Oberhöchstadt (hmz) – Der „Knodderberg“ geht mit seiner bewährten Besetzung, aber mit erweitertem Programm in die dritte Runde. Am Freitag, 26. April, um 19 Uhr wird das politisch-literarische und humoristische Spektakel wieder dafür sorgen, dass dem einen oder anderen das Lachen vergehen dürfte. Der kultigen bayerischen „Nockherberg“-Tradition folgend, beginnt auch die Veranstaltung im Haus Altkönig mit dem Bieranstich. Die erste Maß gebührt von Amts wegen Bürgermeister Christoph König. Im vergangenen Jahr genügten ihm drei Schläge, bis es hieß: O‘zapft is!
Braumeister Stefan Schmidt wird anlässlich des „Knodderbergs“ wieder einen „Maibock“ brauen, der in Fässern auf kürzestem Weg ins Haus Altkönig gerollt und vermutlich einen noch kürzeren in viele durstige Kehlen finden wird. Es ist eben eine deftig-gesellige Zusammenkunft mit einer Art politischem Kabarett, komisch, urig und immer nah dran. In den Beiträgen werden aktuelle Themen der lokalen sowie der Landes- und Bundespolitik behandelt, mit mehr oder weniger feiner Ironie und teils heftigen Seitenhieben auf Politikerinnen und Politiker, gleich welcher Couleur. Nach dem Vorbild der bayerischen Wirtshausmanier wird den „Großkopferten“ deftig, aber humorvoll und eben in Oberhöchstädter Gangart der Kopf gewaschen. Das Konzept ging bereits zweimal erfolgreich auf.
Anne Hecking, Hans Georg Kaufmann, Michael Arndt, Thomas Poppitz, Wolfgang Lang, Volker Göbel und Uwe Paul treten in ihren bewährten Rollen, beispielsweise als Oberhobbit aus dem Auenland, als Teufel, der nach einem Exkurs durch das Weltgeschehen erklärt, warum die Menschheit in der Hölle landen muss und als Kaiserin Friedrich auf – der „Knodderberg“ soll schließlich beben. Bekanntlich nimmt keiner von ihnen ein Blatt vor den Mund, eine Koalition, die sich vor und hinter der Bühne versteht, Beispiel gebend also. „Wir sind eine Gruppe mit völlig unterschiedlichen politischen Überzeugungen, aber kommunikativ und einander wertschätzend. Wir haben auf eine Entwicklung reagiert, die wir in den letzten Jahren immer häufiger beobachtet haben: In den Büttenreden spielte Politik kaum noch eine Rolle“, so Anne Hecking, zusammen mit Hans Georg Kaufmann die eigentlichen Urheber des „Knodderbergs“. Weil sie mit dieser Meinung offenbar einen Nerv traf, fand sie sehr schnell Aktive, die in diesem Rahmen einen politischen Bogen vom Lokalkolorit bis hin zur Weltpolitik schlagen wollten. Das scheint ihnen so gut gelungen zu sein, dass auch für diese Veranstaltung die Bürgermeisterin und die Bürgermeister der Nachbarstädte sowie der Landrat des Hochtaunuskreises erwartet werden. Anne Hecking selbst wird, wie im vergangenen Jahr auch, als Kaiserin Friedrich das letzte Wort haben, da dürfte einiges an Kritik zu erwarten sein. „Die Politik in Kronberg liefert viele Themen“, erzählt sie und ihre Aufzählung lässt bereits jetzt deutliche Rückschlüsse auf ihre „Schlagrichtung“ zu, die hier noch nicht verraten wird.
Volker Göbel wird mit der Kolpingcapella Kirdorf dabei sein und mit den „3 lustigen 4“, den „Schernbornschwalben“ und dem Männergesangverein 1860 musikalische Unterstützung bekommen. Weil es sich um eine Benefizveranstaltung handelt, hoffen die Aktiven auf eine hohe Spendensumme, die den Tafeln im Hochtaunuskreis zugutekommen wird. Während des „Knodderbergs“ wird ein Klingelbeutel die Runde machen, der am Ende prall gefüllt sein soll. Anmeldungen sowie die Kartenbestellungen werden im Haus Altkönig ab 2. April unter der Telefonnummer 06173-323130 oder per E-Mail: haus-altkoenig[at]web[dot]de angenommen.
Bleibt noch die Frage, was ein Knodderer ist. Ein Blick ins hessische Dialektlexikon hilft: En Knodderer hot oan allem äbbes aus se setze. Ä motzt, mäggert, kritisiehet, unn knodderd halt oan allem rimm…

