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Uraufführung in St. Johann: Glückserlebnis für Ohren und Gemüt

Kantor Bernhard Zosel mit dem Chor St. Johann auf der Empore. Foto: Westenberger

Kronberg (kb) – Ein großes Glückserlebnis für Ohren und Gemüt – so konnte auch ein musikalischer Laie das sommersonntägliche Konzert mit Hymnen und Psalmen zum Johannisfest empfinden, das am vergangenen Sonntag in der Johanniskirche stattfand, wie immer souverän und konzentriert geleitet durch Kantor Bernhard Zosel. Nach dem festlichen „Lobgesang nach Psalm 45“ von Zoltan Gardonyi für Orgel und Chor fühlte man sich bei Mendelssohns Hymne „Hör mein Bitten“ fortgetragen vom Wechselgesang zwischen dem stimmlich und harmonisch perfekt agierenden Chor der Johanniskirche und der kenianisch- norwegischen Sopranistin Rhoda Ondeng Wilhelmsen. Die großartige, immer austarierte Klangfülle ihrer Stimme war ein Hochgenuss. Die folgende „Toccata und Fuge a-Moll“ von Max Reger war eine besondere Gelegenheit, das Talent und die Brillanz des jungen Organisten Lars-Simon Sokola an der Orgel zu bewundern. Mit Benjamins Britten „Hymn to St. Peter“ und Charles Villiers Stanfords „Magnificat in G“ wurde man eingestimmt auf den Höhepunkt: Die Uraufführung des „ Festive Anthem“ des englischen Komponisten Francis William Chandler, tatsächlich komponiert für den Chor der Johanniskirche und das Johannisfest, nachdem er im letzten Jahr die Kantorei kennengelernt hatte. Chandler, Geburtsjahr 1932, war selbst anwesend und erläuterte diese Entstehung in einem vor dem Publikum geführten Gespräch zu Beginn des Konzerts. Er hatte auch den Kontakt zur befreundeten Rhoda Wilhelmsen vermittelt, deren Stimme er beim Komponieren des „Anthems“ immer im Kopf gehört habe, so Chandler. Diese Vorstellung wurde nun beeindruckend in musikalische Wirklichkeit umgesetzt. In den englisch-traditionellen, von modernen Elementen eingefärbten Wechselgesang zwischen Chor und Sopran konnte sich mit der dritten Strophe des Chorals „Nun danket alle Gott“ auch die Zuhörerschaft einbringen – ein berauschendes Erlebnis – und ein bewegendes, den gerührten Komponisten danach zu erleben. Minutenlanger Applaus zollte ihm und der großartigen Leistung aller Mitwirkenden die gerechtfertigte Anerkennung. Entlassen wurden alle mit dem als Abendsegen empfundenen Zugabe der wunderbaren Mendelssohn-Kantate „Verleih uns Frieden“, den der Chor verteilt in der Kirche sang und in den man sich als Zuhörer hineingenommen und aufgehoben fühlte.

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