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Kronberg präsentiert sich – und der BDS zum 150-jährigen Jubiläum

Kronberg (mw) – Der Bund der Selbstständigen (BDS) hatte zur Jahreshauptversammlung eingeladen und knapp 20 Mitglieder von aktuell 173 waren der Einladung ins Posthaus gefolgt. Vorstandssprecher Christian Hellriegel lenkte zur Begrüßung der Mitglieder und Gäste den Blick kurz auf die Weltpolitik, die seiner Überzeugung nach das Vertrauen der Menschen in die Zukunft stark erschüttert habe. Der Blick auf die schlechte wirtschaftliche Lage anderer EU-Staaten wie Italien, Griechenland oder Spanien, zu Trump und seinem angezettelten Handelskrieg, zu den Kriegen im arabischen Raum, zu Putin und Erdogan, oder auf die Rücksichtslosigkeit Chinas, mache den Menschen Angst. Es sei zu erwarten, dass die Menschen in solchen Zeiten eher sparen. Dennoch finden 90 Prozent der Unternehmer, dass die Geschäfte gut laufen oder sind zumindest zufrieden laut Konjunkturbericht des Landes Hessen, informierte er. Ein größeres Problem sei derzeit nach wie vor, dass in den Unternehmen Fachkräftemangel herrsche. „Ein Viertel aller Bauunternehmer denkt, dass die Geschäfte noch steigen werden, sind aber jetzt schon für die nächsten vier Monat mit Arbeit ausgebucht“, berichtete er. Einzig das Hotel- und Gaststättengewerbe habe einen Rückgang bei den Geschäften zu verzeichnen.

Für Kronberg ist die Situation der Handwerker inzwischen hinreichend bekannt (wir berichteten). Der städtische Wirtschaftsförderer Andreas Bloching als auch Moritz Feger vom Arbeitskreis Handwerk beim BDS wiederholten ihr Appell in Richtung Politik, hier alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass zukünftig (was nach einer Entscheidung immer noch sechs bis zehn Jahre bis zur Umsetzung dauern kann) neue Flächen für Gewerbeansiedlung ausgewiesen werden können. Denn den Kronberger Handwerksbetrieben fehlt es an Expansionsmöglichkeiten. Gebiete, die zur Debatte stehen, sind laut Wirtschaftsförderer Bloching „Oberhöchstadt Süd“, „Roter Hang“ und das Gebiet „Am Auernberg“.

Situation des Einzelhandels

Die Situation des Einzelhandels in Kronberg ist nach wie vor schwierig, das wurde ebenfalls klar beim Rundumblick Christian Hellriegels durch die Altstadtstraßen, angefangen beim seit vier Jahren geschlossenen Geschäft in der Hainstraße (ehemaliger Bioladen) bis zum renovierten, jedoch noch immer nicht verpachteten „Zum Adler“. Doch es gibt auch positive Signale: das neue Café in der Friedrich-Ebert-Straße und die Probephase für die Fußgängerzone dort. „Das Wohlbefinden der Menschen ist groß, die Atmosphäre ist einfach wesentlich schöner geworden“, bestätigte Dirk Sackis von der Kronberger Bücherstube zu seinem Eindruck über die neu eingerichtete Fußgängerzone. Andreas Bloching rief die Geschäftsinhaber und Gastronomen auf, auch beim nächsten Fußgängerzonenfest am 14. Juli von 10 bis 15 Uhr mit Ideen und Teilnahme zu einer Belebung der Fußgängerzone beizutragen. Zum Thema Einzelhandel verlieh Achim Klinger vom Arbeitskreis Einzelhandel seinem Kummer Ausdruck, die Einzelhändler nur schwer für Aktionen und neue Ideen zu gewinnen, beziehungweise sie näher zusammenbringen zu können. „Das gelingt uns leider nicht so wie wir es uns wünschen. Es funktioniert einfach nicht“, so Klinger. Man brauche nur in die BDS-Runde zu schauen: Die Geschäfte seien ja da, aber die Einzelhändler eben nicht! Schon allein beim der Organisation der verkaufsoffenen Sonntage fehlte es an Unterstützung. Es seien immer wieder dieselben Themen: Es fehlt das Wir-Gefühl, schaut man auf die Öffnungszeiten-Debatten oder darauf, dass es immer wieder Einzelhändler gibt, die ihr Geschäft beispielsweise zum Herbstfrüchtefest erst gar nicht nicht öffnen, wie BDS-Mitglied Dieter Krieger vom Obsthof Krieger bemerkte.

Christian Hellriegel informierte die Runde auch darüber, dass in Zukunft möglichst auch die Gastronomen ein Standbein im BDS erhalten sollen, genauso wie Handwerker, Freiberufler und Dienstleister. Denn auch hier ließen sich in engerer Zusammenarbeit viele Ideen für die Gesamtstadt entwickeln.

Gregor Baumann, der den kommenden Gewerbemarkt im Herbst organisiert, ist schon dabei, die Gastronomen zu gewinnen, sich zu bestimmten Anlässen gemeinsam einzubringen: So soll es zum Herbstmarkt beispielsweise ein spezielles Menü geben, das ansonsten bei ihnen nicht auf der Karte steht und die Besucher kulinarisch durch die Stadt leitet. „Drei bis vier Gastronomen konnte ich dafür schon gewinnen“, so Baumann, der in diesem Zusammenhang gemeinsam mit dem BDS-Vorstand daran erinnerte, dass der Herbstmarkt nach wie vor das Konzept verfolgt, dass sich Kronberg mit dem, was es hat, vorstellt: Kronberg präsentiert sich. „Es geht auch hierbei wieder um das Wir-Gefühl, gemeinsam wollen wir zeigen, wer wir sind!“, so Hellriegel. Es sind also die Teilnehmer, bis dato gibt es 71 Anmeldungen, gefragt, sich für die Besucher etwas Attraktives auszudenken: als Plattform hierfür kann auch die BDS-Bühne bespielt werden, die dieses Jahr unter den Marktarkaden ihren Platz finden wird, neben dem Handwerkerdorf auf dem Berliner Platz. Noch hofft Baumann auch die Bewegungsmeile in der Hainstraße durch Mitwirkung möglichst vieler Sportvereine wieder gestalten zu können. Er ist für weitere Ideen und Unterstützung dankbar, wie der von Anja Mangold von der Kronberger Teestube, vielleicht wieder eine Tombola mit Quiz wie letztes Jahr von „Citynfo“ anzubieten, sodass die Besucher durch eine Reihe von Geschäften und somit durch die ganze Stadt gelenkt werden.

150 Jahre Bund des Selbstständigen

Zum Abschluss des bunten BDS-Abends mit zahlreichen weiteren Beiträgen aus den Arbeitskreisen und Themen, die kurz gestreift wurden wie die neuen Datenschutzverordnung, gab es noch einen Ausblick auf die BDS-Feier zum 150-jährigen Jubiläum des Bundes der Selbstständigen 2019. Anke Wenderoth vom BDS-Arbeitskreis Freie Berufe hatte schon Einiges an Ideen mit im Gepäck: Es soll einen Handwerkertrail durch Kronberg geben, auf dem alle Interessierten die Geschichte der Kronberger Handwerker, die früher allesamt in der Altstadt mit ihren Betrieben beheimatet waren, kennen lernen können (ähnlich dem Laternenpfad), es soll eine Ausstellung geben und am 19. Oktober 2019 ein Fest in der Stadthalle. Außerdem sollen die Alt-Unternehmer interviewt werden. „Es wird ein informatives, aber auch witziges Fest“, verspricht Wenderoth, „an dem wir den Mitgliedern auch etwas zurückgeben wollen.“ Vielleicht gelingt es den Organisatoren, zu denen Albert Sanftenberg für den Arbeitskreis Dienstleistungen gehört, alte Werbefilme zu mobilisieren, „die sind teilweise auch sehr lustig“, verspricht Wenderoth. Nach diesem vielversprechenden Ausblick nutzten die erschienenen Mitglieder die Einladung des BDS-Vorstandssprechers, noch ein kühles Getränk zu bestellen und ließen den Sommerabend bei munteren Gesprächen im Posthaus entspannt ausklingen.

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