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Musikalisch, vielfältig und kreativ: Der Musikverein und sein Konzert

Mit einem Konzert in der Stadthalle läutete der Musikverein den Frühling ein.

Fotos: Pfeifer

Kronberg (pit) – MVK steht in den hiesigen Gefilden im Allgemeinen für Musikverein Kronberg. Doch könnte die Lesart auch durchaus eine andere sein: „Musikalisch, vielfältig und kreativ“, erläuterte Angelika Hartmann, die charmant durch das Frühjahrskonzert führte. Das wohlmeinende Raunen im Publikum gab ihr damit recht, und als während der Polka „Grüß Gott“ zu Beginn des Konzerts zwei Herren mit einer großen schwarzen Kiste im wahrsten Sinne des Wortes auf die Bühne gepoltert kamen, um daraus eine Triangel zu fischen und ihr einen einzelnen Ton zu entlocken, ordneten die schmunzelnden Zuschauer dies sogleich unter dem Stichwort „kreativ“ ein.

Es war, wie Angelika Hartmann gleich zu Anfang verriet, ein fröhlich-heiteres Konzert, mit dem die Musiker unter der Leitung von Jörg Senger den Gedanken an den Winter vertrieben und Appetit auf Frühling und Sommer machten: „Hierfür haben wir eher volkstümliche Titel ausgesucht.“ An ihr selbst lag es dabei, ein wenig Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stücken zu geben, denen gerne gelauscht wurde.

Auf diese Weise erfuhr man zu dem Potpourri nach den Motiven der Operette „Der Vogelhändler“, das als Nächstes erklang und die einst von Carl Adam Johann Nepomuk Zeller verfasst wurde, der sein Leben lang nur nebenberuflich komponierte. Die Uraufführung der Komödie um das Liebespaar Adam und Christel fand am 10. Januar 1891 im Theater an der Wien statt und gehört mittlerweile zu dem halben Dutzend Operetten, die sich ununterbrochen im Repertoire deutschsprachiger Bühnen behauptet hat. Bühne frei hieß es anschließend für das „Tuba Concerto Espanol“ aus der Feder von Kurt Gäble, der mit diesem Werk dem Leben der Tuba als Instrument „am Rande“ des Blasorchesters ein Ende bereitete. Als Solist wirkte Johannes Lorenz, der vor acht Jahren begann Tuba zu spielen. Ganze neun Kilogramm musste er da stemmen, um die Vielfalt „seines“ Instruments unter Beweis zu stellen – und erntete dafür ein kräftiges „Olé!“ Dann aber betrat das Kinder- und Jugendorchester die Bühne, dessen Reihen für treue Besucher der MVK-Konzerte zunächst einmal sehr gelichtet schienen. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass viele von ihnen mittlerweile zu den „Großen“ gewechselt haben. Ein guter Grund für die Vereinsvertreter, insbesondere an Schulen aktiv zu werden: „Wir wollen versuchen, Nachwuchs zu begeistern“, sagte Angelika Hartmann. Ein gutes Aushängeschild war ganz gewiss das Konzert, das die jungen Musiker an diesem Tag boten, denn mit „Gathering in the Glen“, „The Beauty and the Beast“, „Amazing Grace“ und Bandroom Boogie“ ernteten sie viel verdienten Applaus. Denn besonders zu berücksichtigen galt hierbei, dass sie seit dem Weihnachtskonzert nur vier Monate Zeit hatten, die Stücke einzustudieren. Den Auftakt nach der Pause machte der Valdres-Marsch des norwegischen Komponisten Johannes Hannsen, dem das Solo für Alt-Saxophon „Persuasion“ des Jazzers Sammy Nestico folgte. Als Solist agierte Jooweon Kim, der 2013 von der Klarinette zu diesem Instrument gewechselt hatte, weil er dessen warmen und beeindruckenden Klang sehr schätzt. Das Publikum in der Stadthalle wiederum wusste seine Interpretation sehr zu schätzen und dankte es ihm mit viel Beifall. Für die Titelmusik zu dem Film „Children of Sanchez“, die ursprünglich von Chuck Mangione komponiert wurde, hatten sich die Schlagzeuger des Orchesters ein tolles Solo einfallen lassen, das sie gleich zu Anfang präsentierten und mit „Danke Hansi“ folgte eine Verneigung der Musiker vor James Last, der einst in Bremen das Licht das Welt erblickt hatte und am 9. Juni 2015 mit 86 Jahren in seinem Haus in Florida starb. Und so hieß es „Danke, James Last, für diese schöne Musik“ bevor die kroatische Rhapsodie von Thorsten Reinau zur Aufführung gelangte. Nach der Zugabe „Musikantenkirchtag“ von Thomas Zsivkovits war es an Peter Ruth, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Musikvereins, sich bei allen zu bedanken, die zum Gelingen eines schönen Konzerterlebnisses beigetragen hatten. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit für eine ernste Anmerkung in Richtung Bürgermeister. Zwar attestierte er ihm einerseits, dass er viel Sinn für Vereine habe und selbst aktiv im Vereinsleben eingebunden sei, doch es gute Gründe für die Musiker gegeben habe, dieses Mal nur an einem Tag, statt wie in den Jahren zuvor an zwei Tagen, aufzutreten: „Die damit einhergehenden Kosten sind zu hoch.“ Einher gegangen sei mit dieser Entscheidung auch eine Erhöhung des Eintrittspreises von bisher zehn auf zwölf Euro.

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