Oberursel (ow). Der VFOS hatte zum Neujahrsempfang geladen und im Rathaus-Foyer tummelte sich eine bunte Gästeschar. Es herrschte echte Wohlfühlatmosphäre, der Sekt perlte in den Gläsern, dazu gab es leckere Häppchen.
Seit Jahren ist Carrie Haub als Kümmerin für Wohlfühlatmosphäre, Essen, Trinken und gelungene Dekos bei jedem Event des Vereins im Einsatz. Helmut Egler hieß alle Gäste herzlich willkommen. Der erste Vorsitzende war erfreut, das sich neben den Mitgliedern, zahlreiche Freunde und Unterstützer aus Vereinen, der Politik und Kooperationspartner zum geselligen Austausch eingefunden hatten. Darunter auch Katarzyna Glowalla und Magdalena Naumann die an der Feldbergschule das Projekt „Geschichte.Gemeinsam.Gestalten“ leiten, das vom Verein sowie der Stadt Oberursel unterstützt wird. Mit Schüler*innen begeben sie sich seit 2023 auf Spurensuche nach Verdun. Im vergangenen Jahr wohnte die Gruppe dort der Zeremonie des Teilens der „Ewigen Flamme der Erinnerung“ bei und brachte sie in den Taunus. Zur Delegation gehörten neben Vertretern des Hochtaunuskreises auch Reservisten des Bundeswehr, des Kreisverbindungskommandos - KvK, - des Hochtaunuskreises. Einige von ihnen waren zu dem Neujahrsempfang gekommen.
Joachim Netz, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, berichtete gut gelaunt, dass der Verein in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen feiern kann. Er unterstrich: „30 Jahre gelebte Partnerschaft ist etwas Diplomatie, viel Organisation und jede Menge Improvisation“. Für das Jubiläumsjahr hat sich der Verein wieder einige Highlight vorgenommen, darunter Bürgerreisen nach Epinay und Bonn, sowie ein ganz neues Projekt: „Freunden in den Kochtopf schauen“. Näheres über die Umsetzungen kann man regelmäßigen in den Rundbriefen des Vereins nachlesen. Er nutzte die Gelegenheit, allen zu danken, die den Verein durch ihr Engagement tatkräftig unterstützten und in diesen schwierigen Zeiten sich dafür einsetzten Brücken zwischen den Völkern zu bauen. Sein Dank galt auch den Mitarbeitern im Kulturamt des Rathaus für vielfältige, unbürokratische Unterstützung. Einige von nahmen am Empfang teil ebenso wie Gregor Maier, Leiter des Fachbereichs Kultur im Hochtaunuskreis.
Der zweite Vorsitzende lobte Helmut Egler als Ideengeber, Problemlöser und Steuerfachmann. Er stellte auch seine Mitstreiter im Vorstand vor, die durch ihr ehrenamtliches Engagement diese Pläne mit viel Power und Sachverstand in die Tat umsetzten. Wie der zuständige Mann für Frankreich Markus Peter oder Andrea Einig zuständig für England, Guido Faust der Mann für die Finanzen, Netzwerkerin Monika Seidenather-Gröbler kümmere sich um Kunst und Kulinarik, und habe den guten Draht ins Rathaus, Schriftführerin Gabi Hofman protokolliere alles, Winfried Goldbach pflege die Homepage des Vereins und Birgit Röher sorge mit ihrer großartigen PR-Arbeit und den Rundbriefen, das alle bestens informiert seien. Echte Begegnungen, so Joachim Netz, entstünden nicht im Flieger oder sozialen Netzwerken sondern im direkten Gespräch auf Augenhöhe. Dafür hatte der Verein eine „Plauderecke“ eingerichtet. Nach dem offiziellen Teil wurden dort Fragen zu geplanten Bürgerreisen ob nach Epinay oder Bonn freundlich beantwortet und aktiv um neue Mitglieder geworben. Joachim Netz dazu: „Die Mitgliedschaft kostet im Jahr gerade mal 25 Euro, ist also billiger als mancher Streamingdienst bringt aber deutlich mehr Spaß und Kontakte europaweit“.
Städtepartnerschaften
Neben der Suche nach neuen Mitgliedern ist der Verein aktiv in die Bemühungen der Stadt eingebunden, neuen Verbindungen zu Städten in der Ukraine und in Südkorea zu schaffen.
In Oberursel leben zur Zeit 850 Mitbürger, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen seien. Sie haben inzwischen mit Hilfe des VFOS den Verein Naschdim (Unser Haus) gegründet, einige Mitglieder waren auch zum Empfang erschienen.
Städtepartnerschaften leben von dem Tun der Menschen, sagte Antje Runge in ihrem Grußwort. Die Bürgermeisterin ist stolz auf die lange völkerverbindende Arbeit des Vereins, der in Oberursel gut mit Schulen, Sport- und Kulturvereinen vernetzt sei. Die Stadt hat sich im vergangenen Jahr auf den Weg gemacht, eine Freundschaft mit einer Stadt aus Ukraine zu knüpfen. Mit Unterstützung von Olena Opanasenko, der Vorsitzenden von Naschdim, sei es gelungen den Kontakt zu Vasylikiv herzustellen. Durch Stadtrat Andreas Bernhard, der in das Kriegsgebiet gereist sei, wurde im vergangenen Jahr ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet und ein Besuch von ukrainischen Kindern in Oberursel ermöglicht. Im Sommer 2026 sollen erneut 50 Kinder aus der ukrainischen Stadt nach Oberursel kommen. Auf ihre Einladung hin wird Ende Februar die Bürgermeisterin von Vasylkiv, Natalya Balasynovych mit einer Delegation Oberursel besuchen.
Eine weitere Freundschaft ist gerade mit der südkoreanischen Stadt Ulsan Nam-Gu im Entstehen. Die größte ausländische Community bildenden die in Oberursel lebenden Südkoreaner, mit 1000 Personen. Neben einem Konzert einer koreanische Pianistin, veranstaltet von der Chopin Gesellschaft, dem Kulturkreis Oberursel und dem VFOS ist geplant, das eine koreanischen Fußballmannschaft am Pfingstturnier der Eintracht Oberursel teilnehmen wird, ebenso wie Mannschaften aus Epinay und Rushmoor. Städtepartnerschaften ermöglichen, dass Menschen sich Kennenlernen.
Internationale Freundschaften sind in diesen Zeit des nationalen Denkens und kriegerischer Auseinandersetzungen wichtiger denn je, unterstrich die Bürgermeisterin und dankte dem VFOS und den Menschen, die sich dafür einsetzten.
Katarzyna Glowalla, Magdalena Neumann, Michael Allenstein und Adrien Meurer waren zusammen in Verdun (v.l.).Foto: bg
Gäste im Rathaus-FoyerFoto: bg

