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Strahlende Gesichter bei der 20. BraunPrize-Verleihung unter dem Motto: „Design for What Matters“

Kronberg. – 50 Jahre nach der ersten Verleihung fand nun die 20. Ausgabe des BraunPrize statt. Zehn Finalisten präsentierten ihre Entwürfe im Braun Innovation Centre in Kronberg live vor einer Jury, der unter anderem der bekannte Industriedesigner und frühere Braun Design Director Dieter Rams angehörte. Bei der Verleihung, mit der die Marke auch fünf Jahrzehnte Braun Kreativität und Design feierte, wurde das Ergebnis des ein Jahr lang dauernden Bewerbungs- und Auswahlprozesses bekanntgegeben und außergewöhnliche Talente mit Preisen im Gesamtwert von 75.000 US-Dollar ausgezeichnet.

Dieses Jahr waren die kreativen Köpfe aufgefordert worden, Designs zu entwerfen, die wirklich etwas bewirken, Dinge verbessern und echte Innovationen darstellen. Gesucht wurden Konzepte, die den Blick zurück auf das lenken, was in unserer zunehmend komplexen Welt wichtig ist und die Gestaltung besserer Lösungen und Erlebnisse ermöglichen. 3.087 Teilnehmer aus 107 Ländern stellten den bisherigen Rekord beim BraunPrize auf, der als der am längsten bestehende Wettbewerb für Produktdesign großes Ansehen genießt.

1968 von Erwin Braun ins Leben gerufen, ist der BraunPrize heute so relevant wie damals: Er unterstützt und fördert junge, aufstrebende Designer und Erfinder, die sich der Herausforderung stellen, die Welt mit ihrer Kreativität und ihrem Handwerk besser zu machen. Der Vorsitzende des BraunPrize Komitees und Braun Design Director Oliver Grabes sagt: „Der BraunPrize 2018 verzeichnete mehr Beiträge als jemals zuvor. Die fantastische Resonanz zeigt, wie wichtig bedeutungsvolles Design in der Welt von heute und morgen ist. Das wollen wir unterstützen, denn es ist der Kern unserer Marke und unserer Philosophie.“

BraunPrize 2018: Der Wettbewerb

Beim BraunPrize 2018 wurden zehn Preise in zwei Kategorien vergeben: Studenten und Nachwuchstalente. Eine internationale Jury aus namhaften Design- und Technologieexperten kam im Juni zusammen, um alle Beiträge zu begutachten und die zehn Finalisten auszuwählen, die ihre Entwürfe schließlich am 12. September vor der Fachjury präsentierten. Darüber hinaus wurden 50 weitere außergewöhnliche Projekte ausgewählt, die im Rahmen des BraunPrize besondere Erwähnung finden und bei der BraunPrize Ausstellung präsentiert werden, weil sie nach Meinung der Jury ebenfalls Anerkennung verdienen. Alexandra Deschamps-Sonsino, Designerin, Beraterin, IOT Expertin und Jurymitglied beim BraunPrize 2018, sagt zum Auswahlprozess: „Der Wettbewerb hat Talente aus aller Welt mobilisiert. Verschiedene Länder, unterschiedliche Hochschularten und die verschiedensten Nachwuchstalente – der BraunPrize hat all das für uns zusammengebracht.“ Stefan Schamberg, Director R&D for Braun Global, Managing Director of R&D bei P&G und Jurymitglied beim BraunPrize 2018 fügt hinzu: „Bei vielen Beiträgen geht es um soziale Verantwortung, Gesundheit und die Erhaltung unserer Erde für die Zukunft. Ich war überwältigt davon, wie verantwortungsbewusst unsere Teilnehmer sind, und was ihnen wirklich wichtig ist.“

BraunPrize 2018: Die Gewinner

Beim Finale durfte jeder Finalist sein Produktdesignkonzept vor der BraunPrize 2018 Jury und mehr als 100 Gastjuroren aus Unternehmen, Universitäten und Medien im Bereich Design und Innovation präsentieren. In einem Live-Voting wurden dann die Gewinner der Kategorien Gold, Silber, Bronze und Nachhaltigkeit gewählt.

In der Kategorie der Studenten wurden Beiträge zu Gesundheit und Umweltschutz als verdiente Gewinner gekürt. „WIM“ erhielt den Gold Prize über 15.000 US-Dollar. Der Silver Prize über 10.000 US-Dollar ging an „Otto“ und „Pluvo“ wurde zum Gewinner des Bronze Prize über 5.000 US-Dollar gekürt. Die Gewinner in der Kategorie Studenten sind: Gold: „WIM“, von Thomas Helmer und Jenny Holmsten, Silber: „Otto“, von Gabriel Uggla, Selvi Olgac und Birnur Sahin und Bronze: „Pluvo“, von Lewis Hornby, Nicholas Hooton und Claudia Arnold.

„WIM“ von Thomas Helmer und Jenny Holmsten ist eine neue Form der interaktiven Schlaganfalltherapie, die die Genesung zu Hause unterstützt. Über ein Tracking-Armband wird eine personalisierte Therapie möglich. Eine Sharing-Anwendung ermöglicht die ständige Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Dadurch wird die Therapie während der langen Phase der Regeneration zu Hause einfacher und macht mehr Spaß.

„Otto“ von Gabriel Uggla, Selvi Olgac und Birnur Sahin unterstützt das alltägliche Asthma-Management durch Integration des Überwachungs-, Protokollierungs- und Medikationsprozesses in einen nahtlosen Vorgang. Otto führt den Anwender durch visuelle und akustische Signale durch den Prozess, bei dem Messungen vorgenommen, die Medikamentendosis angepasst und die Daten protokolliert werden – alles über nur ein Messgerät.

„Pluvo“ von Lewis Hornby, Nicholas Hooton und Claudia Arnold ist eine kostenneutrale Lösung gegen städtische Luftverschmutzung. Die zum Patent angemeldete Technologie nutzt Wasserdampf, um gefährliche Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Durch die Nutzung von Wasserdampf kann die Lösung außerdem kostenneutral als holografisches Werbemedium genutzt werden.

In der Kategorie Nachwuchstalente standen Kindergesundheit und Umweltverbesserungen im Mittelpunkt.

Die Gewinner in der Kategorie Nachwuchstalente: Gold: „ASHA“, von Peter Alwin, Silber: „Colo“, von Matus Chlpek und Bronze: „INST.ant“, von Andreas Munk.

„ASHA“ von Peter Alwin erhielt den Gold Prize über 15.000 US-Dollar. ASHA ist ein Gerät, das eingesetzt werden kann, um Kinder mit zu geringem Geburtsgewicht in ländlichen Regionen Indiens zu überwachen. Das simple tragbare Gerät misst das Gewicht und die Temperatur des Kindes über eine integrierte, solarbetriebene Digitalwaage und ein hygienisches, berührungsfreies Infrarot-Thermometer. Die Gewichtszunahme des Kindes wird engmaschig überwacht, sodass in den entscheidenden ersten Wochen bei Bedarf eine schnelle Behandlung möglich wird.

Der Silver Prize über 10.000 US-Dollar ging an „Colo“ von Matus Chlpek. „Colo“ ist ein neuer Sneaker, der Fußfehlstellungen korrigiert und das Gangbild von Kindern zwischen drei und zwölf Jahren verbessert. Zum Design gehören der Schuh, eine Smartphone-App und eine maßgefertigte 3D-Innensohle. Die wichtigste Funktion von Solo ist die passive Nachverfolgung des Gangbilds, entweder visuell oder noch präziser über die App. Es ist eine spielerische Möglichkeit für Kinder mit Fußproblemen und außerdem ein Produkt mit einer Botschaft: „Jeder ist anders, und das ist gut so.“ Der Bronze Prize über 5.000 US-Dollar ging an „INST.ant“ von Andreas Munk. „INST.ant“ ist ein Anhängersystem, das jedes Fahrrad in eine Transportlösung verwandelt. Der Erfinder greift damit einen wichtigen Vorteil des Autos gegenüber dem Fahrrad auf und möchte erreichen, dass die Menschen sich öfter für das Fahrrad entscheiden. Die Klapptechnik des Anhängers basiert auf dem Teleskop-Prinzip. Durch sein kompaktes Design ist er schnell einsatzbereit und stört beim Radeln überhaupt nicht. Lasten bis zu 50 Kilogramm können so transportiert werden.

Die Kategorie Nachhaltigkeit ist eine Neuerung beim BraunPrize 2018. Sie ist eine Hommage an die Braun Philosophie „Less is more“ und ein Verweis darauf, wie wichtig Nachhaltigkeit in der heutigen Zeit ist.

In der Kategorie Studenten erhielt „Ö“ den ersten Preis über 5.000 US-Dollar und „ACORN“ den zweiten Preis über 2.500 US-Dollar. „Ö“ von Constance Richard ist ein nachhaltiger Helfer für den humanitären Einsatz, der kontaminiertes Wasser trinkbar macht. Es handelt sich um ein Open-Source-Projekt zur Filterung von verschmutztem Wasser, das mit einfachen technischen Mitteln wie einem Keramik- und einem Sandfilter Pathogene aus dem Wasser filtert und damit für Menschen die Grundlage für ein eigenständiges Leben schafft.

„ACORN“ von Liye Zhang, Xucheng Yan, Zihan Xie, Ximing Jiang und Jiaqing Zhang ist eine Lösung zur Flächenbegrünung in Wüstenstädten. Die mit Dünger versehene, extrem saugfähige Folie gibt nach dem Anpflanzen im Sand Nährstoffe an die Pflanzen ab. „ACORN“ senkt nicht nur die Kosten für die Aufforstung in Wüstenregionen, sondern verbessert auch die Effektivität der Anpflanzungsmaßnahmen und dient der Verschönerung der Städte.

In der Kategorie Nachwuchstalente erhielt „FIYLTER“ den ersten Preis über 5.000 US-Dollar und „Wireframe“ den zweiten Preis über 2.500 US-Dollar.

„FIYLTER“ von Simon Desnerck ist ein Selbstbau-Filter für Waschmaschinen, der beim Waschen synthetischer Bekleidung abgelöste Kunststofffasern aus dem Wasser filtert und verhindert, dass diese in die Meere gelangen. Die FIYLTER Lösung funktioniert wie ein Handbuch für Filtersysteme mit einer Anleitung dafür, wie man je nach Bedarf günstige und für jedermann erhältliche Komponenten zu einem Filter kombinieren und verhindern kann, dass die entstehende „Kunststoffsuppe“ in unseren Meeren landet.

„Wireframe“ von Ben Körös unterstützt die ländliche Bevölkerung in Entwicklungsländern beim Bau und Betrieb erschwinglicher Windturbinen, damit genug Elektrizität erzeugt werden kann, um ein grundlegendes Kommunikationsnetzwerk zu betreiben. Die Menschen können über Funk miteinander sprechen, in Notsituationen ihre Nachbarn in den umliegenden Dörfern warnen oder Wetterberichte weitergeben. Außerdem wird die Energie zur Erzeugung von Licht verwendet, um die Zahl der produktiven Arbeitsstunden pro Tag zu erhöhen.

„In einer Welt voller Unordnung, mit komplexen Strukturen und Problemen sind die Designgrundsätze von Braun – Funktionalität, Qualität, Einfachheit und Langlebigkeit – bedeutender denn je“, ist sich das Unternehmen sicher. Durch die kontinuierliche Entwicklung bahnbrechender Designs und die Förderung der Rolle des Industriedesigns bei der Überwindung der Herausforderungen des modernen Lebens will Braun und der BraunPrize jungen Talenten eine Plattform bieten. So will man sicherstellen, dass auch kommende Generationen von Designern die Mission von Braun, „Design for what matters“ fortführen. (mw)

50 Jahre nach der ersten Verleihung fand nun die 20. Ausgabe des BraunPrize statt – hier die glücklichen Gewinner 2018
Fotos: Procter & Gamble

Der frühere Braun Design Director Dieter Rams, der in der Jury saß, beim Anschnitt der Jubiläumstorte zur Feier von fünf Jahrzehnten Braun Kreativität und Design.

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