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Wohnen am Bahnhof – SPD will keine Verzögerung

Kronberg. – Nach Mitteilung des Ersten Stadtrats Robert Siedler (parteilos) in der vergangenen Sitzung des ASU strebt der RMV perspektivisch eine Taktverdichtung der S 4 auf 15 Minuten an. Dies setze einen zweiten funktionsfähigen Bahnsteig in Kronberg voraus. Ferner – so Siedler – ergebe sich aus den Gesprächen mit der Deutschen Bahn (DB Netz), dass Veränderungen an den Gleisanlagen eines Planfeststellungsverfahrens bedürfen. Dieses würde voraussichtlich einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren in Anspruch nehmen und so die Bebauung des Baufelds V (südlicher Teil) deutlich verzögern. „So lange möchten wir mit der Realisierung des Vorhabens, dort bezahlbaren Wohnraum zu schaffen auf gar keinen Fall warten“, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Haas. „Wir stehen zu unserer Aussage, innerhalb dieser Wahlperiode bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dies ist nur auf städtischem Grund möglich, weil hier Politik und Verwaltung Einfluss beziehungsweise Gestaltungsmöglichkeiten haben. Es werden in Kronberg dringend Wohnungen für die verschieden Bevölkerungsgruppen und insbesondere Menschen in handwerklichen, erzieherischen, pflegenden und anderen dienstleistenden Berufen gebraucht. Es darf nicht sein, dass in Kronberg im hochpreisigen Segment fortwährend neuer Wohnraum entsteht, während der Bau von bezahlbaren Wohnungen nur zögerlich vorankommt“.

„Auch sind heute die Anforderungen an Wohnungen in ihren Größen und ihren Zuschnitten andere als vor 15 Jahren noch. Selbst neue Wohnformen werden vermehrt nachgefragt, da es heute entweder andere Familienkonstellationen gibt oder das Bedürfnis nach mehr Nachbarschaftshilfe wächst. Bedauerlicher weise werden in den nächsten Jahren weitere Wohnungen aus der Sozialbindung fallen, wodurch sich die Angebotsseite weiter verschlechtern wird“, ergänzt die Stadtverordnete und stellvertretende ASU-Vorsitzende Andrea Poerschke. Zwar wäre es schön gewesen die Flächen des sogenannten Gleis 3 zur Verfügung zu haben. Aber wenn die Bahn meint, für einen simplen Planungsvorgang das ganz große Rad drehen zu müssen, dann müsse sich die Stadt eben flexibel zeigen. Die SPD plädiert daher dafür, die von Siedler angedachte Vorgehensweise zu forcieren und die Entwicklung des Gebietes auf den „sicheren Flächen“, die sich bereits im Eigentum der Stadt befinden, voranzutreiben. Für die Restfläche (früheres Gleis 3) sollten Planungsvarianten erarbeitet werden. Der SPD schweben dabei folgende Varianten vor: Wird das Gleis verschoben und die Oberleitungsmasten versetzt, wird der Flächengewinn zugunsten des Baugebiets für Wege, Spielflächen oder die Offenlegung des Bachs genutzt. Falls das Gleis nicht verlegt wird, bleiben die Masten stehen und müssen in die nutzbaren Flächen geschickt integriert werden. „Wir haben genügend planerische Fantasie, um auch unter nicht optimalen Bedingungen Vernünftiges zu gestalten. Weitere Jahre darf das Gelände nicht mehr brach liegen. Das passt nicht zu Kronberg und der dort entstehenden Bebauung von Hotel und Kammermusiksaal. Wir werben für eine ansprechende und qualitativ wertvolle Gestaltung auch der angrenzenden Projekte, damit dieses neu entstehende Quartier eine Einheit bildet“, so Poerschke abschließend. Als nächster Schritt werde man deshalb zunächst mit den Koalitionären das weitere Vorgehen erörtern und für das von der SPD favorisierte Vorgehen werben. (mw)

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