Oberursel (gt). In diesem Jahr fand die Vertestigung auf dem Marktplatz zum 26. Mal statt. 16 verschiedene Apfelweine galt es, rund um den Sankt Ursula-Brunnen zu probieren und zu bewerten. Von jedem Wein hatten die Erzeuger 30 Liter gespendet. Darunter war auch Werner Remy, der mit 94 Jahren der älteste Spender war. Sein Ebbelwoi mit der Nummer 3 schaffte es auf den siebten Platz.
Insgesamt haben 254 Personen eine Runde um den Brunnen gemacht, davon 143 am Samstag. Nach Abzug der Kosten blieb ein Erlös von 1316 Euro, dazu kamen 419 Euro in der „Spendenwutz“ und 1100 Euro von der Kelteraktion vor der Stadtbücherei mit Jockel Döringer. So hatte man am Ende einen Betrag von 2834 Euro, der von der Kelterei Steden auf 3000 Euro aufgerundet wurde. Somit gingen 1500 Euro an das Hospiz Sankt Barbara und 1500 Euro an die Kinderkrebshilfe in Frankfurt. Petra Blumenstein vom Hospiz war überwältigt vom Betrag und zeigte sich ganz glücklich, als sie den Umschlag in Empfang nahm.
Aufgrund der Abwesenheit der Brunnenkönigin Tanja I. war Brunnenmeister René allein zu der Prämierung gekommen. „Ich finde es eine sehr schöne Veranstaltung und nehme jedes Jahr gerne daran teil“, sagte er. Für den Gewinner hatte er einen Bembel des Brunnenpaars mitgebracht. Er fand die Qualität der Apfelweine etwas besser als im vergangenen Jahr.
Florian Steden teilte diese Meinung. „Die Qualität hat zugenommen“. Er hatte auch einen Trend in den letzten Jahren erkannt. „Der Geschmack geht mehr in die milde Richtung, die ganz saure Apfelweine sitzen doch nicht mehr so, aber auch die ganz süßen sind auch nicht mehr so, ein gutes Mittelding ist das non plus ultra“, war seine Einschätzung. Sein persönlicher Favorit war die Nummer 8 von Jörn Petersen, der den vierten Platz erreicht hatte.
Auf Platz drei schafften es Uwe, Sebastian und Florian Hölscher (Probe Nr. 5). Die Titelverteidiger, die „Apfelfreunde Oberursel“, erreichten den zweiten Platz mit ihrem „Hausschoppen“ (Probe Nr. 10). Aber mit einem großen Vorsprung von über 200 Punkten wurde Dennis Rauhöft, der zum ersten Mal bei der Vertestigung dabei war, zum Sieger. Sein Apfelwein hatte die Nummer 16.
„Was ist das Geheimnis deines Schoppens?“, fragte Florian Steden. „Das muss ich fühlen, einfach machen, gut dabei sein und alles im Blick haben“, verriet der neue Ebbelwoikönig, der den Wanderpokal erhielt.
An den verstorbenen Jörg Steden, der die Vertestigung im Jahr 1997 mit ins Leben gerufen hat, wurde auch gedacht. „Ich denke sie werden oben im Himmel eine eigene Apfelweinvertestigung machen, schauen auf uns hier herab, und freuen sich, dass wir hier das unten weitermachen“, sagte sein Sohn Florian.
Der 26. Orscheleler Ebbelwoikönig, Dennis Rauhöft (3.v.l.) mit seinem Sohn Hannes (5) und Valentin Steden, Florian Steden, Brunnenmeister René (v. l.).Foto: gt
Die Äppler-Flaschen für die Blindverköstigung. Foto: sis

