Oberhöchstadt (hmz) – Wenn sich kreative Köpfe zusammensetzen, kann es durchaus passieren, dass aus einer geselligen Laune heraus etwas Neues entsteht, das sich, wie in diesem Fall, an einem berühmten Vorbild orientiert und diesem so ähnlich wie möglich sein will. Die Rede ist vom „Knodderberg“, der in seine zweite Runde geht und auf dem am Freitag, den 28. April, um 19 Uhr wieder ein politisch-literarisch und humoristisches Feuerwerk abgebrannt werden soll. Alles in enger Anlehnung an den bayerischen „Nockherberg“, auf dem die Politik durch den Wolf gedreht wird, und diejenigen, die es betrifft, sehr tapfer weiter lächeln müssen, auch wenn es dem einen oder anderen vergehen dürfte. Nach dem sehr erfolgreichen Auftakt im vergangenen Jahr nun also der zweite Oberhöchstädter Maibockanstich im Haus Altkönig, der „Nockherberg“-Tradition folgend. Die Veranstaltung beginnt mit der eigentlichen Bierprobe. Die erste Maß gebührt Bürgermeister Christoph König, der im vergangenen Jahr nur drei Schläge für den Bieranstich brauchte. Höhepunkt der Veranstaltung ist das politische Kabarett, bestehend aus politischen Beiträgen, einem musikalischen Rahmenprogramm und einem anschließenden Singspiel, das es in diesem Jahr in Oberhöchstadt geben soll. In den Beiträgen werden aktuelle Themen der lokalen sowie der Landes- und Bundespolitik behandelt, mit mehr oder weniger feiner Ironie und teils heftigen Seitenhieben auf Politikerinnen und Politiker, gleich welcher Partei. Nach dem Vorbild der bayerischen Wirtshausmanier wird den „Großkopferten“ deftig, aber humorvoll jetzt auch in Oberhöchstadt der Kopf gewaschen.
Im Januar vergangenen Jahres haben sich Anne Hecking, Hans-Georg Kaufmann, Michael Arndt, Stefan Schmidt, Thomas Poppitz, Wolfgang Lang, Ulrich Heinecke, Volker Göbel und zuletzt Uwe Paul zusammen mit dem Wirt des Hauses Altkönig, Ewald Heuer, zunächst auf die Idee eines „Knodderberges“, dann schließlich auch auf den Versuch eingelassen. In kürzester Zeit haben sie ein Programm auf die Beine gestellt, das ganz eigenständig für sich steht und unabhängig von Vereinsregeln ist. „Wir sind eine Gruppe mit völlig unterschiedlichen politischen Überzeugungen, aber kommunikativ und einander wertschätzend. Wir haben auf eine Entwicklung reagiert, die wir in den letzten Jahren immer mehr beobachtet haben: In den Büttenreden spielte Politik kaum noch eine Rolle“, so Anne Hecking, die eigentliche Urheberin des „Knodderbergs“. Weil sie mit dieser Meinung offenbar einen Nerv traf, fand sie sehr schnell Aktive, die in diesem Rahmen einen politischen Bogen vom Lokalkolorit bis hin zur Weltpolitik schlagen wollten. Das scheint ihnen beim ersten Mal so gut gelungen zu sein, dass „für diese Veranstaltung die Bürgermeisterin und die Bürgermeister der Nachbarstädte sowie der Landrat des Hochtaunuskreises bereits ihr Kommen zugesagt haben“.
Anne Hecking selbst wird, wie im vergangenen Jahr auch, als Kaiserin Friedrich das letzte Wort haben, da dürfte einiges an Kritik zu erwarten sein. „Die Politik in Kronberg liefert viele Themen“, erzählt sie und ihre Aufzählung lässt deutliche Rückschlüsse auf ihre „Schlagrichtung“ zu.
Weil es sich um eine Benefizveranstaltung handelt, hoffen die Aktiven auf eine hohe Spendensumme, die der Tafel im Hochtaunuskreis zugutekommen wird. Anmeldungen sowie die Kartenbestellungen werden im Haus Altkönig unter der Telefonnummer 06173-323130 oder per E-Mail: haus-altkoenig[at]web[dot]de angenommen.
Es könnte sein, dass sich hier das Sprichwort bewahrheitet: Wer zuletzt lacht, der lacht am besten.
