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Politik und Verkehr

Unser Leser Holm Schulze-Clewing, Am Lindenbaum, Königstein, schreibt uns Folgendes:

Wenn in Königstein über Verkehr debattiert wird, geht es oft nur um Staureduzierung beim Durchgangsverkehr und Schaffung besserer Parkmöglichkeiten. Kaum einen Stellenwert haben nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer und öffentliche Verkehrsmittel.

Seit über zehn Jahren müssen nicht nur Schüler die „erhöhte Wartezeit für Fußgänger“ (so die Schilder an der Kreisel-Ampel) über sich ergehen lassen. Tatsächlich kann es dreieinhalb Minuten dauern, bis die B8 vollständig gequert ist.

Die Busse in der Frankfurter Straße warten nicht. Werden schlechte Beleuchtung oder zugewachsene Wege moniert, passiert in der Verwaltung lange nichts. An Baustellen verlieren Fußgänger ihren Verkehrsraum sehr schnell. Anders lautende Ankündigungen bei der Baumaßnahme in Schneidhain waren nur Lippenbekenntnisse. Unsere Politiker setzen sich nicht für die Schwächeren ein, sondern erwarten die freie Durchfahrt für Autos zuerst.

Bei der Kur- und Stadtinformation können E-Bikes geliehen werden. Doch weitere Schritte zur Förderung des Radverkehrs fehlen. In der Innenstadt gibt es kaum Abstell- geschweige Auflade-Möglichkeiten. Die in 2016 angebrachten Wegweiser für Radfahrer lassen eine kontinuierliche Führung vermissen, zeigen beispielsweise am Kreisel in falschen Richtungen oder gar auf verbotene Flächen (wie reine Gehwege). Wer auf legale Weise vom Alten Rathaus zum Kapuzinerplatz radeln will, muss die Fahrbahn der B8 vor dem Kurbad benutzen. Fahrradfreundlichkeit sieht anders aus und fängt zum Beispiel mit der Öffnung einzelner Einbahnstraßen für Radverkehr in Gegenrichtung an. Eine fahrradtaugliche Achse in der Innenstadt fehlt bis heute.

Beim öffentlichen Nahverkehr zeigen sich alle Parteien einsilbig bis stumm. Unser Nachbarkreis kann ohne Gegenwehr Kapazitäten abziehen. Die Stadt bezahlt zwar eine ÖPNV-Umlage an den Kreis zur Wahrung ihrer Interessen. Leider vergisst Königstein, seine Interessen zu definieren. Mein Wunsch an die vier Bürgermeister-Kandidaten ist, dass diese ein Verkehrskonzept auch jenseits der Pkw-Sicht aufzeigen.

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