Vanessa I. übernimmt das Regiment

Die frisch gekürte Taunus-Karnevalsprinzessin Vanessa I. (2. v. l.) lässt sich zusammen mit ihrem Hofstaat – den Pagen Angie Deicke und Natalie Tomillo sowie Hofmarschall Sabine Wagner (v. l.) – auf der Bühne der Stadthalle von ihrem Volk feiern. Foto: fch

Oberursel (fch). Begeisterte „Orschel Helau!“-Rufe verkündeten am Montagabend in der Stadthalle den Start in die fünfte Jahreszeit. Der von fünf Karnevalsvereinen gebildete Narrenrat hatte zur glanzvollen Inthronisationsfeier der neuen Taunus-Karnevalsprinzessin 2019/20 eingeladen. Unter dem Beifall der Narren im vollbesetzten Saal wurde die neue närrische Hoheit Vanessa I. samt Hofstaat willkommen geheißen.

Zum Gefolge von Prinzessin Vanessa I. – mit bürgerlichem Namen Vanessa Küster, geborene Hecker – aus „Bad Bommersheim am See“ gehören ihr Hofmarschall Sabine Wagner sowie ihre Pagen Natalie Tomillo und Angela Deicke. Das charmante Quartett aus den Reihen des Bommersheimer Carneval Vereins (BCV), der in diesem Jahr 3 x 11 Jahre jung ist, eroberte das Publikum im Sturm. Indem sie aus den Händen von Ex-Prinz Jürgen Sommer als Insignie ihrer Herrschaft das Hoheitszepter mit schwarzer Katze, bunten Bändern und Kugeln entgegengenommen hatte, und Hofmarschall Sabine den als „Knüppel“ bezeichneten Hofmarschallstab in Händen hielt, war die Inthronisation amtlich.

„Gemeinsam Großes schaffen“

In der von Hofmarschall Sabine verlesenen Proklamation betonte Vanessa I., dass sie das Narrenvolk nach besten Wissen und Gewissen regieren und repräsentieren werde. Im Mittelpunkt ihrer Kampagne 2019/20 soll die Fassenacht stehen. „Fassenacht ist Brauchtumspflege und kann nur Bestand haben, wenn sich engagierte Menschen zusammenfinden. Ein jeder kann helfen, dieses schöne Brauchtum aufrechtzuerhalten, denn nur gemeinsam kann man etwas Großes schaffen, bei dem Spaß und Fröhlichkeit an erster Stelle stehen.“ Vanessa I. will auf Geschenke und Sträuße verzichten und bittet stattdessen, um Spenden für die „Frühe Hilfen Oberursel“ und das Alfred-Delp-Haus. Frühe Hilfen unterstützt junge Familien in Notsituationen, der Förderverein des Alfred-Delp-Hauses Menschen mit Beeinträchtigung in Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft.

Organisiert hatte der Narrenrat für seine neue KV-Prinzessin ein an Höhepunkten reiches Programm. Zwei der zehn Programmpunkte waren bis zuletzt gut gehütete Geheimnisse der Vorstände des BCV, des Carneval-Vereins Stierstadt (CVSt), des Karnevalsvereins Club Geselligkeit Humor Weißkirchen (CluGeHu), des Karnevalvereins Frohsinn (KVF) und des Karnevalclubs The Ravens (KCR). Überschüttet wurde die 30-jährige Hoheit mit Glückwünschen in Form von Worten. Liedern und Tänzen.

Zu den Gratulanten gehörten unter anderem das eloquente BCV-Kinderprinzenpaar 2018/19. Prinz Marc I. verkündete „Jetzt ist Fastnachtsfeiern dran. Wir geben nochmals richtig Gas, haben den Rest unserer Amtszeit richtig Spaß“. Prinzessin Lara I. forderte das Publikum auf: „Macht alle richtig mit, dann wird die Kampagne ein Hit.“ Das ließen sich die im Saal schunkelnden, klatschenden, Hochrufe ausbringenden und voller Begeisterung mitsingenden Narren nicht zweimal sagen. Bei den Aktiven auf der Bühne war dies ohnehin überflüssig.

Den Reigen der Tänzerinnen eröffneten die KCR-Garde mit dem romantischen Showtanz „Cinderella“, gefolgt von den 80 Tänzerinnen aus allen BCV-Garden mit einem flotten Polka-Mix. Die Lachmuskeln der Zuschauer strapazierten die „Zwei Ultras“, Simon Kopp und Leonard Rebscher, mit ihrem Programm „Echt Retro“. Das Duo philosophierte über einen Handy- und PC-losen Rückfall in frühere Zeiten mit nur drei TV-Programmen, Buchstabensuppen, Modern-Talking-Partys und Spielen „Draußen“, sprich in der Natur. Aus ihren ehemaligen Prinzenkostümen sind die beiden zwar herausgewachsen, geblieben ist ihre Leidenschaft für Bühne und Fastnacht. Mit temporeichen und künstlerisch ausgefeilten Garde- und Showtänzen glänzten die Ultras des BCV, die Garde des CVSt und die Maxi-Showtänzerinnen des CluGeHu als schillernde Engel. Das Publikum klatschte begeistert den Takt der Musik mit und feuerte die Tänzerinnen so nochmals an.

Nur Lob und Glückwünsche

Zum Mitsingen und schunkeln animierten die Frohsinn-Sänger das Publikum mit närrischen Hits und der „Frohsinn Helau!“-Zugabe zur Melodie von „YMCA“. Der erste Überraschungsgast des Abends, Thomas Poppitz plauderte aus dem Nähkästchen. Er verriet das Prinzessinnen-Papa Harry Hecker sparsam ist und alle drei Töchter im gleichen Kleid als Kinderprinzessinnen auftreten ließ. Und er befragte das Publikum zur neuen Prinzessin, die alle lobten und mit Glückwünschen bedachten.

Beim Finale handelte es sich um das Geschenk des Narrenrats und des Hofstaats an Vanessa I. Es war ein Gruß aus der Wetterau in Gestalt des Männerballett Assenheim „Die bewegten Männer“ von der Assenheimer Karnevalsgesellschaft AKG „Verein Humor“ 1914. Die Gruppe, die bereits Deutscher Meister 2009 sowie Hessischer Meister 2009 & 2010 war, rockte den Saal mit ihrem Schautanz „Das Geheimnis des Sarkophags“. Danach gehörte das Parkett den Tänzern.

Weitere Artikelbilder:



X