ALK: Schule neu denken

Königstein (kw) – In der letzten Stadtverordnetenversammlung des Jahres 2024 sollen die gewählten Vertreter über einen Vertrag mit dem Kreis zum Bau der neuen Grundschule in der Königsteiner Innenstadt entscheiden. Seit vielen Jahren ist dieser Neubau überfällig, und es bestand und besteht Einigkeit, dass der beste Standort für diese Schule so nah am Stadtzentrum wie möglich sein soll. Diese Position vertritt auch die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK).

Baukosten von 32 Millionen Euro

Das gesamte Bauvorhaben inklusive neuer Sporthalle, Mensa und Räumlichkeiten für einen Ganztagsbetrieb soll laut Vertrag 32 Millionen Euro kosten. Auch wenn Königstein zunächst „nur“ einen Investitionsbeitrag von 2,8 Millionen Euro zahlen soll, werden die Kosten dennoch auf Umwegen wieder bei den Kurstädtern landen. Schon jetzt wurde mitgeteilt, dass die Kreis- und Schulumlage erhöht werde. Diese Erhöhung wird Königstein im nächsten Jahr ca. 370 000 Euro kosten, erläuterte Bürgermeisterin Beatrice Schenk-Motzko (CDU) in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Hohe Steuern, hohe Umlagen

Bereits die Haushaltsberatungen für das Jahr 2025 zeigten, dass Königstein vor großen finanziellen Herausforderungen steht. Die Parlamentsmehrheit sprach sich für eine Erhöhung des Grundsteuerhebesatzes um 36,5 Prozent über der von der ALK geforderten Aufkommensneutralität aus. Das bedeutet für viele Menschen in Königstein mindestens eine Verdopplung der Grundsteuer. Nun wird ein neues, zwar notwendiges, aber extrem teures Projekt in Angriff genommen. Vor diesem Hintergrund sollte die Frage erlaubt sein, den Grundschulneubau noch einmal zu überdenken.

Friedrich-Stoltze-Schule prüfen

Trotz massiven Protests seitens der ALK gegen die Schließung der Haupt- und Realschule wird es diese Schulform in Königstein aufgrund des politischen Mehrheitswillens im Hochtaunuskreis nicht mehr geben. Daraus resultiert die Frage, wie das Gebäude bzw. Gelände der Friedrich-Stoltze-Schule möglichst effizient genutzt werden kann. Derzeit wird es in Teilen vom Taunusgymnasium mitgenutzt. Fest steht, dass die Grundschulkinder während der Neubauphase der Grundschule in der Friedrich-Stoltze-Schule unterrichtet werden. Aus Sicht der ALK sollte deshalb geprüft werden, ob das Gebäude als Standort für die Grundschule Königstein auch langfristig in Frage käme. Die Baukosten würden wahrscheinlich sehr viel geringer ausfallen und man könne auf dem Gelände noch weitere städtische Einrichtungen unterbringen. Zum Beispiel muss mittelfristig ein neuer Standort für die Stadtbücherei gefunden werden. Wünschenswert sei zwar ein Gebäude in der Stadtmitte, doch ob sich dieses findet, ist noch offen. Die Musikschule benötigt ebenfalls neue Räumlichkeiten.

Zwar bestehe eine fertige Planung für den Schulbau in der Innenstadt, der sich aber sicherlich auch an die neuen Gegebenheiten anpassen lasse. In der Summe, so der Prüfauftrag, den die ALK nun erteilen möchte, sei zu berechnen, wie hoch die Kosteneinsparungen bei diesem Standort ausfallen könnten.

Synergien nutzen

Schon heute sei der Schulweg entlang der Falkensteiner Straße bei Schulbeginn und Schulschluss massiv überlastet. Unter Nutzung eines Geländestreifens, der derzeit zum Schulgrundstück gehöre, könne der Fußgängerweg verbreitert und mit einem Fahrradweg ergänzt werden. Somit sei es möglich, die Schule auch fußläufig gut zu erreichen. Laut Vertrag erhält der Kreis die Option, auf dem Schulgelände der Friedrich-Stoltze-Schule Wohnungen zu bauen, um auf diese Weise den Bau zu finanzieren. Für Königstein, so die ALK, wäre es sicherlich besser, hier zu einem wesentlich geringeren Betrag ein Bildungs- oder Familienzentrum zu schaffen.

Bedenklich sei auch, so die größte Fraktion im Königsteiner Parlament, dass mit der neuen Schule die sogenannte hortähnliche Betreuung auf Kosten der städtischen Hortbetreuung umgesetzt werde. Im Hort werden die Kinder von pädagogischen Fachkräften betreut und gefördert und die Ferienbetreuung ist gesichert. In den hortähnlichen Betreuungszentren sind Fachkräfte nicht zwingend notwendig und die Betreuung während der Schulferien ist nicht gesichert. Die ALK votiert dafür, beide Betreuungsformen aufrechtzuerhalten und den Eltern die Wahl für ein Modell zu belassen.



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