibt Hoffnung.

Die Stadt hatte zunächst darauf gesetzt, das Bad nach den Osterferien wieder freigeben zu können. Doch daraus wird nichts. Denn bis ein Laborergebnis der jüngsten Proben, die kurz vor den Feiertagen genommen worden sind, vorliegt, dauert es mindestens zwei Wochen. Zuvor hatten die Haustechniker sämtliche Leitungen im Wiesenbad mit einer Reinigungschemikalie durchgespült und die Rohre zusätzlich mit heißem Wasser desinfiziert, dass die Erreger normalerweise abtötet. Findet das Labor nun keine Bakterien mehr, könnte das Bad Mitte April wieder öffnen.

Allerdings wurde die Ursache für den Befall nach wie vor nicht entdeckt. Das Bad wurde am 18. März auf Weisung des Gesundheitsamts geschlossen, nachdem drei Tage zuvor in den Duschen des Saunabereichs erstmals Legionellen festgestellt worden waren und diese danach auch in den Duschen des Schwimmbads auftauchten.

Schwierige Ursachenforschung

Seither wird nach dem Auslöser gesucht. Weil das Schwimmbad über ein Leitungsnetz mit mehreren Kilometern Länge verfügt, gleicht die Ursachenforschung der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Ein Gutachter erstellt zurzeit eine Gefährdungsanalyse, die erklären soll, warum die Bakterien aufgetreten sind. Legionellen gelten vor allem für geschwächte Menschen als Gesundheitsrisiko. Aber auch bei Gesunden können sie Krankheiten bis hin zu Lungenentzündungen auslösen. Die Erreger siedeln sich vor allem in stehendem Wasser an, das nicht wärmer als 45 Grad ist.

Die Schließung des Wiesenbads hat gravierende Folgen: Mehrere Schulen können zurzeit keinen Schwimmunterricht anbieten. Auch die beiden Eschborner Wassersport-Vereine SCW und Aqua Sports sowie die DLRG können nicht trainieren. Sie sind allerdings froh, dass die Schließung in die Osterferien fällt, da hier der Trainingsbetrieb ohnehin reduziert ist oder die Sportler zu Trainingslagern gereist sind. Ansonsten versuchen die recht erfolgreichen Eschborner Schwimmsportlerinnen und -sportler Übungszeiten in anderen Bäder zu ergattern.

Und selbst die Eschborner Schützen sind betroffen. Denn ihr Schießstand unter dem Schwimmbad ist ebenfalls an das Leitungsnetz des Wiesenbads angeschlossen. Weil die Sanitäranlagen und die Küche damit auch gefährdet sind, dürfen auch die Schützen nicht in ihre Sportstätte. Das beliebte Ostereierschießen Ende März musste deswegen in diesem Jahr ausfallen.

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