Osterfeuerwehr begeistert Jung und Alt

Evelyne Drechsler zeigt das Mantrailing, eine anspruchsvolle Suchhundearbeit, bei der Hunde den individuellen Geruch eines Menschen verfolgen. Es dauert nicht lange, bis der Rettungshund ein Mädchen in der Menge wiederfindet.Foto: bin

Friedrichsdorf (bin). Eine ausgefahrene Feuerwehrdrehleiter hoch über den Dächern wies am Ostermontag den Weg zur Osterfeuerwehr Seulberg. Rund um das Feuerwehrhaus waren zahlreiche Attraktionen für Kinder und Familien aufgebaut und auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Besonders die Vorführung der Rettungshunde begeisterte die jungen Gäste.

Viele Friedrichsdorfer Bürger nutzten diese Veranstaltung als Ausflugsziel am Feiertag bei bestem Wetter. Bereits zum dritten Mal veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Seulberg die Osterfeuerwehr. „Der Fokus liegt heute ganz auf den Kindern und Familien und einer schönen gemeinsamen Zeit“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Maximilian See. „Wir informieren die Familien heute über das richtige Verhalten im Brandfall und die Arbeit der Feuerwehr und möchten zugleich auf unser Ehrenamt in Friedrichsdorf aufmerksam machen.“ Die Preise für Speisen und Getränke seien nicht erhöht worden. „Für kleines Geld viel Spaß, das ist unser Motto“, betonte See.

Wie wichtig richtiges Verhalten im Ernstfall ist, zeigte anschaulich die Vorführung mit dem Rauchhaus. Nachdem der Vorsitzende Maximilian Kalweit die Bedeutung von Rauchmeldern erklärt hatte, demonstrierte er die Rauchentwicklung in einem Modellhaus mit Glasscheibe. Gespannt verfolgten die vielen Kindern, wie sich der Rauch innerhalb kürzester Zeit ausbreitete, sobald eine Tür geöffnet wurde. „Deshalb sollt ihr im Brandfall die Türen immer hinter euch schließen“, erklärte Kalweit. „Und da Rauch immer nach oben steigt, bewegt ihr euch am besten auf Knien nach draußen.“

Zusätzlich machte Sandra Kalweit darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, zu helfen, statt die Notlage zu filmen. „Sprecht die Menschen direkt an. Wenn ihr ihre Namen nicht kennt, beschreibt sie“, erklärte Sandra Kalweit. Anschließend legte sie ihre komplette Schutzausrüstung samt Atemgerät an, um den Kindern die Angst vor Feuerwehrkräften im Einsatz zu nehmen. Beim Anrufen der Notfallnummer 112 sind die fünf W-Fragen wichtig, besonders die Fragen „Wo?“ und „Was?“ sind entscheidend.

Kinder dürfen auch selbst löschen

Neben einer Hüpfburg konnten die Kinder auch ein Feuerwehrfahrzeug von innen erkunden und dabei die Ausstattung kennenlernen. Ein besonderes Highlight wartete jedoch hinter dem Feuerwehrhaus. Mit Unterstützung konnten die Kinder selbst mit einem Feuerwehrschlauch ein echtes Feuer löschen. „Es macht viel Spaß, so etwas mal auszuprobieren“, erzählte Carlos, der mit seiner Familie aus Kronberg angereist war. „Einfach eine tolle Veranstaltung“, ergänzte seine Mutter Mariz De Vreese.

Ein weiterer Höhepunkt folgte am Nachmittag mit der Rettungshundestaffel Hochtaunus.„Wir bilden hauptsächlich Flächen- und Trümmerhunde aus“, erklärte die Vorsitzende Evelyne Drechsler. Der Verein wurde im Jahr 2023 gegründet, besteht jedoch aus vielen erfahrenen Hundeführern. Die Vorstellungen dienen nicht nur der Öffentlichkeitsarbeit, da der Verein auf Spenden angewiesen ist, sondern auch als wichtige Übung für die Hunde.

„An dieser Kenndecke sind Lampen und Klingeln befestigt“, erzählte Christian Beha, während ein anderes Mitglied seinem Hund diese anzog. Nachdem der Hund eine „vermisste“ Person unter einem Feuerwehrauto aufgespürt hatte, setzte er sich vor diese und bellte so lange, bis sein Hundeführer eintraf. Die Zuschauer applaudierten begeistert.

Der Verein bildet zusätzlich TGI-Hunde aus, die in Altenheimen und Kindergärten eingesetzt werden. Auf Kommando von Leticia Celintano hüpfte die Hündin Charly mit den herumstehenden Kindern auf der Stelle auf und ab. Anschließend bewies ein Rettungshund seine feine Spürnase, indem er ein Mädchen allein anhand seines Geruchs in der Menge wiederfand. „Die Ausbildung der Hunde dauert zwei bis drei Jahre, deshalb waren diese bislang noch nicht im realen Einsatz“, sagte Drechsler. Im kommenden Jahr sollen jedoch einige Hunde einsatzbereit sein.

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