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Junge Narren übernehmen das närrische Regiment in Schneidhain

Schloßborner Sternchengarde“ besuchte auch in diesem Jahr die Kindersitzung in Schneidhain und verzückte das Publikum mit kreativen Tanzeinlagen. Das närrische Publikum schunkelte im Takt und zollte mit tosendem Beifall Respekt. Foto: Fuchs

Schneidhain (efx) – Während am Samstagabend die alte Garde der Faschingsaktivisten zusammen mit Bürgermeister Leonhard Helm und Landrat Ulrich Krebs die Heinrich-Dorn-Halle mit ihrer großen Prunksitzung bis auf den letzten Platz gefüllt hatte, übernahmen dort am Sonntagnachmittag die jungen Jecken das Regiment.

Denn pünktlich um 15.11 Uhr betrat ein bestens gelaunter Jungpräsident Moritz Grafe samt närrischem Rat die Narrhalla und wurde sogleich von lauten Helau-Rufen des Publikums begeistert empfangen. Dicht an dicht gedrängt tummelten sich kleine Piraten, Prinzessinnen, Meerjungfrauen, Handwerker und vieles mehr. Doch wer glaubte, nur die Kleinen hätten Spaß am Kostümieren, wurde eines Besseren belehrt. Eltern und Großeltern waren ihren Sprösslingen gefolgt und hatten sich, wie man es von eingefleischten Narren erwartet, auch stilvoll verkleidet. So saß Papa als Pirat mit seinem Juniorpirat bei Limonade und Bockwurst zusammen und sendete ein dreifach donnerndes Helau in Richtung Bühne. Diese musste vom jungen Sitzungspräsidenten wortwörtlich aufgrund des großen Getümmels am Bühneneingang erklommen werden.

Der Präsident hatte sich mit seinem närrischen Rat einen neuen Kostümstil verpasst. Denn Narrenkappe und Glöckchenklang wollte man dann doch lieber den alten Hasen überlassen und der Kindersitzung einen eigenen Charakter geben. Der junge Elferrat präsentierte sich in grünen Overalls verkleidet mit Stethoskop als Ärzte und Ärztinnen.

Unter Leitung ihres Chefarztes „Dr. Grafe“ verschrieb man dem Publikum im Sinne des Mottos „Lachen ist die beste Medizin“, das Rezept der Fastnachts-Heiterkeit. „Freut Euch Ihr Kinder – es ist soweit!“, rief der Sitzungspräsident denn auch in die Menge und wurde von tosendem Beifall begleitet. Kein Wunder, ist Grafe bereits von Kindesbeinen an den närrischen Brettern zu Hause und über die Jahre zu einer anerkannten, souveränen Faschingsgröße geworden. Auf allen närrischen Bühnen aktiv zu Hause, spielte er gekonnt mit der Stimmung des Publikums und wusste, wie er seine kleinen Fans bei Feierlaune hält. Diese folgten sogleich seinem Rat: „Klatscht im Takt, macht alle mit, dann wird die Sitzung ein Riesenhit!“

Damit auch der letzte kleine Drache, Sultan oder Ritter in Fastnachtsstimmung versetzt wurde, startete die Kindersitzung mit der fetzigen Tanzeinlage der „Sweet Angels“, die süß und engelsgleich mit weißen Hotpants und schwarzen Tops auf die Bühne wirbelten und perfektes Rhythmusgefühl bewiesen. So sprangen sie in die Lüfte, zeigten Modern- Dance-Elemente und hatten auch beim Spagat keine Mühe.

Der Saal tobte, ein dreifach donnerndes Helau ertönte und die kleinen Narren forderten eine Zugabe, der die „Sweet Angels“ selbstverständlich gerne nachkamen. Im Anschluss hatte sich die Tanzgruppe ihre Orden redlich verdient und machte die Bühne frei für die nächste Showeinlage. Die jungen Helfer des Vereinsrings Schneidhain änderten die Bühne mit einigen wenigen, geübten Handgriffen und Mikrofone und Keyboard ließen auf einen nahenden musikalischen Beitrag schließen. Dass dies kein gewöhnlicher war, konnte der geübte Karnevalist bereits bei genauem Blick in die hinteren Winkel der Bühne erkennen. Denn dort zappelten aufgeregt kleine Jungs und Mädchen im Alter von ungefähr sechs bis sieben Jahren, allesamt farbenfroh verkleidet und warteten ungeduldig auf ihren Auftritt. Nach Freigabe der Bühne brachten sie sich in Aufstellung.

Die Kleinen gehören alle der Musikschule Königstein an und hatten gemeinsam mit ihrer Leiterin Garnet Gien ein buntes Potpourri an Faschingsrhythmen vorbereitet, die zum Schunkeln und Mitsingen einluden.

So sangen sie sich mit Texten, wie „das Krokodil, das Zähne putzen mag“, oder „das Nilpferd, welches findet Seife super stark“, in die Herzen des närrischen Publikums. Spätestens die Zugabe „mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon“, ursprünglich von den Comedian Harmonists 1934 komponiert und seither bekannt bei Groß und Klein, brachte die Halle zum Beben. Bevor es närrisch weiterging, zog Sitzungspräsident Moritz Grafe kurz Bilanz über die diesjährige Kampagne und dankte allen Helferinnen und Helfern, die vor und hinter der Bühne „Gott Jokus“ tatkräftig unterstützen. Mutter Christine Grafe nahm stellvertretend für alle Helfer das Lob und den Applaus entgegen, weiß sie doch wie anstrengend für alle die Fastnachtszeit ist: „Wir bedanken uns auch in diesem Jahr wieder bei allen in der Küche, hinter der Theke, beim Auf- und Abbau. Es ist nicht selbstverständlich, dass hier morgens um 9 Uhr junge Leute stehen, putzen und spät abends abräumen.“

Sascha Jäger, der seit Jahren an der Orgel die gute Stimmung im Saal vorantreibt, leitete mit einem närrischen Tusch und einer Schunkeleinlage zum nächsten Programmpunkt über. Diesen übernahm die „Schloßborner Sternchengarde“.

Jungs und Mädchen in rot-weißer Glitzeruniform lieferten einen Gardetanz par excellence und überzeugten mit komplizierten Hebefiguren, fetziger Musik und sicherer Schrittfolge. Svenja Gartmann und Jenny Lange, selbst von Kindesbeinen in der Fastnacht aktiv, hatten eine anspruchsvolle Choreographie auf die Beine gestellt, die Klassik und Moderne perfekt vereinte. Während im Saal bei „Kornblumenblau“ oder „gehen wir mal rüber zum Schmitt“ eifrig geschunkelt wurde, bahnte sich auf der Bühne bereits das nächste Highlight an. Nachwuchstalent Nina Grafe berichtete in ihrem Vortrag wie schön es doch wäre, Prinzessin zu sein.

In rosa festlichem Prinzessinnengewand fragte sie die Kinder: „Als Prinzessin hätt` ich Geld nen Riesenhaufen, was könnt ich mir davon nur alles kaufen?“ Gut gelaunt erobert sie bereits im dritten Jahr in Folge die Herzen ihrer kleinen Fastnachtsfans und freute sich über den großen Applaus, der die Narrhalla erfüllte. So verzauberten noch viele andere Tanzgruppen und Büttenreden die kleinen Narren, bis die Schneidhainer Kindersitzung am späten Nachmittag schließlich frohgelaunt zu Ende ging.

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