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Internationale Verbindungen entstehen auf kommunaler Ebene bei argentinischem Tango

Von links nach rechts: Frieder Gebhardt, Bürgermeister der Stadt Langen, Generalkonsul Edgardo M. Malaroda, Bürgermeister Klaus Temmen und der stellvertretende Konsul Federico Petrecca. Foto: Puck

Kronberg (pu) – „Als Bürgermeister freue ich mich sehr, dass die guten Verbindungen, die die Stadt Kronberg im Taunus und das argentinische Generalkonsulat in Frankfurt am Main pflegen, gerade in jüngster Zeit verstärkt Früchte tragen“, unterstrich Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) am Samstag zum Auftakt des Tangokonzerts anlässlich des Malbec World Days in der Stadthalle, dessen Schirmherrschaft er übernommen hatte.

Diese Aussage kam nicht von ungefähr. Wie man nun erfahren konnte, wurden unbemerkt von der Öffentlichkeit in den letzten Monaten Gespräche aufgenommen mit dem Ziel der Kontaktintensivierung. Die Initiative dazu ging von Generalkonsul Edgardo M. Malaroda aus, der seit seinem Wechsel nach Frankfurt auf der Suche nach Anknüpfungspunkten, um die guten bilateralen Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland durch neue Verbindungen auf kommunaler Ebene auszubauen und zu intensivieren. Das argentinische Generalkonsulat und Förderungszentrum ist für die Außenwirtschaftsförderung und die kulturelle Zusammenarbeit für die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern zuständig.

Gemeinsame Themen

Malarodas Bestreben fußt auf der Wende in der Wirtschaftspolitik seines Heimatlandes seit der Vereidigung von Staatspräsident Mauricio Macri Ende Dezember 2015, in deren Verlauf Importrestriktionen gelockert und der Devisenhandel weitgehend frei gegeben wurde. Die Republik im Süden Südamerikas hofft auf den dringend benötigten wirtschaftlichen Aufschwung und treibt daher unter anderem auch die Werbung in Sachen Tourismusförderung voran. Ein bekanntlich zunehmend auch in der Burgstadt im Fokus stehendes Thema. Eine weitere Gemeinsamkeit ist die gemeinsame Liebe für erlesene Weine. Wie Rathauschef Klaus Temmen in seinem Grußwort erläuterte, leben laut einem Bericht aus dem „zeit“-Magazin die größten Liebhaber erlesener Weine Deutschlands im Hochtaunuskreis und „damit auch in Kronberg im Taunus“. Der Kronberger Rathauschef und Generalkonsul Edgardo M. Malaroda waren sich einig darin, dass für die Ausrichtung des Konzertabends daher keine bessere Wahl hätte getroffen werden können als die Burgstadt und das überwältigende Besucherinteresse untermauerte diese Entscheidung nachhaltig. Innerhalb kürzester Zeit waren sämtliche zur Verfügung stehenden Plätze ausgebucht.

Malaroda stand die Freude über die positive Resonanz ins Gesicht geschrieben. In Augenschein hatte er persönlich die Stadthalle erstmals während des Neujahrsdialogs nehmen können und war ad hoc von der einzigartigen Atmosphäre des Schmuckkästchens der Stadt begeistert.

Da sich inzwischen ein reger Kontakt zwischen der Wirtschaftsförderung der Stadt Kronberg und dem Konsulat entwickelt hat, kam unverzüglich eins zum anderen. In Gesprächen mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Andreas Bloching entstand außerdem die Idee, im Rahmen der in neun Tagen stattfindenen Kronberger Genuss-Messe auch erlesene Weine aus Argentinien vorzustellen.

Weltweite Feier

Doch zunächst galt die Aufmerksamkeit am letzten Samstag dem am 17. April 2011 eingeführten Malbec World Day, mit dem der Malbec-Wein als Flaggschiff der argentinischen Rebsorten weltweit in 70 Städten und 54 Ländern als Flaggschiff der argentinischen Rebsorten gefeiert wird. Aus der Taufe gehoben wurde der Gedenktag, als Argentiniens Präsident Domingo Faustino Sarmiento seine Mission zur Umwandlung der argentinischen Weinindustrie offiziell machte und sich davon überzeugt zeigte, dass diese Feier dazu beitragen würde, diese Weinsorte und das Land selbst als eines der wichtigsten önologischen Epizentren der Welt zu positionieren.

Für den passenden Wein war demzufolge gesorgt, doch als Sahnehäubchen servierte das Generalkonsulat als Ausrichter der Veranstaltung den sinnlichen Rhythmus des Tangos, der von der UNESCO zum Immateriellen Kulturgut erklärt wurde. Das Ensemble „Argale“ fand sich auf ausdrücklichen Wunsch des Generalkonsuls extra für die Kronberger Veranstaltung zusammen, üblicherweise sind die Musiker anderweitig tätig. Die argentinisch/deutsche Mischung eroberte die Herzen des Publikums im Sturm. Amadeo Espina (Geige), Roger Helou (Klavier), Christian Gerbe (Bandoneon) und Winfried Holzenkamp am Kontrabass entführten mit einem Mix aus traditionellen und neueren Tangos in die Welt des als bedeutendes Kulturzentrum Amerikas geltende Einwanderungslands Argentinien, in dem unter anderem der Tango Argentino seinen Ursprung hat. Aus Stockholm war Sänger Omar „el aleman“ Férnandez angereist, der mit seiner einfühlsamen Stimme zusätzlich in Bann zog. Lang anhaltender herzlicher Applaus belohnte die Musiker am Ende des Konzerts für ihre begeisternde Darbietung.

Das Näherbringen der argentinische Lebensart wurde abgerundet durch einen Film über die Weinregionen – Argentinien ist die fünfgrößte Weinnation der Welt – und natürlich durch die Gelegenheit, den Malbec zu probieren und miteinander ins Gespäch zu kommen.

Im Zuge dessen gab Generalkonsul Edgardo M. Malaroda seiner Zuversicht Ausdruck, dass die bereits innerhalb kürzester Zeit geknüpften Kontakte mit der Burgstadt sukzessive ausgebaut werden. Er sieht viele Berührungspunkte, sei es Wirtschafts- und Tourismusförderung, Sport, Natur und Kunst. Während er sich sogar eine künftige feste Partnerschaft zwischen Kronberg und dem bedeutenden Badeort im östlichen Argentinien Pinamar vorstellen könnte, verwies Bürgermeister Klaus Temmen mit Nachdruck auf die für ein solches Ansinnen schwierigen Rahmenbedingungen. Bekanntlich hat Kronberg bereits vier Partnerstädte.

In einem ersten Schritt zum Brückenausbau sei allerdings der Kontakt zur Altkönigschule hergestellt worden. „Es gibt interessante Schulaustausch-Programme und Möglichkeiten von Praktika vor Ort. Sollte sich über diese Schiene und unter Umständen weitere aufkommende Ideen mehr ergeben, müsste man prüfen, ob die aufkeimenden Beziehungen in eine dauerhafte freundschaftliche Verbindung münden können“, so Temmen.

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